Digitalisierung in SH : Der Norden wird digital: Kieler Regierung stellt 220 Millionen Euro für Projekte bereit

<p>Glühen bald auch im Norden: Kabel der digitalen Verwaltung.</p>

Glühen bald auch im Norden: Kabel der digitalen Verwaltung.

Bibliotheks- und Bewohner-Parkausweise sollen künftig online beantragt werden können. Das ist nur eines von vielen Projekten.

shz.de von
27. November 2018, 18:33 Uhr

Kiel | Bibliotheks- oder Bewohner-Parkausweise einfach online beantragen, eine offene Datenbank für jedermann: Mit solchen Projekten will die Landesregierung die Digitalisierung in Schleswig-Holstein voranbringen. Sie eröffne dem Norden „Riesenchancen“, sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Dienstag nach einer Sitzung des Digitalisierungskabinetts.

Zehn Millionen will die Regierung für eine ganze Reihe kleinerer und größerer Projekte 2019 ausgeben. Das Geld kommt aus dem Sondervermögen „Impuls“. Es sind keine neuen Mittel. Beschlossen hat die Regierung ein Open-Data-Portal, das bereits im ersten Quartal des kommenden Jahres starten soll. Dort sollen für jedermann alle frei verfügbaren Daten zugänglich sein wie beispielsweise Umweltdaten, Schulstandorte und Informationen zu Denkmälern. Sie sollen in der Folge ausgebaut werden.

Alle Verwaltungsleistungen sollen künftig auch digital funktionieren

In einzelnen Verwaltungsverfahren soll bei der Auswertung von Satellitendaten der Einsatz künstlicher Intelligenz erprobt werden. So könnten nach Darstellung von Umwelt- und Digitalisierungsminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) beispielsweise Verschiebungen von Sandbänken analysiert und prognostiziert oder Veränderungen der Vegetation ausgewertet werden.

„Heute ist uns ein Aufbruch gelungen“, sagte Albrecht mit Blick auf die bewilligten Projekte. Er will die Menschen bei der Erarbeitung von Leitlinien zur Digitalisierung mitnehmen. Anfang kommenden Jahres soll eine Online-Denkwerkstatt an den Start gehen.

Etwas länger wird dagegen die Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes im Norden dauern. In den kommenden vier Jahren soll die öffentliche Verwaltung alle Leistungen auch digital über Verwaltungsportale anbieten - vom einfachen Bibliotheksausweis über das Erziehungsgeld bis zum Bewohner-Parkausweis.

Inklusive der Mittel für den Anschluss weiterer Schulen an das schnelle Glasfasernetz stehen im kommenden Jahr im Land nach Angaben der Regierung gut 220 Millionen Euro für Digitalisierung bereit. „Für das Land ist das eine enorme Summe“, sagte Albrecht. Auch im Ländervergleich liege Schleswig-Holstein damit im vorderen Bereich.

Klar sei aber jedem in der Regierung: „Wir brauchen noch mehr Investitionen.“

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