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Schleswig-Holstein

18. Dezember 2017 | 23:52 Uhr

Dem Sanierungsstau auf der Spur

vom

Finanzministerin Heinold besucht Flensburger Justizbehörden / Land investiert drei Millionen Euro für Schwammsanierung und Brandschutz

shz.de von
erstellt am 02.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Flensburg | "Ein fantastisches Gebäude, einer der schönsten Gerichtsbauten in Schleswig-Holstein", urteilt Finanzministerin Monika Heinold beim Besuch der Justizbehörden in Flensburg. Aber nicht nur schön, sondern auch alt. Gebaut zur Kaiserzeit in den Jahren 1880 bis 1882, gehören Sanierungs- und Renovierungsarbeiten fast zum Alltag eines so betagten Hauses. Bei ihrem Besuch in Flensburg verschaffte sich die Grünen-Politikerin, die als Finanzministerin für die Liegenschaften des Landes zuständig ist, einen Eindruck vom Fortgang der seit Beginn des Jahres laufenden Sanierungsarbeiten.

Drei Millionen Euro werden aktuell in die Sanierung der Flensburger Justizbauten investiert - angesichts des gesamten Investitionbedarfs des Landes von 1,25 Milliarden Euro bis 2020 ein Klacks. Im Altbau des Gerichtskomplexes am westlichen Fördehang muss vor allem der Brandschutz auf den neuesten Stand gebracht werden: Die Brandmeldeanlage wird erneuert, automatische Brandschutztüren werden eingebaut, jeder Raum und jeder Flur erhalten einen Rauchmelder, und eine Sprühnebellöschanlage wird installiert. An der Außenseite verbessert eine Spindeltreppe die Fluchtmöglichkeiten im Brandfall.

"Im Herbst 2012 entdeckten wir völlig überraschend einen schweren Schwammbefall im Dachgeschoss", berichtet Volker Willandsen, Präsident des Landgerichts. Dieser Schaden machte eine weitgehende Sanierung des Dachgeschosses erforderlich. Zur Entsorgung der befallenen Holzteile habe der Bauherr, die Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH), eigens einen Fahrstuhl an der Außenwand angebracht, "damit das Holz nicht durch das Haus transportiert werden muss, wobei sich womöglich Schwammsporen hätten verteilen können." Willandsen betont, dass die GMSH sofort gehandelt habe, als die Schäden entdeckt waren.

Aus der vierten Etage muss das Familiengericht für vier bis fünf Monate in Container auf dem Hof ausquartiert werden. Mauerwerk, Putz und Decken werden hier erneuert, weil sich der Schwamm ausgebreitet hatte. Geplant ist, im Jahr 2014 das Dach des Altbaus zu erneuern.

Für die fertiggestellten, begonnenen und noch geplanten Arbeiten reichen die drei Millionen Euro, die für die Flensburger Justizgebäude zur Verfügung stehen, voraussichtlich aus. In dieser Summe sind jedoch nicht die Kosten für die Sanierung jener Räumlichkeiten enthalten, in denen die Gerichtshistorische Sammlung untergebracht ist. Dabei handelt es sich um ein kleines, aber äußerst seltenes Museum zur schleswig-holsteinischen Gerichtsbarkeit seit 1867. Die Sammlung ist seit ihrer Etablierung im Jahr 1987 provisorisch untergebracht und bräuchte auf Grund der sehr alten, empfindlichen Dokumente nicht zuletzt auch Räume, die gleichmäßig temperiert werden können.

"Wir suchen nach einer Lösung für die Frage", sagt Willandsen, bestätigt von der Finanzministerin. "Die Gerichtshistorische Sammlung ist mir ein Anliegen", ergänzt die Flensburger SPD-Landtagsabgeordnete Simone Lange und verdeutlicht, dass es nicht allein eine Aufgabe der Justiz und der Liegenschaftsverwaltung sein könne, sie zu sichern. "Das ist auch Kultur", betont Lange.

Schwer beeindruckt zeigt sich die Kieler Ministerin nicht nur im großen Schwurgerichtssaal, der nach der Entdeckung des Schwammbefalls kurzfristig gesperrt werden musste, sondern auch im gläsernen Treppenhaus, der "Spange" zwischen Alt- und Neubau, errichtet in den 80er-Jahren durch die renommierten Hamburger Architekten von Gerkan, Marg & Partner. Allein die Treppenflucht erstrecke sich über acht Geschosse, erklärt Willandsen.

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