Proeuropäischer Kurs : Bundesratspräsidentschaft: Daniel Günther will mutig sein

Daniel Günther /Archiv
Daniel Günther ist seit Juni 2017 Ministerpräsident von Schleswig-Holstein.

Am Freitag lässt sich der Schleswig-Holsteinische Ministerpräsident in der Länderkammer wählen. Seine Frau wird vorerst nicht mehr öffentlich auftreten.

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18. Oktober 2018, 10:20 Uhr

Kiel/Berlin | Dem designierten Bundesratspräsidenten Daniel Günther (CDU) wird bei offiziellen Terminen zunächst seine Frau Anke fehlen. Beide waren am Wochenende zum zweiten Mal Eltern einer Tochter geworden. „Ich hoffe man wird es uns nachsehen, wenn das für meine Frau und mich Vorrang hat. Ich werde daher, zumindest in der ersten Zeit, ohne meine Frau auftreten“, sagte der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein der Deutschen Presse-Agentur.

Am Freitag will sich Günther in der Länderkammer zum Präsidenten des Bundesrates wählen lassen. Am 1. November soll er das Amt offiziell antreten. Das Jahr seiner Bundesratspräsidentschaft und der Tag der Deutschen Einheit 2019 in Kiel sollen unter dem Motto „Mut verbindet“ stehen.

Günther gegen antieuropäische Bewegungen

Die Politik müsse wieder mehr Zuversicht in die Zukunft vermitteln, sagte Günther. „Ich habe im Moment den Eindruck, dass sich Deutschland – auch oder gerade auch wegen der Politik – in einer Art von Verzagtheit befindet, die es zu durchbrechen gilt.“ Wenn man etwas bewegen möchte, dann brauche es Optimismus und vor allem Mut. „Gerade in so herausfordernden Zeiten wie jetzt können wir so viel erreichen, wenn wir gemeinsam mutig sind. Das gilt für Deutschland und das gilt auch für Europa.“ 2019 ist Europawahl. „Ich will auch Mut machen, den antieuropäischen Bewegungen energisch entgegenzuwirken“, sagte Günther. Diese großartige Idee eines Europas, in dem Menschen in Frieden, Freiheit und Wohlstand zusammenleben, müsse nicht nur bewahrt, sondern täglich weiter erarbeitet und erstritten werden.

Der Präsident der Länderkammer übernimmt auch die Vertretung des Bundespräsidenten und leitet die Sitzungen des Bundesrats in Berlin. „Wir müssen es schaffen, dass Politik den Menschen wieder Freude bereitet. Da können auch die Sitzungen des Bundesrats noch eine Schippe rauflegen“, sagte Günther. Sie müssten ein Stück weit verständlicher, offener und moderner werden. „Das wird auch der Politik gut tun.“ Günther freut sich auf das Amt. „Ich bin jetzt erst seit etwas über einem Jahr Ministerpräsident und darf dann auch noch die Präsidentschaft im Bundesrat übernehmen. Dieses Glück muss man erstmal haben.“

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