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Schleswig-Holstein

14. Dezember 2017 | 09:54 Uhr

Das Archiv der Grabsteine

vom

shz.de von
erstellt am 17.Aug.2013 | 07:26 Uhr

Kliplev | Auf den meisten Friedhöfen werden alte Grabsteine zermalmt; in Klipleff südlich von Apenrade indes richtet man stattdessen eine Gedenkstätte ein, in der diese Steine bewahrt werden. Als Erstes werden die 319 Steine, die dort vorerst aufgestellt werden sollen, in Reih und Glied platziert, im Anschluss daran mit Nummern , erfasst. Zudem werden die Informationen über diese Steine in einem Heft sowohl in der Kirche als auch im Lokalhistorischen Museum einzusehen sein.

Unmittelbar scheint dies viel Arbeit zu sein, um alten Granit zu bewahren, doch für den Klipleffer Gemeinderat und den Lokalhistorischen Verein für die Kirchengemeinde Klipleff macht die Arbeit an der Gedenkstätte durchaus Sinn: "Zum einen gibt es denjenigen Angehörigen, deren Vorfahren keine Grabstätte mehr haben, die Möglichkeit, zumindest ihre Grabsteine zu besuchen. Zum anderen haben einige Grabsteine eine einzigartige Gestaltung und sind daher allein aus diesem Grund künstlerisch wertvoll und bewahrenswert.

Die Grabsteine werden jedoch auch deshalb bewahrt, weil jeder Grabstein seine Geschichte erzählt. Diese wollen wir gern bewahren und beschreiben", sagt Kaj Lassen, Vorsitzender des Lokalhistorischen Vereins.

Archivar Jørgen Hansen ist gegenwärtig damit beschäftigt, die persönlichen Daten auf den Steinen zu erfassen, bevor er sich in deren Geschichte vertiefen kann. Doch schon jetzt gibt es einiges über die Grabsteine zu berichten.

"Aufgeschrieben worden ist ja noch nicht so viel, einige Geschichten aber habe ich im Kopf. Ein Grabstein war der von Jørgen Jørgensen, der am 9. April 1940 ums Leben gekommen ist, als die Deutschen das Land besetzten."

Tatsächlich aber sei Jørgensen aufgrund eines bedauerlichen Irrtums von einem dänischen Soldaten erschossen worden, doch so lange dieser lebte, lag ein Mantel des Schweigens über diesem Vorfall, und die wahre Geschichte ist erst vor Kurzem bekanntgeworden, wie der Archivar zu berichten weiß.

Die Geschichte eines Gedenksteins für den letzten Gutsinspektor von Seegaard, der im Jahr 1872 verstarb, lässt sich auf die Auseinandersetzung zwischen Gutsherren und Zinsbauern zurückführen: Er war der letzte Gutsherr auf Seegaard, der Abgaben einforderte.

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