Prozess in Lübeck : Der Tod der singenden Wirtin

 Spurensicherung im Haus der 85-Jährigen. Die Kripo geht von einem Tötungsdelikt aus.  Foto: hok
Spurensicherung im Haus der 85-Jährigen. Die Kripo geht von einem Tötungsdelikt aus. Foto: hok

Sohn der 85-Jährigen muss sich in Indizienprozess verantworten

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06. April 2013, 09:07 Uhr

Travemünde | Am 18. Oktober vergangenen Jahres kam Pauschy R., die als singende Wirtin vom Priwall bekannt war, ums Leben. Sie wurde tot am Fuß der Kellertreppe ihres Hauses aufgefunden. Der Polizei kamen schon am Tatort Zweifel, dass es ein Unglücksfall sei. Seit gestern muss sich der Sohn in Lübeck vor Gericht erantworten.

Rettungskräfte und Polizei hatten die 85-Jährige leblos im Keller vorgefunden. Ihnen war aber schnell klar, dass weder die Lage noch die Art der Verletzungen von einem Sturz stammen konnten. Kriminaltechniker untersuchten das gesamte Haus und stellten unter anderem den Wagen der Familie sicher.

Der Tatverdacht richtete sich dann gegen den damals 57-jährigen Sohn. Er wurde noch am Tattag festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Er hat sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert und werde das vermutlich auch im Laufe des Prozesses nicht tun, so sein Anwalt. Das Landgericht muss deshalb einen umfangreichen Indizienprozess führen. Entsprechend lang ist die Liste der Zeugen: 35 Polizeibeamte und Nachbarn sollen angehört werden. Außerdem sind drei Sachverständige geladen. Das Gericht hat 13 Verhandlungstage angesetzt.

Auf den Zuhörerbänken im Gerichtssaal am Burgfeld in der Hansestadt saßen auch zahlreich Nachbarn. Pauschy R. war nicht nur auf der Priwall-Halbinsel überaus beliebt. Die Nachricht von einem möglichen Tötungsdelikt durch den Sohn hatte große Betroffenheit in Travemünde ausgelöst.

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