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Schleswig-Holstein

11. Dezember 2017 | 10:53 Uhr

Der Transport rollt

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Neue Zugverbindung vom Skandinavienkai nach Duisburg stärkt Lübeck im Wettbewerb

shz.de von
erstellt am 17.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Lübeck-Travemünde | Ein neuer intermodaler Zug mit sechs Abfahrten pro Woche und Richtung wird ab dem kommenden Mittwoch, 22. Mai, zwischen Travemünde und Duisburg-Hohenbudberg für den Transport von Trailern, Wechselbrücken und Containern eingerichtet. Betreiber dieser Verbindung ist European Cargo Logistics (ECL), eine 100-prozentige Tochter der Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG).

Intermodaler Verkehr ist eine mehrgliedrige Transportkette, bei der ein und dieselbe Transport- oder Ladeeinheit mit mindestens zwei verschiedenen Verkehrsträgern befördert wird.

European Cargo Logistics betreibt bereits seit längerem in Kooperation mit DHL eine marktoffene, intermodale Verbindung zwischen Lübeck und Verona mit fünf Abfahrten pro Woche und ist Agentur für die von der luxemburgischen CFL Multimodal betriebene Linie Lübeck-Bettembourg.

ECL Geschäftsführer Jörg Ullrich: "Mit dieser neuen Zugverbindung bieten wir unseren Kunden eine weitere Alternative, Ladung umweltschonend und zuverlässig über Lübeck zu transportieren." Mit einer Ladung von 26 Tonnen verursache ein Lkw auf der Strecke Lübeck nach Duisburg auf der Straße eine Emission von 426,7 Kilogramm CO2e. Ein Bahntrailer mit derselben Ladung jedoch nur 128,1 Kilogramm CO2e. Ullrich: "Der Bahntransport führt somit auf dieser Verbindung zu 70 Prozent weniger Emissionen."

Der Transport von Trailern, Wechselbrücken und Containern zwischen Lübeck und dem deutschen und europäischen Hinterland gewinnt zunehmend an Bedeutung. Die Be- und Entladung von sogenannten Intermodalzügen für den Verkehr mit den nordischen Ländernwird in Travemünde am RoRo-Terminal Skandinavienkai vorgenommen durch die Baltic Rail Gate (BRG), eine 50-prozentige Tochter der Lübecker Hafen-Gesellschaft.

LHG Geschäftsführer Heinrich Beckmann: "Es ist das erklärte Ziel der LHG, mit umweltfreundlichen Intermodalzügen die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Lübeck zu stärken." Der Lübecker Hafen ist der größte deutsche Ostseehafen und hat insbesondere im RoRo-Verkehr mit deutlich mehr als 700 000 Lkw und Trailereinheiten eine überragende Position.

Lübeck ist mit Abstand Marktführer im RoRo-Verkehr mit Schweden, Finnland und Russland. Durch die neue Verbindung wird in Zusammenarbeit mit dem am Skandinavienkai operierenden Reedereien insbesondere die Achse Südschweden / Ruhrgebiet gestärkt. Die Laufzeiten auf dieser Achse betragen im besten Fall rund 21 Stunden, zwischen Lübeck und Duisburg elf Stunden. Die Ladung in Süd- und Mittelschweden kann bis in den späten Abend übernommen werden und erreicht Lübeck per Nachtfähre. Am nächsten Tag erfolgt gegen Mittag die Verladung auf den Zug, so dass die Ladung am späten Abend den Terminal Duisburg-Hohenbudberg erreicht. Mittelfristig wird ein weiterer Ausbau des Verkehrs angestrebt.

Tobias Behncke (ECL): "Wenn sich das Geschäft wie geplant entwickelt, wird ECL die Verbindung auf zwei Abfahrten pro Tag erhöhen." Die Kapazitäten hierfür seien bereits vorhanden, denn sowohl das neuerrichtete Terminal in Duisburg-Hohenbudberg als auch das Terminal der Baltic Rail Gate in Travemünde am Skandinavienkai böten die entsprechenden Erweiterungsmöglichkeiten.

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