Zahlen des Finanzministeriums : Brauereien in SH: Biersteuer bringt dem Land 19 Millionen Euro          

Der Bierdurst in Deutschland ist rückläufig – doch die Flensburger Brauerei trotz dem Trend.
Foto:
Der Bierdurst in Deutschland ist rückläufig – doch die Flensburger Brauerei trotz dem Trend.

Die 23 Braustätten im Land bescheren der Finanzministerin satte Einnahmen. Doch der Trend geht zu Bier-Mixgetränken.                                     

von
24. Januar 2018, 09:52 Uhr

Flensburg | Eine berauschende Landesförderung: Wer Schleswig-Holstein finanziell unterstützen will, der sollte ab und zu ein Bierchen trinken. Einzige Bedingung: Der Gerstensaft muss in einer der 23 Braustätten des Landes hergestellt worden sein, Heineken & Co. zählen nicht. 19.250.860,84 Euro Einnahmen aus der Biersteuer verbuchte Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) für 2017. Das ist knapp eine Million weniger als im Jahr zuvor, als 20,39 Millionen Euro erzielt wurden, teilte das Finanzministerium gegenüber unserer Redaktion mit. Trotzdem ein kräftiger Schluck aus der Pulle für die Finanzministerin, denn mit dem Geld können beispielsweise 385 Lehrer bezahlt werden.

Gemessen an den gesamten Steuereinnahmen des Landes im vergangenen Jahr in Höhe von neun Milliarden Euro ist die Biersteuer ein eher kleiner Posten. „In Schleswig-Holstein zählt jeder Euro. Deshalb ist auch die Einnahme aus der Biersteuer herzlich willkommen. Genauso willkommen sind neue innovative Unternehmen, die bei uns im echten Norden Craftbeer etablieren. Aber bevor ich Ärger mit meinem Kollegen Dr. Garg bekomme: Bier brauen und Bier trinken sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Die Steuer fällt beim Brauen des Bieres an, nicht beim Verkauf. Das Bier muss also nicht getrunken werden, damit die Biersteuer fließt“, erklärt Finanzministerin Monika Heinold (Grüne). Berechnet wird die Steuer vom Fiskus nach der Stammwürze. Für einen Liter Pils werden ungefähr neun Cent fällig, der Bock ist teurer.

 

Der Trend zum Leichtbier beziehungsweise zu Bier-Mixgetränken bei vielen kleinen Brauereien im Norden ist auch ein Grund, warum die Einnahmen aus dem Bier nicht mehr so üppig schäumen. Dabei wächst das Schleswig-Holsteinische Bier-Flaggschiff, die Flensburger Brauerei, gegen den Bundestrend. Während die deutschen Brauer bis November 2017 ein Absatzminus von 1,7 Prozent verzeichneten, konnten die Flensburger mit ihren Produkten um 0,5 Prozent zulegen.

Viel Hoffnung, dass eine erfolgreiche Fußball-Weltmeisterschaft den Bierabsatz und damit die Steuereinnahmen erhöht, kann sich Monika Heinold nicht machen. Zwar flossen 2014 beim WM-Sieg in Brasilien 24,9 Millionen Euro Biersteuer ans Land und damit über eine Million Euro mehr als im Jahr davor und danach, aber weder 2010 noch 2006 gab es einen ähnlichen Effekt. Noch schlechter sieht es bei Fußball-Europameisterschaften aus, da sorgte 2012 nur das deutsche Halbfinal-Aus gegen Italien (1:2) für ein Plus von 128.337,80 Euro gegenüber dem Vorjahr.

zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen