Deutsch-dänische Kinderkunst im Museum

Sie zeigen wie es geht: Johannes Caspersen (l.) und Rick Towle mit Kindern von beiderseits der Grenze. Foto: Geissler
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Sie zeigen wie es geht: Johannes Caspersen (l.) und Rick Towle mit Kindern von beiderseits der Grenze. Foto: Geissler

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31. Mai 2013, 03:59 Uhr

Flensburg | Der elfjährige Jannis aus der Klasse 5b der Flensburger Kurt-Tucholsky-Schule und die zwölfjährige Pranvera aus der 5. Klasse der Lyrskovskolen in Pattburg wissen noch nicht, in welcher Sprache sie kommunizieren wollen. Sie reden, gestikulieren, Jannis sucht den Blickkontakt; denn sie sollen zusammen ein Bild malen: ein Piratenschiff, mit löchrigen Segeln und verrotteten Planken, vielleicht auch einen bärtigen Kapitän mit Augenbinde. Die Aufgabe hat gerade Johannes Caspersen auf Deutsch formuliert, zuvor sein Kollege Rick Towle auf Dänisch.

Die beiden Künstler von beiden Seiten der Grenze leiten den Workshop im Rahmen des 8. deutsch-dänischen Kinderkunstfestivals. Es ist ein spannender Tag für die rund 40 Kinder. Zunächst bekamen sie eine Führung durch das Flensburger Schifffahrtsmuseum. "Viele von den Kindern waren noch nie in einem Museum", sagt die dänische Lehrerin Ane Lundby, "und schon gar nicht in einem ausländischen." Thomas Frahm vom Flensburger Kulturbüro, das das Projekt begleitet, ergänzt: "Viele Dänen wissen gar nicht, dass in diesem Museum ein gutes Stück dänische Seefahrtsgeschichte gezeigt wird."

Die Kinder knien auf den Holzdielen im zweiten Obergeschoss des alten Zollpackhauses, in dem das Schifffahrtsmuseum seit 1984 residiert. Zunächst malen sie Schiffe, die sie zuvor im Museum gesehen haben. Sie lernen, wie man mit nur sechs Farben im Tuschkasten viele weitere Farben mischen kann. Und staunen, als Johannes Caspersen nach nur einer viertel Stunde einen tollen Dreimaster als Aquarell auf das Papier gezaubert hat.

Jedes Jahr kommt es zu künstlerischen Begegnungen zwischen deutschen und dänischen Kindern, lernen sie Museen kennen und wie man Bilder malt. Rick Towle, der aus Boston/USA stammt, findet es toll, wie hier die Kinder zweier Nationen zusammengeführt werden und früh lernen, Vorurteile und Barrieren im Kopf aufzulösen.

Am Sonntag um 11 Uhr wird die Ausstellung mit den Kinderbildern im Schifffahrtsmuseum eröffnet. Danach gibt es noch einmal einen zweistündigen Workshop für alle.

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