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Regionaler Jahresrückblick : Das hat uns in SH 2016 bewegt – von April bis Juni

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Ein Schleswiger Pärchen filmt einen Tornado und die Bauern kämpfen für höhere Milchpreise. Das Quartal im Rückblick.

Vom 27. bis 30. Dezember veröffentlicht shz.de quartalsweise einen Jahresrückblick. Den ersten Teil lesen Sie hier.

5. April: Streit um Flüchtlingsheime in Hamburg

In Hamburg formiert sich der Protest gegen große Flüchtlingsunterkünfte. Die Initiative „Hamburg für gute Integration“ startet im April ein Bürgerbegehren. Da die bereits erfolgreiche Volksinitiative auf Landesebene keine aufschiebende Wirkung hat, wählt sie nun zusätzlich den Weg über die sieben Bezirke der Stadt. Anders als bei Volksinitiativen müssen bei Bürgerbegehren alle Arbeiten ruhen.

Im Juli 2016 kommt es zur Einigung mit den Regierungsfraktionen. Nach zähen Verhandlungen wird der Streit beigelegt. Der Senat sagte zu, dass alle neu zu planenden Flüchtlingsquartiere nur noch höchstens 300 Plätze erhalten werden. Das entspricht exakt der Forderung der Initiative, die sich im vergangenen Jahr wegen der von der Stadt geplanten Flüchtlingssiedlungen mit bis zu 3000 Plätzen gegründet hatte. Bereits bestehende größere Unterkünfte sollen allerdings einstweilen unverändert bleiben, müssen erst zum Jahr 2019 ebenfalls verkleinert werden.

6. April: 16-Jährige Quickbornerin erkrankt zum zweiten Mal an Krebs

<p>Kim Seeger hat Blutkrebs.</p>

Kim Seeger hat Blutkrebs.

Foto: Pinneberger Tageblatt
 

Ihr Schicksal schockiert die shz.de-Leser im April: Kim Seeger aus Quickborn im Kreis Pinneberg ist erst 16 Jahre alt und bekommt schon zum zweiten mal die bittere Diagnose: Leukämie. Der Artikel über eine Typisierungsaktion verbreitet sich in ganz Schleswig-Holstein. Im Mai wird eine Knochenmarkspenderin in Warschau gefunden. Doch wie im Dezember bekannt wurde, richteten sich die Stammzellen gegen ihren Körper.

13. April: SPD-Landeschef Stegner bleibt in Schleswig-Holstein

Ralf Stegner: „Ich habe nicht den Eindruck, dass meine Aufgabe beendet ist.“

Ralf Stegner: „Ich habe nicht den Eindruck, dass meine Aufgabe beendet ist.“

Foto: dpa
 

Monatelang wurde spekuliert: Wechselt Ralf Stegner von der Förde nach Berlin in den Bundestag? Am 13. April setzt der SPD-Fraktionschef den Gerüchten ein Ende und gibt bekannt, dass er weiter Landespolitik in Schleswig-Holstein machen will. Stegner kandidiert 2017 erneut für den Landtag und nicht für den Bundestag. „Ich habe nicht den Eindruck, dass meine Aufgabe beendet ist“, sagt Stegner. Stegner gilt als maßgebliche Führungsfigur in der Koalition aus SPD, Grünen und SSW mit Ministerpräsident Torsten Albig (SPD).

15. April: Letzter Linienflug ab Lübeck startet

 

Zum vorerst letzten Mal startet ein Linienflug vom insolventen Flughafen Lübeck-Blankensee. Ziel der Wizz Air-Maschine ist Sofia. Die ungarische Billigfluggesellschaft will künftig Hamburg statt Lübeck anfliegen. Die irische Ryanair hatte Lübeck bereits 2014 den Rücken gekehrt. Unterdessen führt Insolvenzverwalter Klaus Pannen weitere Gespräche mit drei potenziellen Investoren für den Flughafen. Am 1. Juli steht endgültig fest: Der Unternehmer Winfried Stöcker übernimmt den Flughafen. Seine Firma Euroimmun liegt in unmittelbarer Nachbarschaft des Airports. Für ein so technologisch orientiertes Unternehmen mit mehr als 2000 Mitarbeitern sei der Flughafen ein Standortvorteil und fast eine Voraussetzung, sagte Stöcker.

 

20. April : Gericht erlaubt Bau von Flüchtlingsheim im Nobelstadtteil Blankenese

 

Während die „Initiative für gute Integration“ gegen größere Flüchtlingsunterkünfte kämpft, will man im Nobelstadtteil eigentlich gar kein Flüchtlingsheim. Nachdem Anwohner am 5. April Baumfällungen für den Bau einer Unterkunft verhinderten, hob das Oberverwaltungsgericht Hamburg den Baustopp wieder auf. Am 6. April hatte die Vorinstanz den Bau des Pavillondorfes mit neun Gebäuden für insgesamt 192 Flüchtlinge am Björnsonweg zunächst noch untersagt.

Doch damit war der Streit nicht zu Ende: Im Juni gewährte das Verwaltungsgericht den erneuten Widerspruch der Anwohner. Im August wurde der vorläufige Baustopp bestätigt. Noch sind in Blankenese keine Bagger in Sicht.

21. April: Pflicht-Feuerwehr für Friedrichstadt

Als die Stadtfeuerwehr noch im Stadtfeld Krähennester aus den Bäumen spritzte, war die Welt für die Aktiven noch in Ordnung.
Als die Feuerwehr noch im Stadtfeld Krähennester aus den Bäumen spritzte, war die Welt für die Aktiven noch in Ordnung. Foto: ume

Die Auflösung der Freiwilligen Feuerwehr Friedrichstadt im Kreis Nordfriesland spaltet die Stadt in zwei Lager. Ende April werden die Mitglieder der Zwangswehr bestellt, was den Streit weiter eskalieren lässt. Denn ehemalige freiwillige Feuerwehrleute fühlen sich düpiert und nicht wertgeschätzt. Der Kreis Nordfriesland sieht sich durch einen Streit innerhalb der Wehr genötigt, die Anerkennung als Freiwillige Feuerwehr zu kassieren und eine Pflichtwehr ins Leben zu rufen. 75 Bürger der Stadt, alle unter 50 Jahre alt, erhalten daraufhin den „Einberufungsbescheid“. Mittlerweile sind von ihnen noch 16 aktiv. Der Rest hat erfolgreich Widerspruch gegen die Zwangsverpflichtung eingelegt.

21. April: „Aidaprima“ im Heimathafen Hamburg

 

Das neue Flaggschiff der Rostocker Kreuzfahrtreederei Aida Cruises, die „Aidaprima“, wird in seinem neuen Heimathafen Hamburg zum Stammgast. Die Bauzeit des Schiffs für maximal 3300 Passagiere in Japan hatte sich um mehr als ein Jahr auf zwei Jahre und acht Monate verlängert, weil die Konstruktion des Prototypen mit einem Dual-Fuel-Motor für Marinediesel und Flüssiggas anspruchsvoll war. Nach der April-Premiere kam das Schiff in der Saison noch 39 mal an die Elbe.

24. April: Nord-Grüne für Habecks Bundestags-Spitzenkandidatur

Robert Habeck würde gerne für die Grünen als Spitzenkandidat bei der Bundestagswahl antreten.

Robert Habeck würde gerne für die Grünen als Spitzenkandidat bei der Bundestagswahl antreten.

Foto: dpa
 

Robert Habeck setzt seit diesem Jahr alles auf eine Karte: Entweder wird er Spitzenkandidat der Grünen bei der kommenden Bundestagswahl oder er zieht sich aus der Politik zurück. Am 24. April bekommt er Rückendeckung von den Nord-Grünen. „Lasst uns die Grünen zur prägenden Kraft dieser Zeit machen“, sagt er auf einem Landesparteitag. Nach den Protestjahren und den rot-grünen Projektjahren komme nun eine neue Phase der Grünen. Es wäre zu kurz gesprungen, jetzt nach dem rot-grünen Projekt ein schwarz-grünes Projekt zu entwickeln: „Wir dürfen uns der CDU nicht anbiedern. Wir müssen sie herausfordern.“ Habeck (46) erhält 105 von 129 abgegebenen Stimmen, 81,4 Prozent. Bis zum 13. Januar können alle Parteimitglieder abstimmen. Dann wird das Ergebnis verkündet.

 

24. April: 15 Verletzte bei Massenkarambolage auf Autobahn

Bei einer Massenkarambolage auf der A23 zwischen Albersdorf und Heide (Kreis Dithmarschen) rasen während eines starken Hagelschauers etwa 20 Fahrzeuge ineinander. 15 Verletzte kommen in Krankenhäuser. Die A23 bleibt wegen des Unfalls mehrere Stunden voll gesperrt. Die Autos waren zwei Kilometer vor einer Baustelle zusammengestoßen. Einige wurden völlig demoliert.

24. April : Hörspielmacher „Onkel Titus“ gestorben

 

Generationen von Kindern haben Europa-Hörspielkassetten von Winnetou über Hanni und Nanni bis zu TKKG gelauscht - oder sind mit Onkel Titus (Die drei ???) zu Bett gegangen. Sein Sprecher, der Musikwissenschaftler Andreas Beurmann, stirbt im Alter von 88 Jahren. Er hatte 1977 Gut Hasselburg in Ostholstein gepachtet und die Gebäude aufwendig instandsetzen lassen - für Konzerte und andere Aufführungen.

26. April: Milliarden-Schlappe für TKMS in Kiel

<p>Schlechte Nachricht für TKMS in  Kiel: Australien hat sich für den französischen Schiffbaukonzern DCNS entschieden.</p>

Schlechte Nachricht für TKMS in  Kiel: Australien hat sich für den französischen Schiffbaukonzern DCNS entschieden.

Foto: dpa
 

Die australische Entscheidung gegen U-Boot-Technologie aus Kiel sorgt in Schleswig-Holstein für reichlich Enttäuschung. „Das ist überraschend“, sagte der Kieler IG-Metall-Chef und stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende von ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS), Peter Seeger. Im Aufsichtsrat habe bis zuletzt große Zuversicht geherrscht. Die Australier wählten stattdessen den staatlichen französischen Schiffbaukonzern DCNS als bevorzugten Partner. Der über Jahrzehnte gestreckte Auftrag hat ein Volumen von rund 35 Milliarden Euro und wäre für ThyssenKrupp einer der größten Aufträge der Unternehmensgeschichte gewesen.

29. April: Razzien in Pflegeheimen im Norden wegen Verdachts auf Sozialbetrug

Bei Razzien in 110 Pflegeheimen und Kliniken beschlagnahmen Staatsanwaltschaften und Zoll zahlreiche Unterlagen. Es geht um den Verdacht, dass Pflegekräfte als Scheinselbstständige beschäftigt und auf diese Weise Sozialabgaben in Höhe von 6,1 Millionen Euro in den Jahren 2010 bis 2016 nicht gezahlt wurden. 650 Kräfte von Zoll und Staatsanwaltschaften sind im Einsatz. Gegen Verantwortliche in 237 Einrichtungen laufen Ermittlungsverfahren. Sozialministerin Kristin Alheit (SPD) spricht von einem Skandal.

30. April: Schauspieler Uwe Friedrichsen stirbt mit 81 Jahren

 

Der Schauspieler Uwe Friedrichsen stirbt mit 81 Jahren in einem Hamburger Krankenhaus. Der gebürtige Altonaer galt als einer der bekanntesten Schauspieler in Deutschland. Gustaf Gründgens hatte ihn 1956 für seine legendäre „Faust“-Inszenierung ans Hamburger Schauspielhaus geholt, dessen Ensemble er bis 1968 angehörte. Danach war Friedrichsen in zahlreichen Fernsehproduktionen zu sehen, darunter in der Wirtschaftskrimi-Serie „Schwarz-Rot-Gold“ und der „Sesamstraße“ neben Lilo Pulver und Horst Janson.

Im Oktober wurde sein Nachlass versteigert.

3. Mai: Verfassungsschutzbericht: Mehr Extremisten bekämpfen Demokratie

Die abstrakte Gefahr eines Terroranschlags durch Islamisten ist laut Innenministerium auch in Schleswig-Holstein anhaltend hoch. Konkrete Hinweise auf geplante Terrorakte gebe es weiterhin nicht, sagt Innenminister Stefan Studt (SPD) zum Verfassungsschutzbericht. Die Zahl der Rechtsextremisten nahm 2015 laut Verfassungsschutz von 1070 auf 1300 zu, die der Linksextremen sank minimal auf 670. Es gab auch mehr Straftaten. Die Erkenntnisse seien kein Grund für Alarmismus, aber für Sorge und Aufmerksamkeit, sagt Studt. Dankbar sei er dafür, dass der Verfassungsschutz im Land um 20 auf 120 Stellen aufgestockt wurde.

4. Mai: Bauer „sieht rot“ und schrottet mit Trecker zehn Autos

 

Das war wohl einer der spektakulärsten Polizeieinsätze des Jahres: Ein auf dem Dach liegender Polizeiwagen, mehrere demolierte Behördenfahrzeuge und ein Traktor mit zerschossenen Reifen - ein Bild der Verwüstung hinterlässt ein wütender Bauer in Ascheberg bei Plön. Offenbar aufgebracht über Maßnahmen des Veterinäramtes hatte der 53-Jährige mit dem Trecker zehn Autos gerammt und teilweise zerstört, darunter fünf Polizeiwagen. Polizisten können den Viehzüchter erst stoppen, nachdem sie die Reifen seines Traktors zerschossen hatten. Ausgerastet war der Mann offenbar, weil Mitarbeiter des Amtes und Arbeiter einer Firma auf dem Bauernhof unter Polizeischutz 22 Rinder des Betriebs tierärztlich untersucht und teilweise mit Ohrmarken registriert hatten.

Am 8. Dezember landet der Fall vor Gericht. Strafrechtlich wird der Landwirt für seine Amokfahrt nicht zur Verantwortung gezogen. In dem Sicherungsverfahren geht es auf Antrag des Staatsanwalts um die dauerhafte Unterbringung des Mannes in der Psychiatrie. Zum Tatzeitpunkt litt der Mann, der bereits frühere Klinikaufenthalte hinter sich hat, „unter einer wahnhaften Symptomatik“, sagte der Staatsanwalt.

10. Mai: Hamburger SV trennt sich von Sportchef Knäbel

 

Es ist tatsächlich schon im Mai passiert - und der HSV hat noch immer keinen Nachfolger: Am 10. Mai wird Peter Knäbel gefeuert. Man habe sich „einvernehmlich“ auf die sofortige Auflösung des noch bis zum 30. Juni 2017 laufenden Vertrags geeinigt, teilte der Fußball-Bundesligist mit. „Für die Zukunft haben wir andere Auffassungen über die Ausrichtung des sportlichen Bereichs“, erklärt der Vorstandsvorsitzende Dietmar Beiersdorfer. Der Ex-Profi, der Knäbel selbst erst im Oktober 2014 zum HSV geholt hatte, übernimmt dessen Sportchef-Aufgaben vorübergehend mit.

Doch mit der anhaltenden Misere des Hamburger Sportvereins wird auch die Luft für Beiersdorfer immer dünner. Am 11. Dezember wird auch er entlassen. Heribert Bruchhagen übernimmt seinen Posten. Einen neuer Sportdirektor wird weiter gesucht.

19. Mai: Freispruch im ersten Prozess um sexuelle Silvesterübergriffe

Im ersten Prozess um sexuelle Übergriffe auf Frauen in der Silvesternacht an der Reeperbahn spricht das Hamburger Amtsgericht den Angeklagten frei. Zwei Opfer hatten den Afghanen vor Gericht nicht wiedererkannt. Damit konnten die Tatvorwürfe nicht nachgewiesen werden. Mit dem Freispruch folgt das Gericht auch den Forderungen von Staatsanwaltschaft, Nebenklage und Verteidiger. "Ich freue mich, dass die Wahrheit rausgekommen ist", sagt der 30 Jahre alte Angeklagte.

Auch weitere Angeklagte wurden freigesprochen.

30. Mai: Sohn vor U-Bahn geschubst - Gericht weist Mutter in Psychiatrie ein

Das Landgericht weist eine Mutter, die ihren Sohn vor eine einfahrende U-Bahn gestoßen hat, auf unbestimmte Zeit in die Psychiatrie ein. Die 32-Jährige hatte am 18. Oktober 2015 ihren damals elfjährigen Sohn an der Station Hoheluftbrücke vor einen Zug geschubst.

Die U-Bahn überrollte den Jungen und verletzte ihn lebensgefährlich. Er erlitt zwei Beckenbrüche und verlor den linken Unterschenkel. Das Gericht verurteilt die Mutter wegen versuchten Totschlags sowie schwerer und gefährlicher Körperverletzung.

30. Mai: Milchtreffen bringt keinen Ausweg aus dem Teufelskreis

2016 war das Jahr der Milchkrise. Im Mai fiel der Preis pro Liter unter 20 Cent. Um kostendeckend zu arbeiten, bräuchten die Milchbauern das doppelte. In Berlin trifft sich die Politik zum „Milchgipfel“. Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) zeigt sich anschließend enttäuscht von den Verhandlungen. Das Ergebnis sei so wenig eines, wie das Treffen von Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) mit Bauernverband, Molkereien und Handel ein Milchgipfel war, sagt Habeck. „Es saßen ja weder alle Betroffenen, noch die Länder mit am Tisch, sondern vor allem die Verursacher der Krise.“ Die Milchmenge müsse sinken, um die Preise zu stabilisieren. Im Juli erhalten die Bauern von der EU zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres ein Hilfspaket in Höhe von 500 Millionen Euro. Doch das halten viele nur für einen Tropfen auf den heißen Stein.

Auf shz.de veröffentlichen wir eine Karte, auf der Milchtankestellen eingezeichnet sind. In den folgenden Tagen bekommen wir von unseren Lesern immer mehr Hinweise, wo ähnliche Angebote existieren.

Bereits im November 2015 hat sich unser Videoteam so eine Milchtankstelle mal genauer angesehen.

Am 14. Juni werden aus einem ersten EU-Programm 5,8 Millionen Euro an Bauern in Schleswig-Holstein ausgezahlt. Insgesamt erhielten deutsche Bauern aus dem Programm bereits 65,2 Millionen Euro. Liquiditätshilfe bekamen damit bundesweit 7400 Milchbauern und 1600 Schweinehalter, wie das Bundesagrarministerium mitteilt. Aus Schleswig-Holstein wurden 808 Anträge bewilligt, davon 725 von Milchviehhaltern.

3. Juni: Schlafstrandkörbe werden eingeweiht

Eine Nacht am Strand ist eine romantische Vorstellung: Sternenhimmel, Mondschein, Wellenrauschen und Einsamkeit. An sechs Orten an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste kann man seit Anfang Juni ganz komfortabel eine Nacht am Meer verbringen - in einem Schlafstrandkorb. Es ist ein Vorzeigeprojekt der Tourismusagentur Schleswig-Holstein (Tash). Auf der ganzen Welt gibt es nichts Vergleichbares. Wir haben eine Nacht zur Probe geschlafen.

5. bis 7. Juni: Tornados im Norden

Das büschn Wind - einen Schleswig-Holsteiner kann Sturm eigentlich nicht viel anhaben. Anfang des Sommers werden allerdings über mehrere Tage hinweg immer wieder Tornados im Norden beobachtet. Besonders rund um Schleswig wird es am 5. Juni heftig. Mehrere Leser schicken uns Fotos und Videos.

Eins sticht aus der Masse heraus und bekommt deutschlandweit Beachtung. Daniel Thomsen ist mit seiner Freundin im Auto in der Nähe von Schuby unterwegs, als sie zwei Tornados direkt neben sich entdecken. Die beiden schätzen die Situation unterschiedlich ein - was zu einem kleinen Streit führt. Das Video wird zum Internet-Hit.

Wir haben die beiden später zum Interview getroffen.

Auch in Hamburg wütet am 7. Juni ein Tornado. Entwurzelte Bäume, beschädigte Dächer und zertrümmerte Autos: Es ist eine Schneise der Zerstörung, die der Tornado im Nordosten Hamburgs in nur wenigen Minuten schlägt. Das Unwetter am Abend dauert nur ganz kurz. Erstaunlich ist, wie punktuell die Naturgewalt zugeschlagen hat. Verletzt wird niemand. Feuerwehr und Technisches Hilfswerk sind mit Dutzenden Fahrzeugen im Einsatz.

11. Juni: Scholz mit überwältigender Mehrheit als Parteichef wiedergewählt

 

Bürgermeister Olaf Scholz bleibt unangefochten Vorsitzender der SPD Hamburg. Ein Landesparteitag bestätigt ihn mit überwältigender Mehrheit für weitere zwei Jahre im Amt. Im Vergleich zu den Wahlen 2012 und 2014 kann Scholz sogar noch einmal zulegen. Insgesamt stimmen 304 von 312 Delegierten für Scholz, sieben votieren gegen ihn, ein Delegierter enthält sich der Stimme. Das entspricht einer Zustimmung von rund 97,4 Prozent. 2012 und 2014 hatten knapp 94,2 beziehungsweise 94,8 Prozent für den SPD-Bundesvize gestimmt.

Auch aufgrund dieses Erfolges wird Scholz 2016 mehrfach als Kanzlerkandidat der SPD ins Gespräch gebracht - sogar von Parteichef Sigmar Gabriel.

11. Juni: Liebing ist Spitzenkandidat der Nord-CDU für die Landtagswahl

 

Schleswig-Holsteins CDU wählt Ingbert Liebing zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl im Mai 2017. Ein Parteitag setzt den 53 Jahre alten Landesvorsitzenden mit 91,86 Prozent auf Platz eins der Landesliste.

Doch Liebing fehlt es einfach an Profil. Seine Bekanntheitswerte sind desaströs. Ende Oktober verkündet Liebing überraschend seinen Rückzug von Landesvorsitz und Spitzenkandidatur. Fraktionschef Daniel Günther übernimmt später beide Posten.

17. bis 26. Juni: Kieler Woche begeistert mehr als drei Millionen Gäste

Gut drei Millionen Besucher kommen zum Feiern an die Förde. Veranstalter und Polizei sind hoch zufrieden. Das Traditionsfest verlief friedlich und fröhlich. Das war nicht selbstverständlich: Die Polizei hatte nach den Terroranschlägen von Brüssel und Paris sowie den massiven Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht in Köln ihr Sicherheitskonzept überarbeitet. Sie setzte auch mehr Beamte ein. Einzig das Wetter spielte mal wieder nicht wirklich mit. Vor allem die Windjammerparade war von dem Schmuddelwetter betroffen. Unsere Reporter produzierten dennoch ein beeindruckendes 360-Grad-Video:

Mit unserem Team aus Volontären und Redakteuren berichteten wir neun Tage lang live von der Kieler Woche:

 

24. Juni: Urteil: Klinik muss „Sexy Cora“-Witwer hohen Schadenersatz zahlen

 

Mehr als fünf Jahre nach dem Tod der Pornodarstellerin „Sexy Cora“ bei einer Schönheitsoperation wird eine Hamburger Klinik zu einer hohen Schadenersatzzahlung verurteilt. Wie die Zivilkammer am Landgericht verkündet, müssen die Klinik und die Narkoseärztin dem Witwer eine Summe zwischen 140.000 und 824.000 Euro zahlen. Carolin Wosnitza, wie „Sexy Cora“ mit bürgerlichem Namen hieß, war nach einer Operation zur Brustvergrößerung im Januar 2011 gestorben. Die an dem Eingriff beteiligte Narkoseärztin hatte das Landgericht 2013 wegen fahrlässiger Tötung zu 14 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Gegen das Urteil der Zivilkammer legen beide Parteien Berufung ein.

Ende August legten die Klinik und der Witwer Berufung ein.

24. Juni: Riesenhai am Sylter Außenriff gesichtet

Der bis zu vier Tonnen schwere Riesenhai ernährt sich ausschließlich von Plankton und schwimmt deshalb immer mit weit geöffnetem Maul.
Der bis zu vier Tonnen schwere Riesenhai ernährt sich ausschließlich von Plankton und schwimmt deshalb immer mit weit geöffnetem Maul. Symbolbild Foto: Picture Alliance/Wildlife

130 Kilometer vor der Westküste, im deutschen Natura-2000-Schutzgebiet Doggerbank, gelingen im Juni seltene Beobachtungen im Rahmen des deutschen Meeresmonitorings in der Nordsee. Nahe des Schutzgebiets Sylter Außenriff werden ein Riesenhai und zwei Zwergwale gesichtet. „Die vermehrten Sichtungen unterstreichen die Bedeutung der Natura-2000-Schutzgebiete in der deutschen Nordsee und auch international“, sagt Professorin Beate Jessel, die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN).

25. Juni: Karl-May-Spiele brechen Premiere bei sintflutartigem Regen ab

<p>Wegen starken Regens musste die Premiere „Der Schatz im Silbersee“ der Karl-May-Spiele in diesem Jahr abgebrochen worden.</p>

Wegen starken Regens musste die Premiere „Der Schatz im Silbersee“ der Karl-May-Spiele in diesem Jahr abgebrochen worden.

Foto: Claus Harlandt/Nordlicht Fotografie/dpa
 

Schlamm im Silbersee: Wegen starken Regens wird die Premiere der Karl-May-Spiele von Bad Segeberg nach der Pause abgebrochen. Ein Weiterspielen in dem Freilichttheater ist unmöglich, entscheiden die Veranstalter. „Die Wege stehen unter Wasser, die Arena steht unter Wasser - es ist eine große Gefährdung für Mensch und Tier“, erklären sie. Trotz der Wetterkapriolen tagsüber sind rund 7000 Zuschauer in die Arena am Kalkberg gekommen. In der 65. Spielzeit stand der Klassiker „Der Schatz im Silbersee“ auf dem Programm. Den Winnetou gab erneut Jan Sosniok, als Gaststars traten Till Demtrøder, Susan Sideropoulos und Oliver Stritzel auf.

(mit dpa)

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erstellt am 28.Dez.2016 | 22:52 Uhr

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