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Hundeurlaub : Dänemark wirbt um Urlaubsgäste mit Hund

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Mit einer Imagekampagne will Dänemark Hundebesitzer als Gäste zurückgewinnen. Es wird viel für die Vierbeiner getan.

shz.de von
erstellt am 28.Jun.2015 | 11:27 Uhr

Kürzlich im Büro eines Ferienhausvermieters in Henne, Ortsteil Henne Strand, an der jütländischen Westküste: Ein aus Deutschland mit drei Hunden angereistes Paar bekommt nicht nur den Schlüssel zum gemieteten Ferienhaus ausgehändigt, sondern zudem drei kleine Tüten. Jede enthält Leckerlis, ein Kärtchen mit Informationen zum Urlaub mit Hund sowie einen Anhänger in Herzchenform für das Halsband. Da fühlt sich der Vierbeiner als Feriengast doch gleich willkommen.

Diese Imagewerbung ist nicht ganz zufällig. Durch ein im Jahr 2010 verabschiedetes Hundegesetz, eines der restriktivsten in Europa, war Dänemark bei deutschen Hundebesitzern in Ungnade gefallen. Tierschützer riefen zum Boykott auf, und tatsächlich gingen im klassischen Ferienhausland die Buchungszahlen besonders aus Deutschland zurück.

Zwar wurde das Hundegesetz im vergangenen Jahr entschärft, etwa bezüglich des sogenannten Bissverletzungsparagrafen („skambid“). So wird seitdem unter anderem in bissigen Streitfällen ein Hundesachverständiger hinzugezogen, der beurteilt, ob im Fall einer Beißattacke ein Hund im Vorfeld womöglich provoziert wurde oder nicht. Das Verbot von 13 als gefährlich angesehenen Hunderassen wie etwa American Staffordshire Terrier und Pitbull Terrier besteht jedoch nach wie vor. Nicht nur deshalb sehen viele deutsche Tierschützer die Gesetzesnovelle von 2014 nach wie vor kritisch.

Nun will die dänische Tourismuszentrale verlorenes Terrain gut machen. „Hunde sind in Dänemark sehr willkommen. Dänemark ist eines der hundefreundlichsten Länder Europas“, heißt es auf der Website „visitdenmark.com“. Und dabei handelt es sich nicht um reine Propaganda: In Dänemark wird tatsächlich einiges getan für Hundehalter und ihre vierbeinigen Freunde, seien sie Einheimische oder Urlaubsgäste.

So verfügt allein Jütland von Skagen bis zur deutsch-dänischen Grenze über eine Vielzahl sogenannter Hundewälder (hundeskov), allein rund um Henne Strand sind es drei: in Nørre Nebel, Nymindegab und im Örtchen Oksbøl. Dort zum Beispiel hat das Staatsforstamt fast 20 Hektar sicher eingezäunt, ein idyllischer Wald mit altem und jungem Baumbestand, Wiesen und breiten Wegen lädt zum leinenlosen Vergnügen ein.

Nicht anders als in Schleswig-Holstein gehören Hunde allerdings auch im nördlichen Nachbarland im Sommer an den Stränden und ganzjährig in Wäldern an die Leine. Die Vorschrift, dass bei Grenzübertritt ein EU-Heimtierpass benötigt wird, ist ebenfalls nicht dänemarktypisch, sondern gilt europaweit.

Weitere Informationen rund um den Hund in Dänemark sind hier auf der Website des dänischen Außenministeriums zu finden. Eine Übersicht über die Hundewälder gibt es hier.
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