Corona-Krise : Azubi-Verträge 2020: Unternehmen sollen Prämie erhalten

Kleine und mittelständische Unternehmen sollen eine Prämie von 2000 Euro erhalten, wenn sie die Zahl ihrer Ausbildungsplätze stabil halten. 3000, wenn sie mehr Azubis einstellen.

Kleine und mittelständische Unternehmen sollen eine Prämie von 2000 Euro erhalten, wenn sie die Zahl ihrer Ausbildungsplätze stabil halten. 3000, wenn sie mehr Azubis einstellen.

Deutliche Einbrüche bei Ausbildungsplätzen: Bringt die Prämie für Ausbildungsbetriebe die Wende?

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08. Juni 2020, 05:00 Uhr

Kiel/Lübeck/Flensburg | Die Zahl der neuen Lehrverträge in Schleswig-Holstein in diesem Jahr ist gegenüber dem Vorjahr deutlich rückläufig. Dies machen die jüngsten Zahlen der Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie der Handwerkskammer (HWK) deutlich.

Jetzt hoffen die Kammern auf eine Wende – auch dank der vom Bund anvisierten Einmal-Prämie für jeden neuen Ausbildungsvertrag.

22 Prozent Ausbildungsverträge weniger

Tatsächlich ist die Zahl der Azubi-Neuverträge in den von der IHK vertretenen Berufen landesweit um 22 Prozent eingebrochen: Lag die Zahl am 31. Mai 2019 noch bei 5421, wurden bis dato dieses Jahres bislang erst 4207 Neuverträge abgeschlossen, wie Thore Hansen, Leiter für Aus- und Weiterbildung bei der IHK zu Kiel, mitteilt.

Ein ähnliches Bild bei der Handwerkskammer: Hier lag die Zahl der neuen Ausbildungsverträge nach Angaben der Kammern in Flensburg und Lübeck landesweit am 2. Juni 2019 noch bei 2681, zum selben Datum in diesem Jahr waren es nur 2170 Neuverträge – das sind 19 Prozent weniger.

Veranstaltungen zur Berufsorientierung mussten ausfallen

Begründet sind die Rückgänge mit der Corona-Krise: „Vieles, was der Berufsorientierung diente, hatte gar nicht stattgefunden“, sagt Carmen Carstensen, Ausbildungsberaterin bei der Handwerkskammer Flensburg. „Kontaktmessen oder entsprechende Veranstaltungen an Schulen sind ja leider ausgefallen“, sagt auch Hansen von der IHK. Fügt aber hinzu:

Wir haben noch die Chance, Firmen und Auszubildende zusammenzubringen. Thore Hansen

Anreize für kleine und mittelständische Unternehmen

Unter anderem wegen der von Bundeskabinett beschlossenen Hilfen zum Erhalt von Lehrstellen: Kleine und mittelständische Unternehmen, die die Zahl ihrer Ausbildungsplätze stabil halten, sollen eine Prämie von 2000 Euro erhalten – und jene, die zusätzliche Ausbildungsplätze schaffen, sollen 3000 Euro bekommen.

Zudem bestehe der Fachkräftemangel ja weiterhin, sagt Hansen. Schleswig-Holsteins Handwerkskammer-Präsident Jörn Arp macht daher deutlich:

Aus unserer Sicht ist die Ausbildung die beste Möglichkeit, dem Fachkräftemangel vorzubeugen. Jörn Arp
 
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