"Bücher in Not": Uni-Bibliothek zeigt restaurierte Exemplare

Dr. Klára Erdei, Leiterin des Arbeitsbereichs Altbestände der Universitätsbibliothek, mit einem der gefährdeten Bücherschätze. Foto: KIM
Dr. Klára Erdei, Leiterin des Arbeitsbereichs Altbestände der Universitätsbibliothek, mit einem der gefährdeten Bücherschätze. Foto: KIM

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20. Mai 2011, 07:34 Uhr

Kiel | Viele Bücher in der Universitätsbibliothek Kiel sind vom Zerfall bedroht. Der Grund: Säure frisst sich langsam, aber stetig durch die wertvollen Kulturgüter aus längst vergangenen Tagen. Vor zehn Jahren startete die Uni deshalb die Buchpatenschaftsaktion "Bücher in Not", um wertvolle Exemplare vor dem Zerfall zu retten. Ab heute werden restaurierte Handschriften, Wiegendrucke und alte Publikationen aus der Zeit vor 1800 ausgestellt, die im Zuge der Aktion restauriert wurden. Besondere Schätze unter den ausgestellten Werken sind zum Beispiel das lateinische Wörterbuch "Catholicon" von 1460 oder Pergamenthandschriften des Publius Ovidius Naso aus dem 13. Jahrhundert.

Seit dem Start der Aktion "Bücher in Not" im Jahr 2001 haben zahlreiche Nutzer der Bibliothek Patenschaft für einzelne Bücher übernommen. Mit mehr als 45 000 Euro Spenden konnte "Bücher in Not" bisher 87 historische Schriften restaurieren lassen. Mit der Ausstellung zum Jubiläum der Aktion möchte sich die Universitätsbibliothek bei allen Patinnen und Paten bedanken und gleichzeitig neue Fans alter Drucke für deren Rettung begeistern.

Die Universitätsbibliothek Kiel besitzt mit circa 45 000 Bänden einen der größten Bestände an alten Büchern in Schleswig-Holstein. Alle Bücher des 15. bis 18. Jahrhunderts werden in besonders geschützten und klimatisierten Magazinen verwahrt und werden nur zur Benutzung im Lesesaal der Hauptabteilung bereitgestellt.

Das war nicht immer so. Häufige Benutzung, schlechte Lagerungsumstände in der Vergangenheit oder ein Brand der Bibliothek im Zweiten Weltkrieg hinterließen ihre Spuren. Etliche dieser Kostbarkeiten zeigen heute "Alterserscheinungen", sind von Schimmelpilz, Feuchtigkeit oder Tintenfraß befallen. Buchrücken sind eingerissen oder ganz abgefallen. Viele Bücher sind inzwischen so stark beschädigt, dass sie kaum noch benutzt werden können. Die sachgemäße Restaurierung ist mit einem erheblichen finanziellen Aufwand verbunden.

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