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Kommentar zum „Verdi-Schlampen“-Vorwurf : Die Verantwortung der SPD beginnt jetzt

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

In einer demokratischen Partei sollte für Menschen kein Platz sein, die zu unsauberen Mitteln greifen, meint Dieter Schulz.

Politik kann ein schmutziges Geschäft sein. Auch Schleswig-Holstein hat damit seine Erfahrungen – man denke an die Barschelaffäre, den „Heide-Mord“ oder das gezielte „Durchstechen“ der Liaison des ehemaligen CDU-Landeschefs Christian von Boetticher mit einer damals 16-jährigen Schülerin. Von solch einer Dimension ist der Eklat beim TV-Duell noch weit entfernt, als die SPD-Funktionärin Gabriele Schwohn aus dem Publikum heraus dem CDU-Spitzenkandidaten Daniel Günther vorwarf, er habe sie im Landtag „Verdi-Schlampe“ genannt. Der Vorwurf bringt nun die Landes-SPD in arge Nöte, denn bislang konnte die langjährige Gewerkschafterin ihre Behauptung nicht belegen. Wurde hier also der politische Kontrahent gezielt mit Dreck beworfen, in der Hoffnung, irgendetwas würde schon kleben bleiben?

Die Landes-SPD jedenfalls hat gut daran getan, sich nicht auf diese persönliche Auseinandersetzung einzulassen. Auch für den Auftritt von Frau Schwohn müssen sich weder Torsten Albig noch Ralf Stegner bei Günther entschuldigen. Zumal dies wie ein stilles Eingeständnis wirken würde, den Schwohn-Auftritt gesteuert zu haben. Aber: Auch wenn Günther auf rechtsstaatliche Mittel verzichtet, muss die Nord-SPD intern klären, ob Frau Schwohn ihre Behauptungen belegen kann. In einer demokratischen Partei sollte für Menschen, die – Wahlkampf hin oder her – zu unsauberen Mitteln greifen, kein Platz sein. Ohne Wenn und Aber. Dazu dürfen weder Stegner noch Albig schweigen.

Denn genau solche Aktionen, die bei aller notwendigen Härte in der sachlichen Auseinandersetzung den Respekt vor der Würde des politischen Kontrahenten negieren, haben die Populisten stark gemacht. Deshalb hilft da nur Konsequenz. Genau wie Daniel Günther nur der Rücktritt bleibt, sollte sich Gabriele Schwohns Vorwurf als wahr herausstellen. Dafür spricht allerdings derzeit nichts.

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erstellt am 27.Apr.2017 | 09:57 Uhr

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