zur Navigation springen
Schleswig-Holstein

18. Dezember 2017 | 04:25 Uhr

"Die Krise bleibt aus"

vom

Arbeitgeberverband sieht regionale Wirtschaft nach Frühjahrsumfrage robust

shz.de von
erstellt am 23.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Flensburg/Schleswig | Es ist eher eine gute als ein schlechte Nachricht: Die wirtschaftliche Lage zwischen Flensburger Förde, Schlei und Eckernförde hat sich in den vergangenen zwölf Monaten kaum verändert. Das hat die Frühjahrsumfrage des Arbeitgeberverbandes Flensburg - Schleswig - Eckernförde ergeben. Verbandsgeschäftsführer Fabian Geyer kommentierte bei der Vorlage der Zahlen so: "2012 hatten wir als sehr robust und stabil beschrieben. Auch unsere Prognose für 2013 sieht zwar kein Wachstum, aber auch keine Tendenzen, die nach unten gehen."

Beim Umsatz berichteten 30 Prozent der Betriebe von wenig Veränderungen, immerhin 40 Prozent von einem Umsatzplus und 30 Prozent von einem Minus. Also 70 Prozent besser oder ebenso gut wie im Vorjahr - das sei gerade angesichts des langen Winters ein guter Wert, findet Geyer: "Für das Handwerk ist das ja schwer aufzuholen. Da fehlen zwei Monate."

Große Stabilität zeige sich vor allem im Export. Mehr als drei Viertel der Betriebe melden unveränderte Geschäfte, immerhin 15 Prozent ein Plus, lediglich acht Prozent berichten von Rückgängen im Exportgeschäft. "Der Export im europäischen Raum war nach wie vor schwierig", so Geyer. Weiterhin gut liefen die außereuropäischen Exporte.

Als "eher schlecht" bezeichnete Geyer die Investitionsneigung seiner knapp 300 Mitgliedsunternehmen. Die Hälfte der Betriebe drossele hier, "zum Teil in nennenswertem Umfang", während ein gutes Drittel (36 Prozent) mehr investieren wolle. "Zum Teil gibt es aber auch weniger Spielraum, weil Investitionen schon 2012 gelaufen sind." Ermutigend: Zu 90 Prozent seien Erweiterung und Erneuerung Investitionsziele, zu lediglich zehn Prozent Rationalisierung. Verbandsgeschäftsführer Geyer: "Es wird in Richtung Fortschritt investiert, nicht in Richtung Abbau."

Zu den Belegschaften ergab die Konjunkturumfrage, dass 90 Prozent der Unternehmen ihr Personal halten (78 Prozent) oder aufstocken (12 Prozent). Dabei sei der Arbeitsmarkt sehr dicht. Es gebe kaum betriebsbedingte Kündigungen: "Aber auch die Einstellungsneigung ist sehr schwierig."

Im Moment erlebe die Wirtschaft der Region eine Phase der Ruhe und ein unspektakuläres Jahr: "Die von vielen erwartete Krise bleibt aus", folgert Geyer.

Positiv: Jedes vierte Unternehmen beabsichtigt, mehr auszubilden - trotz Übernahmeverpflichtungen in den Tarifverträgen. Viele Unternehmen erwarteten zahlreiche Altersabgänge in den kommenden fünf Jahren.

Ein Thema hat der Verband erstmals abgefragt - die gesetzliche Frauenquote. Diese sei für 70 Prozent der Betriebe völlig ohne Bedeutung, für weitere 25 Prozent überflüssig. Geyer: "Das wird im Mittelstand überhaupt nicht diskutiert."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen