zur Navigation springen

EUGH-Urteil : Datenschützer aus Hamburg und SH kritisieren Google

vom

Google setzt das EuGH-Urteil zum Vergessenwerden im Netz um. Datenschützer reagieren mit scharfer Kritik. So sei die Speicherung des Personalausweises durch nicht-öffentliche Stellen nicht zulässig, mahnt Datenschützer Johannes Caspar.

shz.de von
erstellt am 30.Mai.2014 | 17:05 Uhr

Mountain View | Google beugt sich europäischem Recht: Europäer können ab sofort die Löschung unerwünschter Suchergebnisse über sie beantragen. Der US-Konzern stellte am Freitag ein entsprechendes Formular ins Netz. Damit setzte Google nach gut zwei Wochen das Urteil des Europäischen Gerichtshofs zum Recht auf Vergessenwerden im Internet um. Google-Chef Larry Page zeigte sich offener für europäische Datenschutz-Bedenken, warnte aber zugleich vor möglichen negativen Folgen des EuGH-Urteils für Innovationen und Demokratie.

Die Antragsteller müssen die Forderung zu jedem Link begründen und die Kopie eines Ausweises hochladen, um einen Missbrauch der Funktion zu vermeiden. Google werde jede Anfrage individuell prüfen und zwischen den Datenschutzrechten des Einzelnen und dem Recht der Öffentlichkeit auf Auskunft und Informationsweitergabe abwägen, hieß es.

Die Ausweispflicht stieß auf Kritik des in Deutschland für Google zuständigen Hamburger Datenschützers Johannes Caspar. Die automatisierte Speicherung des Personalausweises durch nicht-öffentliche Stellen sei laut Gesetz nicht zulässig, erklärte er. Google müsse nun „unverzüglich nachbessern“. Das Formular verlangt nach einer „Kopie Ihres gültigen Führerscheins, Personalausweises oder eines anderen gültigen Lichtbildausweises“.

Auch Thilo Weichert, Datenschutzbeauftragter für Schleswig-Holstein, äußerte sich kritisch: „Google hätte mindestens darauf hinweisen müssen, dass nicht benötigte Daten geschwärzt werden können. Auch wenn diese Methode fehleranfällig ist. So kann und sollte auf die Ausweisnummer, Geburtsdatum und Geburtsort völlig verzichtet werden.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen