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Ehrungen für Tierhalter : Das macht eine Kuh zur guten Kuh

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Die Landwirtschaftskammer ehrte am Dienstag beispielhafte Leistungen von Tierhaltern aus der Rinder- und Pferdezucht. shz.de hat sich gefragt, worauf die sachverständige Jury achtet.

shz.de von
erstellt am 18.Aug.2014 | 20:52 Uhr

Tensbüttel-Röst | „Die Schönste ist nicht immer die Beste.“ Der Geschäftsführer der Rinderzucht Schleswig-Holstein eG, Matthias Leisen, spricht in diesem Fall von Rindern. Um ganz genau zu sein meint er Zuchtrinder, von denen Leistungsstärke und Produktivität erwartet werden. Die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein ist sich bewusst, welch große Aufgabe Tierhalter zu bewältigen haben und ehrt einmal im Jahr beispielhafte Leistungen von Tierhaltern aus der Rinder- und Pferdezucht. Was macht eine Kuh zu einer guten Kuh?

1. Alles für die Kühe, alles für die Athleten

Ein Betrieb, der Rinder züchtet, erhält nach den Maßstäben der Landwirtschaftskammer nicht dann eine Ehrung, wenn besonders schöne Kühe im Stall stehen, sondern das gesamte Umfeld optimal ist für die Tiere. Im Kreise der Züchter und Landwirte werden die Tiere nämlich nicht als Nutztiere angesehen, sondern - wie die Pressesprecherin der Landwirtschaftskammer, Isa-Maria Kuhn, sagt - als Athleten betrachtet. Schließlich müssen sie Kälber zur Welt bringen, Milch produzieren und immer gut im Futter stehen.

2. Der Output muss stimmen

Die hohen Anforderungen an Kühe kennt Geschäftsführer Leisen genau: „Heutzutage steht die funktionelle Kuh im Vordergrund, die leistungsstark ist und viele Nachkommen bringt.“ Eine durchschnittliche schwarz-bunte Kuh produziert 9000 Liter Milch im Jahr. Kühe, die auch für die Fleischproduktion gezüchtet werden, in etwa 5000 bis 1000 Liter weniger, erklärt Leisen.

3. Zu dünn? Zu dick? Zwei No-Goes

Damit die Proportionen bei einer Kuh stimmen, ist es wichtig, dass sie ausreichend Futter bekommt und stets mit Mineralien versorgt ist, damit sie nicht „zu dünn oder zu fett“ wird. Kuhn vergleicht die Tiere mit einer stillenden Frau - auch bei einer werdenden Mutter sei die richtige Ernährung von großer Bedeutung.

4. Ein bisschen Platz muss sein

Wenn der Bauer will, dass seine Kühe ordentlich Milch produzieren und alle zwei Jahre kalben, dann muss er sich auch um die Schlafsituation seiner Tiere kümmern. Denn „eine Kuh muss viel liegen“, sagt Isa-Maria Kuhn. Ein zu enger Stall führt nur zu Ungereimtheiten zwischen jungen und alten Kühen. Wenn es zu eng ist, würden die dominanten Tiere, die jüngeren verdrängen.

5. Leise rieselt das Wohlbefinden

Neben einem komfortablen Liegeplatz spielt die Luft in einem Kuhstall ebenfalls eine große Rolle. Kühe mögen es gar nicht, wenn es stickig ist. Um dem Wohl der Tiere nicht im Wege zu stehen, installiert der Tierhalter am besten eine Art Sprenger über den Köpfen der Kühe. Der leicht rieselnde Schauer kommt dem Wohlsein der Tiere entgegen.

6. Pralle Euter - und alle sind zufrieden

Auch wenn Äußerlichkeiten für die Landwirtschaftskammer von geringerer Bedeutung sind, so fällt der Blick dennoch auf die Euter der Kühe. Experten sprechen von drüsigen und gut befestigten Eutern. „Da gibt es aber auch unterschiedliche Geschmäcker“, klärt Isa-Maria Kuhn auf.

7. Jede spielt in ihrer Liga

Während die Ehrungen der Landwirtschaftskammer das komplexe Gesamtbild eines Zuchtbetriebes berücksichtigen, werden so genannte Schaukühe nur auf ihre äußeres Erscheinungsbild „reduziert“. Pressesprecherin Kuhn gibt einen Einblick in die „Modelwelt“ der Wiederkäuer: „Die Kühe werden nach Altersklassen eingeteilt. Eine 40-Jährige vergleicht man ja schließlich auch nicht mit einem Topmodel.“ Darüber hinaus spiele es bei Schaukühen auch eine Rolle, wie häufig sie bereits gekalbt haben.

Zum Ergebnis von Dienstag: Die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein ehrte drei Betriebe für beispielhafte Leistungen in der Tierhaltung. In diesem Jahr wurde die Auszeichnung an die Rinderzuchtbetriebe Hans & Thies Karstens GbR in Tensbüttel-Röst und Beecken-Wischmann GbR in Henstedt-Ulzburg sowie an den Trakehner-Zuchtbetrieb Elke von Lingelsheim in Rondeshagen verliehen.

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