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Schleswig-Holstein

23. Oktober 2017 | 03:04 Uhr

Die romantische Orgel ist zurück

vom

Rund 2000 Pfeifen der berühmten Walcker-Orgel in Lübeck St. Gertrud mussten erneuert werden

shz.de von
erstellt am 25.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Lübeck | Mit einem Festgottesdienst weiht die Lübecker St. Gertrud-Gemeinde am Sonntag, 26. Mai, um 16 Uhr ihre romantische Walcker-Orgel wieder ein. Die Kosten von rund 300 000 Euro wurden größtenteils über Spenden finanziert. Die Predigt im Gottesdienst um 16 Uhr hält Altbischof Karl Ludwig Kohlwage, teilte der Kirchenkreis mit.

In den 80er Jahren waren die pneumatischen Röhren abgeschnitten und durch einen elektronischen Spieltisch ersetzt worden. Die Orgelbauer haben jetzt die Röhren wieder mit den Orgelpfeifen verbunden, so dass Lübeck nunmehr über die größte windgesteuerte Walcker-Orgel in Norddeutschland verfügt. Rund 2000 Pfeifen wurden erneuert. Auch der historische Spieltisch wurde wieder reaktiviert.

Die St. Gertrud-Kirche befindet sich nördlich der historischen Altstadt in der Straße zwischen Stadtpark und heiligen-Geist-Kamp gelegen. Die Orgel wurde 1910 eingeweiht. Mit der neuen Walcker-Orgel werde Lübeck "eine große musikalische Kostbarkeit" zurückgegeben, sagte Kreiskantor Hans-Martin Petersen. Musikfreunde könnten romantische Orgelwerke jetzt auch authentisch erleben, was in Lübeck bislang nicht möglich gewesen sei. Die beiden Lübecker Walcker-Orgeln in St. Jakobi und im Dom waren im 2. Weltkrieg zerstört worden. Orgelmusik genießt in der Hansestadt hohe Bedeutung. Das wird auch an einer bedeutenden Preisverleihung deutlich: Der Organist und Komponist Maximilian Schnaus erhält den Paul-Hindemith-Preis des Schleswig-Holstein Musik Festivals (SHMF). Dessen Komposition "Come sweetest death" wird am 19. Juli von der lettischen Organistin Iveta Apkalna in der Lübecker Kirche St. Jakobi uraufgeführt, wie die Stiftung Schleswig-Holstein Musik Festival am Freitag mitteilte. Der seit 1990 verliehene Preis ist mit insgesamt 20 000 Euro dotiert.

Der erste Preisträger erhält 10 000 Euro. Den mit 6000 Euro dotierten zweiten Platz belegte Alexander Muno mit der Komposition "Per aspera - spera!" Den mit 4000 Euro dotierten dritten Preis teilen sich Johannes Söllner ("hinter dem spiegel geschmolzenes gold") und Daniel Smutny ("Cranacher Orgelbuch").

Der Preis soll junge Komponisten fördern und erinnert an den Sommer 1932, in dem der Komponist Paul Hindemith (1895-1963) mit Schülern der Staatlichen Bildungsanstalt in Plön arbeitete. Das Preisgeld stellen die Hindemith-Stiftung mit Sitz in Blonay/Schweiz sowie drei Hamburger Stifter zur Verfügung. Zu den bisherigen Preisträgern zählen Matthias Pintscher, Jörg Widmann, Dai Fujikura und zuletzt Li Bo.

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