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Brandstiftung in Süderhaff: Gericht rehabilitiert Eigentümer des Strandhotels

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erstellt am 10.Mai.2013 | 03:59 Uhr

süderhaff | Jeder, der beim legendären "Annies Kiosk" in Süderhaff gegenüber von den Ochseninseln Hotdogs oder Softeis isst, hat sie vor Augen: die Ruine des im Februar 2012 abgebrannten Strandhotels. Die Strafverfolgungsbehörden sind überzeugt, dass das Feuer gelegt worden ist. Einen zunächst Tatverdächtigen lässt die Justiz jetzt laufen: Ein Gericht in Sonderburg hat den Hoteleigentümer vom Vorwurf der Brandstiftung freigesprochen.

"Das waren 15 schlimme Monate", sagt der Freigesprochene Niels Nedertoft Jensen über die Zeit seit dem Brand. "Aber ich war die ganze Zeit überzeugt, dass wir bessere Argumente als die Anklagebehörde hatten." Mehrere Familienmitglieder weinten vor Freude, als Nedertoft Jensen das Gericht als freier Mann verließ.

Wäre es nach der Einschätzung der Staatsanwaltschaft gegangen, hätten die Verwandten ihn längere Zeit nicht zu Gesicht bekommen. "Es war ein geplantes Verbrechen, und große Summen waren im Spiel", sagte Anklägerin Camillia Dal. Sie forderte in dem Prozess mindestens zwei Jahre Freiheitsstrafe ohne Bewährung. Nach der Freisprechung durch das Gericht erklärte Dal nur: "Ich nehme das Urteil zur Kenntnis, aber ich habe nicht soviel dazu zusagen."

Sachverständige hatten in dem Gebäude sechs Brandnester in der ersten Etage des Hotels identifiziert. Die Experten konnten sich jedoch nicht einigen, inwieweit ein defekter Heizbläser das Feuer verursacht und ausgebreitet hat oder ob in den fünf Zimmer eine brennbare Flüssigkeit ausgebracht worden war. In 17 Proben wurden zumindest keine Spuren einer brennbaren Flüssigkeit gefunden.

Die Staatsanwaltschaft hat nun zwei Wochen zur Verfügung um zu überlegen, ob sie gegen das Urteil eine Instanz höher, beim Vestre Landsret in Viborg, in Berufung geht. Für Verteidiger Jesper Baungaard war es sein erster großer Strafprozess. "Ich bin selbst Feuerwehrmann", sagte er.

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