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Bundesverkehrswegeplan : Die ersten Millionen für den Elbe-Lübeck-Kanal

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

In ihrem aktuellen Ausbaustadium ist die Wasserstraße nicht konkurrenzfähig. 838 Millionen Euro sollen deshalb fließen.

shz.de von
erstellt am 20.Okt.2016 | 09:42 Uhr

Lübeck | 62 Kilometer lang, 2,50 Meter tief, verbindet der Elbe-Lübeck-Kanal (ELK) seit 116 Jahren die Elbe mit der Trave und sorgt damit für eine Anbindung des deutschen Kanalnetzes an die Ostsee. Dieser wichtigen Funktion wurde im neuen Bundesverkehrswegeplan Rechnung getragen, in dem 838 Millionen Euro für einen Ausbau der Wasserstraße eingeplant sind. Denn in seinem aktuellen Ausbaustadium ist der ELK beim Warentransport nicht konkurrenzfähig zu Straße und Schiene.

Bisher nutzen vor allem Touristen mit ihren Booten die Wasserstraße zwischen Lauenburg und Lübeck. 3772 waren es 2015. Die Ladung der Frachter geht seit Jahren zurück, 2015 wurden gerade einmal 1261 Güterschiffe mit 590.573 Tonnen Ladung in der Lauenburger Kanalschleuse registriert. 50 Jahre zuvor wurden noch 2,71 Millionen Tonnen über den ELK verschifft.  Entsprechend gehen auch die Meinung über das Investitionspaket auseinander. Die Gegenargumente lesen Sie hier.

Seit Mittwochabend ist klar, dass im kommenden Jahr mit den konkreten Planungen des Ausbaus begonnen werden kann. Im Haushalt des Bundes für das Jahr 2017 stehen zehn Millionen Euro Planungskosten für das Projekt. „Das ist der Eröffnungsschlag für die große Maßnahme“, erklärt Norbert Brackmann. Der CDU-Bundestagsabgeordnete aus Lauenburg hatte sich für die Aufnahme der Planungskosten im Haushalt eingesetzt – ist es doch mit seinem Engagement zu verdanken, dass der ELK überhaupt im Bundesverkehrswegeplan steht.

„Wir werden sicher nicht im kommenden Jahr zehn Millionen für die Planung benötigen. Aber wir wollen auch nicht jahrelang mit immer neuen Kleckersummen arbeiten, sondern deutlich machen, dass es jetzt losgeht“, sagt Brackmann.

Die Industrie- und Handelskammer kämpft seit Jahren für einen Ausbau des ELK, um ihn für den Warentransport auf der Wassersstraße wieder attraktiver zu machen. Bisher sind einige Brücken zu niedrig und die Schleusen (außer die in Lauenburg) zu kurz für moderne Schiffe und eine ökonomisch sinnvolle Ladungsmenge. 2005 hatte man Lauenburgs Schleuse für 40 Millionen Euro erneuert – jetzt soll der ganze ELK für die Zukunft fit gemacht werden. Sechs Millionen Ladungstonnen pro Jahr sehen Experten als realisierbar an.

„Wir müssen das Personal finden, dann kann es richtig beginnen“, so Brackmann. Für den Lauenburger Standort des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) an der Dornhorst könnte es in der Spitze um mehr als 130 zusätzliche Arbeitsplätze gehen, wenn der ELK und das Schiffshebewerk Scharnebeck wie vom Bund geplant ausgebaut werden.

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