Straußeneier : Die schwerste Last des Osterhasen

Ei, Ei, Ei: Andrea Strukat zeigt stolz ihre kunstvoll verzierten, bis  zu zwei Kilogramm schweren Straußeneier. Foto: dpa
Ei, Ei, Ei: Andrea Strukat zeigt stolz ihre kunstvoll verzierten, bis zu zwei Kilogramm schweren Straußeneier. Foto: dpa

Ob bunt bemalt, lackiert oder als Omelett: Zur Osterzeit sind die Straußeneier von Andrea und Stefan Strukat in Hohenfelde heiß begehrt.

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05. April 2010, 02:22 Uhr

Hohenfelde | An den Eiern aus Hohenfelde (Kreis Plön) hat der Osterhase schwer zu schleppen: Mit bis zu zwei Kilogramm Gewicht sind es die größten Eier der Welt und sie kommen vom Strauß.

Andrea und Stefan Strukat züchten die großen Vögel seit zehn Jahren auf ihrer Farm an der Ostsee und gerade zur Osterzeit machen sie nicht nur mit dem Fleisch, sondern auch mit den Eiern ein gutes Geschäft. Die dicken Eierschalen verkauften sich eigentlich das ganze Jahr, "aber vor Ostern gehen bestimmt 500 bis 600 Stück weg", sagt Andrea Strukat. Aber auch komplette Eier finden ihre Abnehmer.
Platz für 20 bis 24 Hühnereier

In einem Straußenei finden etwa 20 bis 24 Hühnereier Platz. Genug, um ganze Familien mit Omelett zu versorgen. Bei Strukats selbst kommt diese Spezialität aber eher selten auf den Tisch. "Unsere Kinder essen keine Eier und für meinen Mann und mich ist das zu viel", so die Straußenfarmerin lachend, die in ihrem kleinen Hofladen Straußeneier in den verschiedensten Ausführungen hat.

Als Lampe, Uhr, mit bunten afrikanischen Motiven bemalt, mit österlich-frühlingshaften Blumen lackiert oder naturbelassen graviert ist jedes Stück ein Unikat. "Sind die echt?", fragt ein kleiner Junge, der sich mit seiner Mutter in dem Laden umguckt, und zeigt auf einen Korb, in dem Dutzende ausgeblasene Straußeneier liegen. Auf jeden Fall sind die echt.
Tipp: Lack- oder Bastelfarbe

Das Ausblasen der Eier ist übrigens viel leichter, als das von Hühnereiern, sagt Strukat. Schließlich sei die Öffnung, aus der Eiweiß und Eigelb fließen, viel größer. Und auch das Risiko, vor lauter Anstrengung zu kräftig zuzudrücken und so das Ei zu zerbrechen, minimiert sich bei der dicken Schale doch deutlich. Für das Bemalen hat Andrea Strukat auch einen Tipp: Besser keine herkömmliche Eierfarbe verwenden - "das wird zu blass" -, sondern Lack- oder Bastelfarbe.

Ursprünglich waren Andrea und Stefan Strukat in der Milchviehwirtschaft tätig. 1998 hätten sie dann überlegt, was sie stattdessen machen könnten, erinnert sich die Landwirtin. Die Idee zur Straußenfarm kam dem Ehepaar bei einem Familientreffen, wo es Straußenfleisch zu essen gab. Die Idee, selbst diese bis zu 150 Kilogramm schweren afrikanischen Vögel zu halten und schließlich zu züchten, habe ihnen gefallen. "Und dann wollten wir auch Eier." Dabei schließt es sich gar nicht aus, Küken und Eierschalen zu haben. "Es kommt zwar vor, dass ein Ei nach dem Schlüpfen des Kükens völlig kaputt ist, aber normalerweise kann man eine Hälfte benutzen", sagt Strukat. Und diese halben Eier verkauft die gelernte Kauffrau dann nicht nur an Privatleute, sondern gerade vor Ostern auch an Gärtnereien - als Pflanzschalen.

Die Straußenfarm in Hohenfelde (Kreis Plön) hat täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, auch an Sonn- und Feiertagen.

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