Dauer-Ärger um Fähr-Tarife

Vom Travemünder Ufer zum Priwall fahren die defizitären städtischen Fähren. Foto: st
Vom Travemünder Ufer zum Priwall fahren die defizitären städtischen Fähren. Foto: st

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07. Januar 2011, 09:23 Uhr

Travemünde | Die Bewohner der Halbinsel Priwall in Travemünde können nur mit einer städtischen Personen- und Autofähre ihr Domizil erreichen. Seit Jahren wird über die Preise der Priwall-Fähre gestritten, im vergangenen Jahr beschloss die Lübecker Bürgerschaft dann einen Kompromiss. Der Unmut bleibt. Der Verein der Besitzer von Wochenendhäusern auf der Halbinsel fordert jetzt eine Rückkehr zum alten Tarifsystem.

Über mehrere Monate demonstrierten die Anwohner des Priwalls. Der Grund: Sie sollten deutlich mehr zahlen, die Jahreskarte für ein Auto sollte über 1000 Euro kosten. Gleichzeitig lief ein Vertrag mit der "Ostsee-Card" aus, der Urlaubern eine kostenlose Nutzung der Fähre ermöglichte. 25 000 Euro wurden dafür pauschal im Jahr gezahlt. Das war deutlich zu wenig, wie eine Untersuchung ergab. In Zukunft sollten bis zu 170 000 Euro im Jahr für die Touristen-Beförderung fließen.

Nach langen Diskussionen beschloss die Bürgerschaft im vergangenen Jahr ein neues System. So müssen jetzt auch Personen im Auto ein Ticket lösen und auch das Fahrrad darf nicht mehr kostenlos mit. Im Gegenzug fielen die Erhöhungen für die Dauerkarten niedriger aus und Priwall-Bewohner können die Fähre - ohne Fahrzeug - kostenlos nutzen.

Inzwischen prüft die Politik, ob man die Fahrräder wieder kostenlos befördern kann. Dann müssten aus der Stadtkasse jedes Jahr 50 000 bis 60 000 Euro an den Fährbetrieb überwiesen werden.

Jetzt macht der Interessenverband der Priwall-Wochenendhausbesitzer Druck. Er fordert die Rückkehr zum alten Tarifsystem: "Wenn nicht wenigstens die OstseeCard die kostenlose Überfahrt mit der Fähre für die Person mit Fahrrad und zwei kostenlose Fahrten mit der Fähre einschließlich Fahrer (für An- und Abfahrt) enthält, ist es widersinnig, wenn von der Mehrheit der Bürgerschaftsfraktionen im Rahmen von Waterfront für den Priwall 2000 weitere Betten geplant werden. Objektiv und ohne politische Verschleierung ist zu befürchten, dass für viele Besucher, Urlauber und Gäste der erste Besuch auf dem Priwall auch der letzte sein wird!"

Das Thema wird die Politik sicherlich noch lange beschäftigen. Und dabei wird es nur um eine Frage gehen: Wie weit kann eine Stadt wie Lübeck die Preise subventionieren?

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