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Tatort : „Borowski und die Rückkehr des stillen Gastes“ - Mörderisches Déjà-vu in Kiel

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Tatort-Fans haben drei Jahre gewartet - heute kehrt der Frauenmörder Kai Korthals zurück. Diese Tatort-Folge schockt bis zum Schluss, sagt Frank Kober.

Kiel | Verdammt, war das gruselig 2012. Damals düpierte der Serienkiller Kai Korthals (Lars Eidinger) unseren Kieler Brumm-Cop Klaus Borowski (Axel Milberg), in dem er spurlos in die Wohnungen seiner Opfer eindrang und wieder verschwand. Als er sich dann noch über Kollegin Sarah Brandt hermachte (Sibel Kekilli), war der Horror perfekt. Schlimmer noch: Nach seiner Festnahme konnte Korthals fliehen und tauchte ab.

Bis heute Abend. Bis die lange vermisste Mandy Kiesel (Lea Draeger) an der Kieler Förde aufgefunden wird. Total verwirrt, mit Folterspuren und einem blutenden Unterleib. Irgendwer hatte ihr offenbar ein Baby aus dem Bauch gesäbelt. Irgendwer?

„Er kommt einfach durch die Wand“, berichtet Mandy von ihrem Peiniger, bevor sie stirbt. Und wieder packt unsere Kommissare das Grauen. Doch diesmal ist Korthals ganz auf Borowski fixiert. Weil der das inzwischen aufgefundene Baby in Sicherheit gebracht hat – sein Baby! Und weil Borowski jetzt verwundbar ist. Hat sich doch der Exzentriker endlich zu seinen Gefühlen und zu seiner großen Liebe bekannt – Ex-Polizeipsychologin Frieda Jung (Maren Eggert). Himmel, er will sie sogar heiraten.

Also entführt Korthals Frieda und steht schon bald in der Küche des perplexen Kommissars: „Mein Baby gegen Dein Glück!“ Dann gehen die beiden aufeinander los …

Unheimlich, wie Sascha Arango (Buch) und Claudia Garde (Regie) dieses Psycho-Spiel erneut auf die Spitze treiben. Höchst subtil, fast ohne Lärm und mit einer Dramaturgie, die sich wie von hinten an uns Zuschauer heranschleicht, in unsere Köpfe dringt und die schauerlichsten Bilder erzeugt.

Unheimlich auch, wie Eidinger seinem Psychopathen erneut Gestalt und sogar eine gewisse Logik verleiht. Zum Fürchten! Und obwohl wir von Anfang an wissen, wer hier am Schlitzen ist, überrascht und schockt dieser „Tatort“ im Minutentakt. Bis zum Schluss.

So beginnt der wahre Horror erst nach 21:45 Uhr. Wenn das Licht aus ist und wir im Bett liegen. Dann kratzt es an der Wand …

„Tatort – Borowski und die Rückkehr des stillen Gastes“, 20.15 Uhr, ARD

 

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