Ohne Abo lesbar : Was Sie über das Corona-Virus in SH wissen müssen

Das Coronavirus breitet sich auch in SH weiter aus. Hier gibt es die wichtigsten Infos stets aktualisiert im Überblick.

Avatar_shz von
27. Mai 2020, 11:35 Uhr

Das neuartige Coronavirus namens SARS-CoV-2 breitet sich seit Dezember weltweit aus. Seit Ausbruch der Pandemie wurden insgesamt 3114 Fälle in Schleswig-Holstein bekanntgegeben, bislang gibt es 145 Todesfälle. Eine aktuelle Karte finden Sie hier.

shz.de stellt Ihnen an dieser Stelle die wichtigsten Informationen über die Krankheit, die Verbreitung und die Konsequenzen in Schleswig-Holstein kostenlos zur Verfügung. Teilen Sie diesen Artikel auch gerne mit Freunden, Ihrer Familie und Kollegen in sozialen Netzwerken.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus finden Sie im Liveticker.

Die Folgen der Corona-Pandemie in Schleswig-Holstein:

Welche Regeln wurden mit dem Shutdown im März festgelegt?

Am Sonntag, 22. März, beschlossen Bund und Länder weitreichende Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus:

  • Die Bürger werden angehalten, die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren.
  • In der Öffentlichkeit ist, wo immer möglich, zu anderen als den Angehörigen des eigenen Hausstands, ein Mindestabstand von mindestens 1,5 Metern, besser noch zwei Metern einzuhalten.
  • Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet. Verstöße gegen die Kontaktbeschränkungen sollen von den Ordnungsbehörden und der Polizei überwacht und bei Verstößen bestraft werden.
  • Der Weg zur Arbeit, zur Notbetreuung, Einkäufe, Arztbesuche, Teilnahme an Sitzungen, erforderlichen Terminen und Prüfungen, Hilfe für andere oder individueller Sport und Bewegung an der frischen Luft sowie andere notwendige Tätigkeiten bleiben weiter möglich.
  • Gruppen feiernder Menschen auf öffentlichen Plätzen, in Wohnungen sowie privaten Einrichtungen sind angesichts der ernsten Lage in unserem Land inakzeptabel. Verstöße gegen die Kontaktbeschränkungen sollen von Polizei und Ordnungsbehörden überwacht und bei Verstößen sanktioniert werden.
  • Gastronomiebetriebe wurden geschlossen. Davon ausgenommen ist die Lieferung und Abholung mitnahmefähiger Speisen für den Verzehr zu Hause.
  • Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Friseure, Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoostudios und ähnliche Betriebe wurden geschlossen. Medizinisch notwendige Behandlungen bleiben weiter möglich.
  • Der Einzelhandel wurde geschlossen, ebenso wie Schulen

Die Kontaktbeschränkungen wurden Anfang Mai noch einmal verlängert und gelten vorerst bis zum 5. Juni. Mit einer Lockerung: Ab 9. Mai dürfen sich auch Angehörige von zwei Haushalten treffen.

Großveranstaltungen sind bis zum 31. August weiterhin untersagt.

Übersicht: Welche Lockerungen gibt es seit dem 20. April?

Am 15. April gab die Landesregierung in Vereinbarung mit der Bundesregierung folgende Punkte bekannt:

Weitere Lockerungen seit dem 4. Mai:

  • Schulen wurden schrittweise geöffnet, beginnend mit den obersten Klassenstufen (Abschlussjahrgänge 2020 und 2021) und 4. Klassen der Grundschulen. Ein genauer Plan über die Wiederaufnahme des Schulunterrichts wird noch erarbeitet.
  • Gesperrte Handwerksbetriebe, wie etwa oben genannte Friseursalons, können wieder öffnen – unter strengen Hygieneregeln.
  • Die Tierparks und Wildparks und Außenanlagen von Botanischen Gärten in Schleswig-Holstein dürfen ebenfalls wieder öffnen.
  • Auch Museen und Ausstellungen dürfen öffnen. Die Besucherzahl ist auf eine Person pro 15 Quadratmeter begehbarer Ausstellungsfläche begrenzt.
Übersicht: Zweiter großer Lockerungsschritt – Was gilt seit dem 18. Mai?

Weil sich das Infektionsgeschehen nach den ersten Lockerungen kaum geändert habe, wurden weitere Lockerungen ab dem 18. Mai beschlossen. Wie diese konkret für Schleswig-Holstein aussehen, hat Ministerpräsident Daniel Günther am 7. Mai verkündet:

  • Die Gastronomie kann unter Einhaltung der Abstandsregeln und Hygienevorgaben wieder in SH öffnen.
  • Tourismus und Gastgewerbe ist wieder möglich. Auch das Einreiseverbot für Touristen in SH und das Betretungsverbot für Inseln und Halligen werden damit aufgehoben.
  • Kitas in SH werden ihr Betreuungsangebot erweitern. Die Gruppengrößen werden zunächst auf zehn Kinder erweitert. Ab 1. Juni sollen alle Kinder eingeschränkt die Möglichkeit auf eine Kita-Betreuung haben.
  • Ab dem 25. Mai sollen auch Kinder aller Grundschulklassen die Möglichkeit haben, eingeschränkt am Unterricht teilzunehmen.
  • Kleine Präsenzveranstaltungen an Hochschulen sind ab dem 18. Mai wieder möglich.
  • Indoor-Sport ist unter Auflagen möglich.
  • Veranstaltungen „mit Sitzcharakter“ mit bis zu 50 Personen sind unter Auflagen und Vorlage von Hygienekonzepten wieder möglich. Das betrifft etwa auch Kinos.
  • Fahrschulen können den Betrieb wieder aufnehmen, wenn sie Konzepte für Hygiene- und Abstandsregeln einhalten.
Welche Strafen drohen, wenn man sich nicht an die Corona-Auflagen hält?

Bei Verstößen gegen Verbote zur Eindämmung des Coronavirus gilt seit dem 3. April auch in Schleswig-Holstein ein Bußgeldkatalog.

Im Wiederholungsfall sind Strafen bis zu 25.000 Euro möglich.

  • Wer sich im öffentlichen Raum aufhält mit mehr als einer nicht im Haushalt lebenden Personen muss zum Beispiel 150 Euro bezahlen.
  • Wer an einer öffentlichen oder privaten Veranstaltung, Zusammenkunft oder Ansammlung mit mehr als einer nicht im selben Haushalt leb Coronavirus Konsequenzen in SHenden Personen teilnimmt, muss 150 bis 500 Euro bezahlen.

Grundlage für den Bußgeldkatalog ist die allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Ahndung von Verstößen im Bereich des Infektionsschutzgesetzes (IfSG), die hier auf der Webseite der Landesregierung zu finden ist.

Wie lange fallen Schule, Kindergarten oder Hochschule aus?

Seit dem 6. Mai werden Schüler der 4. Klassen an Grundschulen wieder im Klassenzimmer unterrichtet. Gleiches gilt für die 6. Jahrgänge der Gymnasien, da diese in diesem Schuljahr noch die Möglichkeit der Querversetzung haben.

Seit dem 25. Mai haben Kinder aller Grundschulklassen die Möglichkeit, eingeschränkt am Unterricht teilzunehmen.

Für Gemeinschaftsschulen werden Beratungsangebote erlaubt, für die mit Oberstufe schrittweise seit dem 6. Mai, für die ohne Oberstufe ab 18. Mai für die Jahrgänge 9 und 10.

In weiteren Schritten sollen bis Schuljahresende alle Schüler die Möglichkeit bekommen, zumindest zeitweise an Unterricht in der Schule teilzunehmen. Regelbetrieb wird es bis zu den Sommerferien nicht geben.

Die Regelung gilt für alle öffentlichen und privaten Schulen – damit auch für Berufsschulen.

Seit dem 16. März gilt für die Kitas im Norden grundsätzlich ein Betretungsverbot. In Kindertagesstätten und Krippen findet höchstens eine Notbetreuung statt, wenn mindestens ein Elternteil in einem Bereich der kritischen Infrastruktur tätig ist – oder für Alleinerziehende. Allerdings sollen nicht mehr als fünf Kinder pro Gruppe betreut werden.

Ab 18. Mai sollen in den Kitas Gruppen mit bis zu zehn Kindern möglich sein. Ab 1. Juni soll für alle Kinder in Schleswig-Holstein wieder ein eingeschränkter Kita-Besuch möglich sein, sagte Ministerpräsident Daniel Günther am 7. Mai.

Förderzentren werden aufgrund ihrer individuellen Betreuungsstruktur bei Bedarf weiterhin eine notwendige Betreuung anbieten.

An den Universitäten im Land ist das Sommersemester gestartet. Die Lehre wird vor allem Online durchgeführt. Kleine Präsenzveranstaltungen sind aber seit dem 18. Mai wieder möglich. Die Öffnung von Mensen wird unter Auflagen ebenfalls wieder erlaubt.

Gibt es eine Erstattung der Kitagebühren für die Eltern, wenn die Kita zu ist?

Eltern in Schleswig-Holstein können wegen der Corona-bedingten Kita-Schließungen mit einer Rückerstattung der Gebühren rechnen. Die Kommunen sollen dafür 50 Millionen Euro aus dem Corona-Soforthilfeprogramm erhalten. Dies beschlossen die Koalitionsfraktionen von CDU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP bei einer Kabinettssitzung gemeinsam mit der SPD-Fraktion und dem SSW im Landtag.

Mit dem Geld sollen die Beiträge für die Betreuung von kleinen Kindern in den Tagesstätten für zwei Monate erstattet werden. Die genauen Einzelheiten würden kurzfristig mit den kommunalen Spitzenverbänden vereinbart, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung der Landtagsfraktionen.

Welche Regeln gibt es für die Kinderbetreuung in der Tagespflege?
  • Das Betreuungsverbot gilt nicht für die erlaubnispflichtige Kindertagespflege, wenn in diesem Rahmen maximal fünf fremde Kinder betreut werden.
  • Ebenso nicht erfasst von dem Verbot sind die sonstigen Angebote der Kindertagespflege bei einer Betreuung von maximal fünf fremden Kindern.
  • Eigene Kinder der Kindertagespflegepersonen zählen nicht mit zu der Anzahl "maximal fünf fremde Kinder" und können somit zusätzlich betreut werden.
  • Neuaufnahmen sind im Geltungszeitraum des Erlasses nicht gestattet.
  • Die Betreuung von Kindern in Rahmen einer Kooperation von zwei Kindertagespflegepersonen mit mehr als fünf fremden Kindern insgesamt in einem Gebäude sowie gemeinsam genutzten Neben- und Funktionsräumen ist nicht erlaubt.
  • Davon kann dann abgewichen werden, wenn es sich um Kinder von Eltern aus den Bereichen der Kritischen Infrastruktur handelt. Ab dem 20. April muss nur noch ein Elternteil in einem systemrelevanten Beruf arbeiten, um einen Anspruch auf Notbetreuung zu haben. Für Alleinerziehende fällt die Beschränkung komplett weg.
  • Grundsätzlich steht es der Tagespflegeperson selbst natürlich frei, ihr Angebot zu schließen. Sie kann in keiner Weise gezwungen werden, ihr Angebot offen zu halten.
Kann ich weiter einkaufen?

Der Einzelhandel darf eingeschränkt unter bestimmten Sicherheitsauflagen wieder aufmachen. Es gilt Maskenpflicht.

Lebensmittelgeschäfte, Tankstellen, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Ärzte und die meisten Handwerksbetriebe waren ohnehin vom Verbot ausgenommen.

„Außerhausverkauf und Lieferservice sind von den Vorgaben nicht betroffen. Unser primäres Ziel ist es, die Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten“, betonte Ministerpräsident Daniel Günther.

Was müssen Reiserückkehrer aus Risikogebieten beachten?

Reiserückkehrer aus Risikogebieten und allen laut RKI besonders betroffenen Gebieten ist der Zutritt zu öffentlichen Einrichtungen bis auf Weiteres untersagt. Auch Rückkehrern aus alpinen Skigebieten wird dieses Verhalten dringend empfohlen.

Mehr Informationen dazu gibt es hier.

Welche Regeln gibt es für Besuch in Krankenhäusern?

An den Kliniken im Land herrscht ein vorläufiges Besuchsverbot, planbare Aufnahmen sollen verschoben werden, um Kapazitäten für Covid-19-Patienten bereitzuhalten.

Mehr Informationen dazu gibt es hier.

Erste Kliniken in SH sprechen Besuchsverbot für Väter nach der Geburt aus

Bewohnern in Pflegeheimen dürfen seit dem 4. Mai von einer Person für maximal zwei Stunden besucht werden.

Bund und Länder haben zudem am 7. Mai vereinbart, dass jeder Pflegeheimbewohner wieder Besuch durch eine festgelegte Person empfangen darf, wenn in der Einrichtung niemand infiziert ist.

Schwanger während der Pandemie – Was muss ich beachten?

Eine Infektion mit dem Coronavirus könnte ersten Datenanalysen zufolge zu Komplikationen in der Schwangerschaft führen. Bei Covid-19-Patientinnen steige das Risiko für vorzeitige Wehen, so das Ergebnis einer Analyse erster weniger Daten zum Thema des Universitätsklinikums Erlangen. Es sei aber unwahrscheinlich, dass die Viren während der Schwangerschaft oder durch die Muttermilch auf das Kind übertragen werden. Die Erlanger Frauenklinik berücksichtigte dafür Daten von 18 schwangeren Covid-19-Patientinnen aus den chinesischen Regionen Wuhan und Hubei. "Das sind die einzigen Daten, die wir momentan haben", erklärte Matthias Beckmann, Direktor der Frauenklinik.

Generell gilt: Bei der Geburt müssen Schwangere auch in Zeiten von Corona nicht alleine sein. Allerdings darf in Schleswig-Holstein aktuell nur eine gesunde, vertraute Person mit den Kreißsaal kommen. Die endgültige Entscheidung über ein Zutrittsrecht der Begleitperson trifft im Einzelfall jedoch das Klinikpersonal. Die Begleitperson muss ihre Kontaktdaten angeben und die Klinik direkt nach der Geburt verlassen. Eine Unterbringung im Familienzimmer ist derzeit nicht möglich. Auch Besuche nach der Geburt sind nicht gestattet.

Weitere Informationen zum Thema Schwangerschaft während der Corona-Krise finden Sie hier.

Welche Regeln gibt es für öffentliche und private Veranstaltungen?

Alle öffentlichen Veranstaltungen wurden in Schleswig-Holstein untersagt.

Von dem Verbot sind Bars, Clubs, Diskotheken, Theater, Kino und Museen, Fitnessstudios, Schwimmbäder, Saunen und Angebote der Volkshochschulen, Musikschulen und andere öffentliche und private Bildungseinrichtungen betroffen.

Seit dem 18. Mai dürfen Gastronomen unter Auflagen wieder öffnen. Auch Veranstaltungen, bei denen man vorwiegend sitzt - wie Kino, Theater etc. - dürfen unter Einhaltung des Mindestabstand und unter Auflagen wieder stattfinden. Dazu zählt etwa eine maximale Besucherzahl von 50 Personen sowie feste Sitzplätze.

Spielhallen dürfen ebenfalls ab dem 18. Mai mit reduzierten Besucherzahlen wieder öffnen. Sie müssen geeignete Hygienekonzepte vorlegen.

Gottesdienste dürfen mit begrenzter Teilnehmerzahl bereits wieder stattfinden.

Schleswig-Holstein will in der Corona-Krise Veranstaltungen mit bis zu 1000 Teilnehmern erlauben.

Großveranstaltungen sind aber bis 31. August untersagt.

Mehr Informationen dazu gibt es hier.

Private Veranstaltungen wie Geburtstagsfeiern oder Grillabende sowie Ansammlungen von Personen im öffentlichen Raum sind allesamt ab einer Teilnehmerzahl von mehr als zwei Personen verboten. Ausgenommen werden Angehörige, die im eigenen Haushalt leben.

Darf ich wieder Sport machen?

Individualsport im Freien, wie Joggen oder Radfahren waren auch während des strengsten Shutdowns weiter erlaubt.
 

Seit Mai dürfen auch Sportvereine wieder langsam starten. Einzelsportarten, die ohne Körperkontakt und im Freien möglich sind, sind seit Mai wieder erlaubt. Dazu zählen unter anderem Individualsportarten wie Tennis, Leichtathletik-Disziplinen wie Speerwurf, Kugelstoßen, Hochsprung sowie Badminton, Golfen, Reiten oder Bogenschießen – unter bestimmten Bedingungen.

Duschen und Umziehen in geschlossenen Räumlichkeiten bleiben verboten. Sportgeräte müssten desinfiziert und der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden. Unter diesen Bedingungen dürfen auch Amateurfußball-Mannschaften wieder in den Trainingsbetrieb einsteigen.

Kinder dürfen auch wieder auf Spielplätze und Segler in den Sportboothäfen ihre Boote klarmachen.

Ab dem 18. Mai ist unter Auflagen auch wieder Indoor-Sport in SH möglich. Auch Fitnessstudios können laut Daniel Günther wieder öffnen.

Dürfen Restaurants öffnen?

Im Rahmen eines zweiten Lockerungsschritts dürfen Gastronomie (bis 22 Uhr) und Hotels ab dem 18. Mai unter Auflagen wieder öffnen dürfen.

Kann man noch mit dem ÖPNV fahren?

Ja. Der öffentliche Personennahverkehr ist nicht eingeschränkt.

Busse und Bahnen sind ein wichtiger Infrastrukturbereich und systemrelevant für die Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens, da diese die notwendige Beförderung sicherstellen (z. B. Weg zur Arbeit, Weg zum Arzt). Die Verkehrsbetriebe treffen Maßnahmen, um im ÖPNV das Infektionsrisiko zu minimieren.

Schließen die Gerichte? Das Standesamt? Das Bürger- bzw.Ordnungsamt? Die Bundesagentur für Arbeit?

"Die genannten Institutionen werden aktuell nicht geschlossen. Der Publikumsverkehr wird jedoch auch in diesen Institutionen eingeschränkt werden müssen, um eine Verbreitung der Infektion zu verhindern", heißt es von der Landesregierung. Dringende Anliegen sollten nach Möglichkeit telefonisch oder per E-Mail erledigt werden. Hierfür stehe unter anderem auch die Behördennummer 115 zur Verfügung.

Darf noch Blut gespendet werden?

Ja. Allerdings, wenn Sie in den letzten 14 Tagen in einem Risikogebiet oder einem besonders betroffenen Gebiet entsprechend der jeweils aktuellen Festlegung durch das Robert Koch-Institut (RKI) aufgehalten haben, dürfen Sie für einen Zeitraum von 14 Tagen seit Rückkehr aus dem Risikogebiet oder des besonders betroffenen Gebiets kein Blut spenden.

In Neumünster wurde ein landesweites Blutspendezentrum engerichtet: Ab Mittwoch, 18. März, bis Freitag, 27. März, können gesunde Menschen von 14 bis 18 Uhr in der Holstenhalle 2 Blut spenden (Eingang Foyer Süd).

Dürfen Campingplätze noch geöffnet sein?

Auch Campingplätze waren bis zum 3. Mai geschlossen, denn die Infektionsgefahr, die in Gemeinschaftsräumen und insbesondere in den Wasch- und Toilettenanlagen besteht, ist vergleichbar mit Sport- und Freizeiteinrichtungen.

Seit dem 4. Mai dürfen Dauercamper wieder anreisen.

Wie ist der Tourismus in SH betroffen?

Das Einreiseverbot für Touristen wurde zum 18. Mai aufgehoben. Gleiches gilt für das Betretungsverbot für Inseln und Halligen. Das wurde am 7. Mai verkündet.

Das Beherbergungsverbot für Ferienwohnungen, Hotels, Ferienhäuser, Ferien-Apartments und Wohnanlagen wird unter Auflagen aufgehoben. Wohnmobilstellplätze können geöffnet werden.

Die Grenze nach Dänemark bleibt für Urlauber vorerst geschlossen.

Die Landesregierung hatte zunächst am 16. März weitreichende Beschlüsse gefasst:

Danach mussten alle Touristen die Beherbergungsbetriebe am 18. März verlassen. Hotels wurden geschlossen. Eine Ausnahme gilt lediglich für Geschäftsreisende oder Einsatzkräfte, etwa der Polizei. Auf die Inseln an Nord- und Ostsee dürfen nur noch dort Angestellte und Bewohner mit Erstwohnsitz reisen.

Schleswig-Holstein hatte dann am 16. April bekanntgegeben, dass geplant ist, in einem dreistufigen Verfahren, Touristen in der Corona-Krise wieder ins Land zu lassen.

In einem ersten Schritt wurde die Nutzung von Zweitwohnungen seit dem 4. Mai wieder erlaubt.

Dänemark erlaubt Mietern von bereits gebuchten Häusern wieder die Einreise. Auch die Durchfahrt zur Syltfähre über die dänische Insel Rømø ist wieder möglich.

Soziale Kontakte meiden – Wie bekomme ich meine Medikamente?

Rezepte für verschreibungspflichtige Medikamente sollen soweit wie möglich telefonisch beim Arzt angefordert werden. Die Arztpraxen sollen die Rezepte dann an die Stammapotheken der Patienten faxen.

Die Kassenärztliche Vereinigung riet Patenten zudem, das Angebot von Botendiensten der Apotheken anzunehmen.

Weiterlesen: Absage von Großveranstaltungen – Wacken, Karl-May-Festspiele und Hurricane fallen aus

Weitere Fragen und Antworten der Landesregierung finden Sie hier.

Was Sie über die Krankheit wissen müssen:

Was sind die Symptome?

Das Coronavirus kommt bei den Symptomen einer Erkältung nahe. Teilweise haben Infizierte auch keine Symptome bemerkt. Außerdem sind Fieber, Husten und Atemprobleme möglich, die auch bei einer echten Grippe auftreten können. Bei schwereren Verläufen kann das Coronavirus zu einer Lungenentzündung führen. Gefährlich ist das Virus vor allem für Menschen mit geschwächtem Immunsystem, Vorerkrankungen und alte Menschen.

Weiterlesen: Coronavirus – Wie die Krankheit verläuft und wer besonders gefährdet ist

Wie kann ich mich vor dem Coronavirus schützen?

Eine Coronavirus-Imfpung gibt es derzeit nicht und wird noch viele Monate auf sich warten lassen. Um die Ausbreitung der Krankheit auszubremsen, raten Experten zu den gewöhnlichen Hygienemaßnahmen, die Menschen in Zeiten der Grippewelle ohnehin beachten sollten. Dazu zählen unter anderem:

  • regelmäßiges, häufiges und sorgfältiges Händewaschen – mindestens 20 Sekunden mit Seife bis zum Handgelenk
  • Desinfektionsmittel verwenden
  • nur mit gewaschenen Händen ins Gesicht fassen.

Weiterlesen: Die wirksamsten Tipps zum Schutz vor dem Coronavirus

Personen über 60 Jahre und Personen mit chronischen Grunderkrankungen sollten den Impfschutz auf Pneumokokken überprüfen und gegebenenfalls diese von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlene Standardimpfung nachholen. Ein Impfschutz gegen Pneumokokken wirkt zwar nicht gegen das Coronavirus, aber er kann potenziell schweren Krankheitsverläufen durch Doppelinfektionen vorbeugen. Denn eine bereits befallene Lunge kann zusätzlich noch von anderen Erregern angegriffen werden. Von Pneumokokken ist bekannt, dass sie sich bevorzugt auf virale Infektionen „aufsetzen“ können.

Auch für Menschen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge einer Grundkrankheit gelten, wie bei älteren Menschen, zusätzliche Impfempfehlungen (Indikationsimpfungen). Für sie wird ebenfalls von der STIKO u.a. eine Pneumokokken-Impfungen empfohlen. Die Pneumokokken-Impfung ist außerdem für Personen mit beruflicher Exposition gegenüber Metallrauch (z.B. Schweißer) empfohlen.

Wer ist vom Coronavirus besonders gefährdet?

Das Coronavirus ist besonders gefährlich für:

  • Menschen mit geschwächtem Immunsystem
  • Menschen mit Vorerkrankungen
  • alte Menschen
  • Männer

Wie bei der Grippe sind vor allem Menschen mit einem geschwächten Immunsystem gefährdet, vor allem alte und kranke Menschen. Das legt eine Auswertung der chinesischen Gesundheitsbehörden nahe. Bei den Todesfällen durch Covid-19 berichteten Ärzte, dass die Verstorbenen unter Vorerkrankungen gelitten hatten, darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, chronische Atemwegserkrankungen und Bluthochdruck.

Die Gefahr steigt vor allem mit dem Alter und für Menschen ab 50 Jahre. In der Altersgruppe der Menschen ab 80 Jahren liegt die Sterblichkeit bei 14,8. Das überrascht nicht, denn ältere Menschen bringen oft Vorerkrankungen mit. Außerdem sind Männer mit einer Sterblichkeit von 2,8 Prozent eher gefährdet als Frauen (1,7 Prozent) – eine genaue Erklärung dafür gibt es noch nicht.

Was mache ich, wenn ich befürchte, mich infiziert zu haben?

Wichtig: Wer Sorge hat, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben und Symptome aufweist, sollte nicht zum Arzt gehen. Dort besteht die Gefahr, das Virus an andere zu übertragen.

Das Kieler Gesundheitsministerium rät, zunächst seinen Hausarzt oder seine Hausärztin anzurufen und telefonisch das weitere Vorgehen zu besprechen.

Darüber hinaus können Patientinnen und Patienten sich an das ab dem 1. Januar deutlich ausgebaute Angebot unter der Nummer 116 117 der Kassenärztlichen Vereinung wenden. Diese ist auch außerhalb der Sprechzeiten erreichbar und leistet Hilfestellung bei der Entscheidung über weitere Schritte. Damit sollen Patientinnen und Patienten dahin weitervermittelt werden, wo sie am besten aufgehoben sind.

Wo bekomme ich telefonisch noch weitere Hilfe?

Neben der Notrufnummer 116 117, über die der Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigungen rund um die Uhr ärztliche Hilfe vermittelt, gibt es noch weitere Hotlines.

Allgemeines Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriu+49 30-346 465 100

Bürgertelefon des Landesgesundheitsministeriums: 0431-7970001 (werktäglich von 8-18 Uhr)

Telefon-Hotline des Infektionsschutzes des Kreises Segeberg: 04551-951 9833

Bürgertelefon in Neumünster: 04321 3322-888

Was sind Risikogebiete?

Risikogebiete sind Gebiete, in denen eine fortgesetzte Übertragung von Mensch zu Mensch ("ongoing community transmission") vermutet werden kann. Um dies festzulegen, verwendet das Robert Koch-Institut verschiedene Kriterien (u.a. Erkrankungshäufigkeit, Dynamik der täglich gemeldeten Fallzahlen, Maßnahmen (z.B. Quarantäne ganzer Städte oder Gebiete), exportierte Fälle in andere Länder/Regionen). Die Situation wird jeden Tag neu bewertet, bei Bedarf werden die Risikogebiete angepasst.

Welche Orte aktuell als Risikogebiete gelten, finden Sie hier.

Wo gibt es bestätigte Corona-Fälle in Schleswig-Holstein und Hamburg?

Detaillierte Informationen zu den einzelnen Fällen finden Sie hier.

Wo bekomme ich weitere Informationen?

Das Robert-Koch-Institut stellt aktuelle Informationen, Krisenpläne und Fallzahl-Meldungen hier zur Verfügung.

Das Kieler Gesundheitsministerium informiert auf seiner Homepage regelmäßig über neue Entwicklungen in Schleswig-Holstein. Hier geht es zu der Seite.

Über die Entwicklungen vor Ort berichten auch die einzelnen Kreise auf ihren Webseiten.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen