Der Weg in die Zukunft

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17. März 2011, 07:22 Uhr

Lübeck | Es ist der Beginn einer neuen Zeit in Schleswig-Holstein: Die Landeshauptstadt Kiel und die Hansestadt Lübeck wollen enger zusammenrücken und stärker kooperieren - das hat es bisher nicht gegeben. Und Kiels Oberbürgermeister Thorsten Albig und sein Lübecker Amtskollege Bernd Saxe haben mit alten Gewohnheiten im Lande gebrochen: "Bisher ist es in Schleswig-Holstein ungewöhnlich, über Zusammenarbeit und Strukturen nachzudenken. Aber das müssen wir, denn die Strukturen stammen zum Teil noch vom Ende des 19. Jahrhunderts", sagte Albig.

Die Kernaufgabe der Verwaltungschefs in den beiden größten Städten des Landes werde es sein, zu zeigen, dass sich Zusammenarbeit lohnt. Das bekräftigten Saxe und Albig in der Diskussionsveranstaltung "Die Bedeutung von Kiel und Lübeck für die Zukunft Schleswig-Holsteins" in der IHK zu Lübeck vor mehr als 130 Teilnehmern aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik.

Die IHK hatte zu der Veranstaltung eingeladen. "Schleswig-Holstein befindet sich im Wandel, der Bevölkerungsverlust auf dem Land nimmt zu. Daher kommt den Städten eine besondere Bedeutung bei der Lösung der Zukunftsaufgaben zu", sagte IHK-Präses Christoph Andreas Leicht, der Einsparungspotenziale sieht.

Albig plädiert dafür, zentrale Dienste für alle Verwaltungen an einem Ort zu bündeln und damit vielfach vorhandene Strukturen abzuschaffen. Eine Effizienzsteigerung der auf ihre Kernaufgaben reduzierten Verwaltungen sei schon bald die Folge, Einsparungen würden sich aber erst nach bis zu 20 Jahren auswirken, sofern die Kommunen keine Mitarbeiter entließen.

Saxe betonte, eine enge Kooperation sei vor allem in den Bereichen Hafen, Logistik und Verkehr erforderlich. "Wir müssen uns fragen, ob wir als Land die Logistik-Drehscheibe des Nordens sein wollen, oder nicht. Falls ja, müssen wir handeln."

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