Auffrischungsimpfung empfohlen : Booster-Impfung für alle: Was Sie jetzt wissen müssen

Avatar_shz von 07. Dezember 2021, 17:00 Uhr

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Die Booster-Impfungen werden von der Stiko empfohlen.
Die Booster-Impfungen werden von der Stiko empfohlen.

Lange hatte die Stiko gezögert, bis sie für alle Personen ab 18 Jahren eine Corona-Auffrischungsimpfung empfohlen hat. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Boostern im Überblick.

Hamburg | Eine Auffrischungsimpfung soll zusätzlichen Schutz vor dem Coronavirus bieten. Auch der angehende neue Bundeskanzler Olaf Scholz appellierte an die Bürger, sich impfen zu lassen und somit eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten rund ums Boostern. Wo kann ich mich boostern lassen? Haus-, Fach- und Betriebsärzte dürfen Booster-Impfungen durchführen. Zudem planen die Länder eigene Impfangebote, etwa in Impfzentren oder mit mobilen Impfteams. Auch Apotheker, Zahnärzte, Pflegefachkräfte und voraussichtlich Tierärzte sollen laut Bund-Länder-Beschlüssen bald impfen dürfen. Generell empfiehlt es sich, auch nach lokalen Impfaktionen vor Ort Ausschau zu halten, die etwa die einzelnen Städte und Gemeinden organisieren. Warum sollte ich mich boostern lassen? Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung nimmt der Schutz vor einer Infektion über die Zeit nach der Impfung deutlich ab. Um den Impfschutz weiterhin hoch zu halten und vor allem schwere Krankheitsverläufe zu verhindern, empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) daher eine Booster-Impfung. Zudem lasse die Auffrischimpfung einen längerfristigen robusten Impfschutz erwarten. Wer kann sich boostern lassen? Die Stiko empfiehlt für alle Personen ab 18 Jahren eine Auffrischungsimpfung. Personen mit Immundefizienz, im Alter von über 70 Jahren oder aus medizinischen und pflegerischen Einrichtungen sollten jedoch vorrangig geimpft werden. Die Empfehlung zum Boostern gilt auch für Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel. Welchen zeitlichen Abstand zur letzten Corona-Schutzimpfung muss ich einhalten? Die Auffrischimpfung soll in der Regel im Abstand von sechs Monate zur letzten Impfstoffdosis erfolgen – also sechs Monate nach Erhalt des vollständigen Impfschutzes. Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung kann "im Einzelfall, oder wenn genügend Kapazitäten vorhanden sind", bereits eine erneute Impfung nach fünf Monaten erwogen werden. Da der Impfstoff von Johnson & Johnson nur einmalig geimpft wird, ist eine eine zweite Impfdosis mit einem Impfstoff von Moderna oder Biontech/Pfizer bereits ab vier Wochen nach der Johnson-&-Johnson-Impfung möglich. Ich war bereits mit Covid-19 infiziert. Sollte ich mich trotzdem boostern lassen? Ja. Die Empfehlung für die Auffrischungsimpfung gilt für Personen, die nach Covid-19-Impfung infiziert waren – egal ob sie zuvor ein oder zwei Impfdosen erhalten haben. Dort soll die Auffrischimpfung im Abstand von sechs Monaten zur Infektion erfolgen. Personen, die eine Infektion durchgemacht und erst danach eine Impfstoffdosis erhalten haben, sollten sich in der Regel sechs Monate nach der vorangegangenen Impfung boostern lassen. Video: Wie lange gilt mein Impfschutz und ab wann sollte ich die Booster-Impfung nutzen? Video: Wie lange gilt mein Impfschutz und ab wann sollte ich die Booster-Impfung nutzen? Mit welchem Impfstoff sollte ich mich boostern lassen? Unabhängig davon, welcher Impfstoff zuvor verwendet wurde, soll für die Auffrischimpfung ein mRNA-Impfstoff verwendet werden. Das bedeutet eine Impfung mit dem Impfstoff von Moderna oder Biontech/Pfizer. Wurde bei mindestens einer der ersten Impfungen bereits der Impfstoff von Moderna oder Biontech verwendet, soll laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung – wenn möglich – der gleiche Impfstoff für die Auffrischimpfung benutzt werden. Es gibt jedoch auch Experten, die Kreuzimpfungen eine noch höhere Wirksamkeit zusprechen. Der angehende Gesundheitsminister Karl Lauterbach schrieb beispielsweise bereits Ende Oktober auf Twitter, dass Biontech-Geimpfte sich mit Moderna boostern lassen sollten, Moderna-Geimpfte mit Biontech und Johnson-&-Johnson-Geimpfte mit Moderna. Auch eine britische Studie empfiehlt Kreuzimpfungen aufgrund der etwas besseren Wirksamkeit des Impfschutzes. Sicher ist vor allem, dass Personen unter 30 Jahren möglichst mit dem Vakzin von Biontech geimpft werden sollten, um das Risiko von Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündungen möglichst gering zu halten. Das teilte die Stiko mit. Für Personen über 30 Jahren sind demnach beide Impfstoffe gleichermaßen geeignet. Warum werden nur mRNA-Impfstoffe für die Auffrischungsimpfungen verwendet? Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat die Vektorimpfstoffe Astrazeneca und Johnson & Johnson nicht für die Auffrischungsimpfung zugelassen. Daher kommen zum Boostern nur die mRNA-Impfstoffe von Moderna und Biontech/Pfizer infrage. Hilft Boostern auch gegen die Delta- und Omikron-Variante? Verschiedene Studienergebnisse zeigen laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, dass die Wirksamkeit der verfügbaren mRNA-Impfstoffe bezüglich der derzeit vorherrschenden Delta-Variante leicht abgeschwächt, aber weiterhin hoch ist. Bei der Omikron-Variante gibt es noch viele offene Fragen. Der Chef des US-Impfstoffherstellers Moderna sagte in der "Financial Times" Ende November, er gehe von einer „erheblichen Abnahme“ der Schutzwirkung aus. Biontech-Mitgründer Ugur Sahin schließt nach Angaben der "Berliner Zeitung" nicht aus, dass Omikron mehr Infektionen bei Geimpften verursachen könnte. Sehr wahrscheinlich schützten die aktuellen Impfungen aber weiter gegen schwere Verläufe. Lesen Sie auch: Booster-Impfung: So behält Ihr Impfzertifikat seine Gültigkeit Mehrere Bundesländer kippen Testpflicht nach Booster-Impfung Großer „Booster-Marathon“ hat begonnen: Corona-Drittimpfungen im Minutentakt Wie lange hält der Booster-Impfschutz? Aktuell empfiehlt die Stiko eine, nicht mehrere Auffrischungsimpfungen. Diese sollte zumindest in den kommenden Monaten einen grundsätzlichen Schutz vor schweren Krankheitsverläufen gewährleisten. Die Bundeszentrale weist aber darauf hin: "Ob und wenn für wen in Zukunft weitere Auffrischimpfungen nötig sein werden, ist unsicher." Es fehlten aktuell wissenschaftliche Erkenntnisse, die sich mit der Wirksamkeit der Impfstoffe nach drei Dosen über einen langen Zeitraum beschäftigten. Wie lange der Booster-Impfschutz anhält, ist somit noch nicht geklärt. Video: Testpflicht-Befreiung könnte nach Booster ausgeweitet werden Nach Booster: Testpflicht-Befreiung könnte Schule machen Wie gelangt die dritte Impfung in mein Impfzertifikat? Das digitale Impfzertifikat kann in der CovPass-App oder der Corona-Warn-App gespeichert und vorgezeigt werden, sobald nach dem Impfnachweis verlangt wird. Um die Auffrischungsimpfung in der App zu hinterlegen, wird ein QR-Code benötigt – in der Regel erhält man diesen nach der Booster-Impfung. Es ist aber auch möglich, in eine Apotheke zu gehen und sich den QR-Code unter Vorlage des Impfpasses beziehungsweise der Impfbescheinigung für den Scan generieren lassen. Liegt der QR-Code vor, kann er ganz einfach in der jeweiligen App gescannt werden und erscheint als "Impfung 2 von 2" oder "Impfung 3 von 3", je nachdem, wie viele Impfungen bei der Grundimmunisierung vorlagen. Laut den Entwicklern der Corona-Warn-App erscheint das Zertifikat der Auffrischungsimpfung nach 14 Tagen automatisch an erster Stelle. Gelte ich auch ohne Booster-Impfung als vollständig geimpft? Ja, noch. es wird jedoch bereits darüber diskutiert, ob der Corona-Impfstatus ohne Auffrischungsimpfung verfällt. Eine endgültige Entscheidung steht jedoch noch aus. ...

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