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Heute Abend im „Tatort“ : Blutiger Neustart an der Spree

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nach Ritter und Stark ermitteln jetzt Rubin und Karow - und zwar ganz anders, als man es bisher aus Berliner „Tatorten“ kennt.

shz.de von
erstellt am 22.Mär.2015 | 13:03 Uhr

Neues Team, neues Glück. Und klar, der neue Berliner „Tatort“ muss unsere Wohnzimmer rocken. So modern wie hässlich, so sanft wie brutal, so politisch unkorrekt wie multikulti. Was wir eben von der Hauptstadt erwarten und was Ritter und Stark einfach nicht transportieren konnten (oder wollten) – diese Sandmännchen von vorgestern mit ihrer bürgerlichen Moral.

Nein, jetzt gibt Hauptkommissarin Nina Rubin (Meret Becker) die Großstadtgöre, hat einen russisch-jüdischen Mann, zwei Bengel namens Tolja und Kaleb, und sie vögelt sich durch die Berliner Partyszene, um ihre Grenzen auszuleben.

Jetzt gibt Kollege Robert Karow (Mark Waschke) – wenn er nicht grad mit seiner sinisteren Karriere hadert – wahlweise den Pfiffikus oder den Büro-Zampano, scheucht kleine Hospitantinnen (Carolyn Genzkow) zur Recherche und große Drogenbosse durch ganz Berlin.
Und natürlich wird bei ihrem ersten Fall nicht irgendwer einfach irgendwie umgelegt, sondern eine junge Frau regelrecht geschlachtet und ausgeweidet. Nur, weil ihr als „Muli“, also als angeheuerter Drogenkurierin nach ihrer Rückkehr aus Brasilien, eins von hundert Kondomen voll Kokain im Magen platzt und die bösen Jungs (Kida Khodr Ramadan, Robert Gallinowski) nicht auch noch den Rest der teuren Ware verlieren wollen.

So läuft das ab jetzt in Berlin. Denn Stefan Kolditz (Buch) und Stephan Wagner (Regie) haben vom RBB offenbar Order, im neuen Hauptstadt-„Tatort“ auch hauptstadtmäßig die Sau rauszulassen. Ganz im Look solcher Spree-Reißer, wie „KDD – Kriminaldauerdienst“ oder „Im Angesicht des Verbrechens“: schmutzig, subversiv, cool. Randvoll mit Bruchfiguren und Antihelden. Und mit den schönsten Schmuddel-Ecken Berlins als Kulisse – vom Kreuzberger Kiez bis zum „Fluch“hafen BER.

Lassen wir die Theatralik weg (Becker), das aufgesetzt Lässige (Waschke) und die düster-brutalen Bilder, dann bleibt heute Abend kaum mehr als ein beliebiger Krimi. Aber der ist immerhin Berlin pur – „arm, aber sexy“.

„Tatort – Das Muli“, 20.15 Uhr, ARD

Wer ermittelt wann und wo? Schleswig-Holstein am Sonntag verrät, wann Ihre Lieblingsermittler im Einsatz sind: www.shz.de/tatort


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