Eisvergnügen : Das sollten Sie über sichere Eisflächen wissen

Zugefrorene Seen versprechen schnell ein ganztägiges Eisvergnügen. Einige Hinweise sollte man jedoch unbedingt beachten.

Zugefrorene Seen versprechen schnell ein ganztägiges Eisvergnügen. Einige Hinweise sollte man jedoch unbedingt beachten.

Wann werden welche Eisflächen freigegeben? Und wie sollte man sich bei einem Einbruch verhalten. shz.de hat einige Tipps.

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28. Februar 2018, 12:21 Uhr

Die Verlockung ist groß: Zugefrorene Seen laden zum Schlittschuhlaufen, Eishockeyspielen und Eisstockschießen ein. Besonders nach so vielen frostigen Tagen dürfte die Eisdecke doch halten, oder? Falsch. Der Landesfeuerwehrverband Schleswig-Holstein warnt ausdrücklich davor, nicht freigegebene Eisflächen zu betreten.

Wann werden Eisflächen freigegeben?

Eine pauschale Stärke des Eises gibt es für die Freigabe nicht. Ob eine Eisfläche freigegeben werden kann, ist stark vom Gewässer abhängig. Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle. Handelt es sich um ein flaches oder tiefes Gewässer? Gibt es einen oder mehrere Zuflüsse? Wie stark ist das Ufer bewachsen?

Aufgrund der vielen Faktoren, die berücksichtigt werden müssen, ist es nicht möglich eine kreis- oder gar landesweite Freigabe für Gewässer auszusprechen, erklärt Volker Arp vom Landesfeuerwehrverband auf Nachfrage von shz.de.

Wer ist für die Freigabe zuständig?

Die Zuständigkeit liegt bei den Ordnungsbehörden vor Ort. Jede einzelne Eisfläche muss von der zuständigen Behörde individuell geprüft werden. Im Idealfall sind an den Seen Schilder aufgestellt, die Auskunft darüber geben, ob die jeweilige Eisfläche gesperrt oder freigegeben ist. Ist ein solches Schild nicht vorhanden, ist dies jedoch kein Freifahrtschein. Grundsätzlich gilt, die Eisfläche nicht zu betreten. Einige Gemeinden geben eine offizielle Auskunft raus, wenn ein Gewässer freigegeben ist. Wer sich unsicher ist, kann bei der Gemeinde oder Stadt anrufen, um sich zu vergewissern.

Worauf sollte man achten?

Auch wenn eine Eisfläche freigegeben wurde, sollte man eigene Bedenken ernst nehmen. Hierzu können einige Tipps beachtet werden:

  • Kinder sollten über die Gefahren auf dem Eis aufgeklärt werden.
  • Einsame Ausflüge auf dem Eis sollten unbedingt vermieden werden – es sollte immer jemand vor Ort sein, der Hilfe holen kann.
  • Wenn das Eis knistert und knackt, Risse aufweist oder schwallweise Wasser auf die Oberfläche tritt, sollte die Eisfläche nicht betreten werden.
  • Sollte man sich bereits auf dem knackenden Eis befinden, gilt: Flach hinlegen, um das Gewicht auf eine größere Fläche zu verteilen. Ohne ruckartige Bewegungen zum Ufer robben.
  • Vorsicht ist nicht nur bei fließendem Gewässer, verschneiter Oberfläche und bewachsenem Ufer geboten – auch an Ein- und Ausflüssen kann die Eisdicke plötzlich abnehmen. Vor allem an dunklen Stellen kann das Eis zu dünn sein. Hier droht Einbruchgefahr.

In einem Archiv-Video von 2012 erklärt die Feuerwehr Elmshorn, warum das Betreten von Eisflächen gefährlich ist.

Was ist im Unglücksfall zutun?

Innerhalb weniger Minuten in rund drei bis vier Grad kaltem Wasser erschlaffen die Muskeln, der Körper erlahmt, die eingebrochene Person geht unter.

  • Im Unglücksfall muss sofort über den Notruf 112 Hilfe gerufen werden.
  • Bei unübersichtlichem Gelände kann ein Einweiser an einer markanten Wegkreuzung die Anfahrt der Rettungskräfte erleichtern.
  • Wer einbricht, sollte versuchen, sich vorsichtig am Eis festzuhalten oder darauf zu ziehen. Wenn das Eis weiter bricht, kann man sich mit Fäusten oder Ellenbogen einen Weg zum Ufer frei schlagen.
     

Wie sollten sich Helfer verhalten?

Helfer sollten sich nicht selbst in Gefahr bringen: Die Eigensicherung sollte gewährleistet sein. Leinen, Schwimmwesten, oder ein Rettungsring sind auch im Winter Lebensretter. Außerdem sollten sich Helfer nicht zu weit hinaus wagen.

Wer sich zum Helfen auf die Eisfläche begibt, sollte dafür eine Unterlage (Leiter, Bretter, Zaun, Hockeyschläger) verwenden, um das Gewicht zu verteilen. Die Hilfsmittel kann man der eingebrochenen Person zuschieben. Eine quer über die Einbruchstelle gelegte Unterlage oder Äste machen die Rettung leichter.

Gerettet. Und jetzt?

Gerettete sollten umgehend in warme Decken oder Jacken gehüllt und vorsichtig erwärmt werden. Das als „Hausmittel“ bekannte Abreiben mit Schnee sollte unbedingt unterlassen werden, warnt der Landesfeuerwehrverband.  Außerdem sollte unterkühlten Personen keinen Alkohol gegeben werden. Stattdessen hilft ein möglichst warmer Tee.

Eislaufbahnen in Hamburg und Schleswig-Holstein

Wem der Besuch auf den Seen trotzdem zu unsicher erscheint, der kann eine der ständigen Eislaufbahnen besuchen. Unsere interaktive Karte bietet eine Übersicht.

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