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Test in Baden-Württemberg : Der echte Norden im Film: Das sagt ein Experte aus dem Süden

vom

„Ich finde den Imagefilm ganz sympathisch“, sagt Andreas Braun von der Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg. Zwei Kritikpunkte hat er allerdings doch.

shz.de von
erstellt am 24.Nov.2014 | 16:08 Uhr

In Schleswig-Holstein heißen alle Petersen und das Wetter ist schlecht: Der neue Imagefilm „Der echte Norden“ soll mit solchen Vorurteilen gegenüber Schleswig-Holstein aufräumen.  Am Freitag fragte der shz.de die Leser nach ihrer Meinung zum neuen Werbestreifen.  Die Ansichten gingen weit auseinander: Von  „Ein gut gemachter Film“ bis  „Leider sehr bieder und blutarm“.  Hat man im Süden tatsächlich diese Vorurteile? shz.de zeigte den Streifen einem Tourismusexperten aus Baden-Württemberg.

„Ich finde den Imagefilm ganz sympathisch“, sagt Andreas Braun von der Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg. Er kennt Schleswig-Holstein von Besuchen, war in Lübeck, auf Sylt und auf Fehmarn zu Gast.  Das Vorurteil, dass hier oben alles platt sei, könne er bestätigen. Allerdings habe er auch die See und das Meer mit Schleswig-Holstein assoziiert.

Manche Vorurteile gibt es also noch, und deswegen empfiehlt sich ein ironischer Umgang damit. „ Der ist durchaus gelungen“, meint Braun.  Es seien auch keine schlimmen oder unsympathischen Vorurteile. Für den Tourismusexperten sind sie vielmehr ein rhetorisches Mittel: „Die Vorurteile sind ja ein Vehikel, um Überraschungseffekte zu setzen und mit überkommenden Erwartungen zu spielen.“ Die Shanties zum Beispiel werden genutzt, um dann klarzustellen, dass Schleswig-Holstein ebenfalls populär für Klassik- und Jazz-Festivals ist.

Manche der Vorurteile gebe es vielleicht in der Tat nicht mehr, meint Braun. Das Wetter im Norden sei gar nicht so schlecht wie sein Ruf.

Zwei Kritikpunkte hat Braun aber trotz des positiven Gesamteindrucks dann doch. Seiner Meinung nach ist der Streifen mit knapp fünf Minuten zu lang. Für Baden-Württemberg war er vor kurzem an der Produktion eines ähnlichen Imagefilms beteiligt. Der Streifen ist 2.13 Minuten lang.  „Nach meiner Erfahrung sollten solche Filme nicht länger als drei Minuten dauern.“

Schleswig-Holstein ist ein schönes Land, findet Braun. „Was mir fehlt, ist so ein bisschen das sympathische Urlaubsland SH. Die soft skills fehlen.“ Aber gerade die seien bei einem Imagefilm sehr wichtig.  Braun kommt aber noch ein ganz anderer Gedanke: „Alle Bundesländer machen Kampagnen, um Fachkräfte anzuwerben.“  Dabei sei das Umfeld und die Infrastruktur wie etwa Radwege oder Sportmöglichkeiten von Bedeutung - die aber in dem Film sehr wenig vorkommen.

 

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