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Infrastruktur : Bundesstraßen in Schleswig-Holstein sind in miserablem Zustand

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Infrastrukturbericht enthüllt großen Nachholbedarf bei Instandhaltung – besser sieht es bei Autobahnen aus.

Die Bundesstraßen sind in Schleswig-Holstein in einem deutlich schlechteren Zustand als in fast allen anderen Ländern. Nur in den Stadtstaaten Bremen und Berlin sind sie noch baufälliger. Dagegen sind die Autobahnen in Schleswig-Holstein überdurchschnittlich gut erhalten und sogar besser als in Bayern oder Baden-Württemberg. Das geht aus dem erstmals erstellten Verkehrsinfrastrukturbericht des Bundes hervor, den Minister Alexander Dobrindt diese Woche dem Deutschen Bundestag vorgelegt hat.

Schleswig-Holstein hat seine Infrastruktur, zu der auch die beanstandeten Straßen gehören, über Jahre vernachlässigt. Es gibt einen riesigen Sanierungsstau. Im Verkehrssystem klafft eine Finanzierungslücke von 69 Prozent.

Nach dem Dobrindt-Bericht ist in Schleswig-Holstein fast die Hälfte der Bundesstraßen in so schlechtem Zustand, dass sie bald repariert oder zumindest intensiv beobachtet werden müssen. Nur jede dritte ist in gutem oder sehr gutem Zustand. Besonders kritisch sind die Ortsdurchfahrten: Dort befinden sich nur 22 Prozent der Bundesstraßen in mindestens guter Verfassung, 48 Prozent dagegen in schlechter.

Der für den Unterhalt der Bundesstraßen zuständige Landesverkehrsminister Reinhard Meyer räumte ein, dass es bei den Bundesstraßen „noch Nachholbedarf gibt“. Zuletzt habe der Schwerpunkt auf der Instandsetzung von Autobahnen gelegen. „Das sind die wichtigsten Verkehrsadern, die einen hohen Investitionsaufwand erfordern“, sagte Meyer. Unter anderem seien die A1 und die A24 seit Anfang der 2000er Jahre „von Grund auf erneuert und verstärkt worden“.

Die Investitionen in die Autobahnen machen sich in Dobrindts Infrastrukturbericht denn auch positiv bemerkbar. So sind in Schleswig-Holstein nur ein Fünftel der Schnellstraßen in schlechtem oder sehr schlechtem Zustand und fast zwei Drittel (64 Prozent) in mindestens gutem. Damit liegt das Land zwei Punkte über dem Bundesschnitt und auf Platz vier der westdeutschen Flächenländer, noch vor Bayern mit 55 Prozent. Ganz vorn liegen die ostdeutschen Länder. Und überall sind die Autobahnen deutlich besser erhalten als die Bundesstraßen.

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erstellt am 29.Apr.2016 | 19:29 Uhr

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