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Fotoverbot oder Handy-Sticker : Das Familienfoto gehört in einigen Schwimmbädern in SH der Vergangenheit an

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Die Schwimmbadbetreiber sind sich uneinig: Die einen verbieten Smartphones aufgrund der Kamera, die nächsten bieten freies WLan an.

shz.de von
erstellt am 01.Jun.2017 | 16:19 Uhr

Kiel | Im Freibad den besten Freund beim Sprung vom Beckenrand filmen, ein Selfie für Facebook mit Wiese und Wasser im Hintergrund: Mit dem Smartphone ist das schnell gemacht. Aber viele Schwimmbadbesucher bedenken dabei nicht die anderen Badegäste, die im Hintergrund ihres Bildes zu sehen sind. Die bekommen meist gar nicht mit, dass sie im Blickwinkel der kleinen Kamera liegen und wollen möglicherweise gar nicht fotografiert werden. Deshalb gibt es mancherorts mittlerweile Smartphone- oder Fotoverbote.

Weil auf das Handy aber häufig nicht mehr verzichtet werden kann, haben einige Hamburger Bäder deshalb Sticker eingeführt, die Badegäste auf die Kameralinse der Smartphones kleben sollen. Er soll auf das Fotoverbot aufmerksam machen und das Fotografieren mit den Handy verhindern. Einmal von der Linse abgezogen, halten die Sticker nicht mehr. Der Hamburger Betreiber Bäderland beispielsweise testet aktuell die Handy-Aufkleber. Im Hausrecht wurde die Regel bereits im vergangenen Jahr verschärft. Dort steht ausdrücklich: „Das Fotografieren und Filmen ist nicht gestattet.“

In Schwimmbädern in Schleswig-Holstein sind die Linsen-Sticker noch nicht im Gespräch. Die Problematik wird aber auch in Schleswig-Holstein diskutiert. So gibt es mittlerweile rigorose Foto-Verbote in Grömitz, Bad Schwartau, Pinneberg und Itzehoe. Auch im Erlebnisbad Arriba in Norderstedt ist das Fotografieren und Filmen nicht gestattet. Auf Kamera, Tablet und Smartphone müssen die Badegäste ganz verzichten. 

 

Im Bad am Stadtwald in Neumünster gilt: Das Fotografieren und Filmen fremder Personen und Gruppen ohne deren Einwilligung ist nicht gestattet. Es wird darauf hingewiesen, dass die Gäste sich nicht scheuen sollen Mitarbeiter anzusprechen, wenn sie ein ungutes Gefühl haben oder auch einfach nicht wissen, wie sie mit bestimmten Situationen umgehen sollen. Ein generelles Verbot gibt es aber nicht. Das gilt auch im Freibad Schwentinental. Dort sind Linsen-Aufkleber und ein generelles Smartphoneverbot aktuell kein Thema. „Wenn etwa Familienmitglieder einander im Schwimmbad fotografieren, haben wir damit kein Problem“, sagt Rainer Pöhlmann, Fachbereichsleiter des Badbetreibers Stadtwerke Schwentinental. „Wenn uns da etwas bedenklich erscheint, greifen wir natürlich ein.“ Stattdessen setzt man in Schwentinental auf das Internet: Um über das Freibad via Facebook zu berichten, steht Badegästen ein kostenloses WLan-Netz zur Verfügung.

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