zur Navigation springen
Schleswig-Holstein

20. Oktober 2017 | 11:39 Uhr

Des Nachts nur noch Tempo 30?

vom

Forderung aus Wahlprogramm der Grünen war Thema bei der Podiumsdiskussion von IHK und Kaufmannschaft zu Lübeck

shz.de von
erstellt am 16.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Lübeck | Die Forderung nach einem generellen Tempo 30 zwischen 22.30 und 6 Uhr war ein Thema in der Podiumsdiskussion, zu der die IHK zu Lübeck und die Kaufmannschaft die Spitzenvertreter der Bürgerschaftsfraktionen ins Hoghehus eingeladen hatten. Im Wahlprogramm der Grünen findet sich die Forderung, nachts ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern in Lübeck einzuführen. Begründet wird der Vorschlag mit Lärmreduzierung.

Auf Autobahnen, in deren Nähe die meisten Gewerbegebiete liegen würden, werde das natürlich nicht gelten, sagte Spitzenkandidat Thorsten Fürter. Für eine Überraschung sorgte Jan Lindenau. Das von den Grünen geplante Tempolimit sei auch für die SPD denkbar, sagte der SPD-Spitzenkandidat. In der Verkehrspolitik sei man sich sehr nahe, und an dieser Frage würde eine mögliche Kooperation mit nicht scheitern, so Lindenau. Die Forderung nach einem generellen Tempolimit von 30 km/h zu allen Zeiten würden die Grünen nicht mehr verfolgen, so Fürter.

CDU-Wirtschaftsexperte Klaus Puschaddel lehnte den Vorschlag klar ab. Lärm habe mehr mit der Fahrweise zu tun als mit dem Tempo. Schon jetzt gebe es "genug schwarze Säulen von Herrn Möller", so Puschaddel, der bei der Abstimmung nach 90 Minuten klarer Sieger wurde: Mehr als 25 Prozent der rund 100 Anwesenden votierten für die Positionen, die der CDU-Mann vertrat.

Nicolaus Lange, Geschäftsführer der Kaufmannschaft, und IHK-Kommunikationschef Thomas Waldner moderierten die Podiumsdiskussion. Beim Thema "Handel" hatte der Linken-Politiker Ragna Lüttke für den Bau einer S-Bahn geworben, die in europäischen Städten vergleichbarer Größe für eine Belebung der Altstadt gesorgt habe. Bruno Böhm (Freie Wähler) sprach sich für gestaffelte Parkgebühren aus, und FDP-Mann Thomas Rathcke verwies auf den Wunsch der Bürger, auch künftig mit dem Auto anreisen zu können.

"Um die Rolle Lübecks als Zugpferd für die Region zu stärken, bedarf es langfristiger Konzepte und innovativer Ideen. Dabei genügt es keineswegs lediglich Forderungen und Ansprüche an die Politik zustellen. Vielmehr ist die Wirtschaft selbst aufgefordert, Perspektiven des Wachstums aufzuzeigen und Handlungswege anzubieten. Deshalb wird die IHK zu Lübeck auch eine Zukunftsperspektive für die Hansestadt entwickeln, Handlungsempfehlungen ableiten und politische Weichenstellungen für den Wirtschaftsstandort aufzeigen", sagt IHK-Präses Friederike C. Kühn.

Der Präses der Kaufmannschaft, Michael Weiß, wünschte sich eine Bürgerschaft, deren Arbeit von "Pragmatismus und Lösungsorientierung geprägt ist und nicht von ideologischem Hickhack und selbstsüchtiger Profilierungssucht auf Kosten der Allgemeinheit". Angesichts der enormen Herausforderungen wünschte er sich eine berechenbare und belastbare Mehrheitskonstellation, die "Probleme beherzt und unkonventionell anpackt".

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen