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Zusätzliche ICE-Verbindungen : Die Bahn stellt auf Winter um – auch in SH

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Am kommenden Sonntag stellt die Bahn ihren Fahrplan um. Lübeck und Kiel erhalten zusätzliche ICE-Verbindungen, dafür entfallen Intercity-Züge zwischen Westerland und Hamburg. Das Hauptproblem der Bahn wird der neue Winterfahrplan allerdings nicht lösen.

shz.de von
erstellt am 08.Dez.2013 | 18:18 Uhr

Flensburg | Die Zahlen sind beeindruckend: 11,63 Millionen Züge verkehren jährlich auf 33.890 Kilometern Schienen und befördern 1,92 Milliarden Passagiere. Zwei Mal im Jahr stellt die Deutsche Bahn den Fahrplan ihrer 33.890 Bahnlinien um, am kommenden Sonntag ist es wieder so weit, der Winterfahrplan 2014/14 tritt in Kraft. Dabei ändert sich für Schleswig-Holstein diesmal relativ wenig. Die wesentlichen Fahrplanänderungen konzentrieren sich auf die Bahnstrecken Westerland-Hamburg, Kiel-Hamburg und Lübeck-Hamburg.

Lübeck erhält ganzjährig an Freitagen und Sonntagen eine weitere durchgehende ICE-Verbindung nach München: ICE 1081 fährt ab Lübeck um 14.16 Uhr über Hamburg Hbf (an 14.53), Hannover (16.21), Göttingen (17.00 Uhr), Nürnberg (19.24 Uhr) nach München (Ankunft 21.17 Uhr). In der Gegenrichtung startet der ICE 784 um 5.12 Uhr in München über Nürnberg (6.32 Uhr), Göttingen (8.56 Uhr), Hannover (9.36 Uhr), Hamburg Hbf (11.01 Uhr) und erreicht neu um 11.37 Uhr Lübeck.

Neu an Samstagen und Montagen wird ein ICE-Zugpaar über Hamburg hinaus weiter von/nach Kiel verlängert und verkehrt damit insgesamt freitags bis montags in die Landeshauptstadt: ICE 1183, Kiel ab 14.49 Uhr über Neumünster (15.07 Uhr), Hamburg Hbf (16.01 Uhr), Hannover (17.21 Uhr), Göttingen (18.02 Uhr), Nürnberg (20.24 Uhr), München an um 21.45 Uhr. Dazu kommt eine spätere Verbindung von Hamburg nach Berlin mit Zubringer aus Kiel jeweils freitags und sonntags um 22.43 Uhr und eine zusätzliche Frühverbindung von Berlin nach Hamburg.

Der IC 2001 Westerland-Hamburg-Altona montags ab Westerland um 08.56 Uhr (Ankunft Hamburg-Altona um 11.34 Uhr) entfällt. Ebenso wird der IC 2408 Köln-Westerland sonntags ab Hamburg Hbf um 20.09 Uhr (Ankunft Westerland um 23.19 Uhr) gestrichen.

Das Hauptproblem der Bahn in Schleswig-Holstein wird auch der neue Fahrplan nicht ändern: In keinem anderen Bundesland verspäten sich Züge so häufig wie hier. Das hatte die Süddeutsche Zeitung per Zugmonitor ermittelt. Statistisch erfolgt fast jede vierte Zugeinfahrt hinter dem Fahrplan und zwar im Durchschnitt um 18,4 Minuten. Umgelegt auf alle schleswig-holsteinischen Züge bedeutet das eine Verspätung von 4,4 Minuten pro Zug.

Vor allem auf der Route Hamburg-Neumünster müssen die Reisenden besonders viel Geduld haben. Hier sind 36,4 Prozent der Züge verspätet – im Schnitt mit 39.6 Minuten. Ursache der Verzögerungen ist am häufigsten die Verspätung eines vorausfahrenden Zuges, der alles nach sich aufstaut. Und so sind denn bundesweit auch vor allem ICE-Strecken von Verspätungen betroffen, da die Taktung zwischen den einzelnen Zügen hier besonders knapp ist. In Schleswig-Holstein sind diese allerdings auch eher selten, zumeist fahren Regionalbahnen und ICs. Die Bahn kann die häufigen Verspätungen im nördlichsten Bundesland auch nicht erklären.

Inzwischen hat der Bahnkonzern seine Zählweise umgestellt, so der Zugmonitor der Süddeutschen Zeitung die Daten nicht mehr vergleichbar erfassen kann. Die Bahn veröffentlicht auch keine Pünktlichkeitswerte für einzelne Strecken und hat zusätzlich jetzt den kompletten Nahverkehr erfasst. Nur durch diese Umstellung erhöhte sich der von der Bahn selbst ausgewiesene Pünktlichkeitsfaktor um 1,3 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr.

Allerdings macht selbst die konzerneigene Gesamtstatistik trotz allem nicht mehr Mut. Nur im Februar dieses Jahres erreichten mehr als 80 Prozent aller Fernverkehrszüge der Deutschen Bahn mit weniger als 5:59 Minuten Verspätung ihren Zielbahnhof. In jedem anderen Monat waren deutlich mehr Züge zu spät, im Oktober schafften gar nur noch 69,2 Prozent das 5:59 Minuten-Fenster. Mehr als jeder zehnte Zug verspätet sich sogar bis zu 15:59 Minuten. 

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