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Schleswig-Holstein

21. Oktober 2017 | 09:00 Uhr

Freudenhof : Bio aus voller Überzeugung

vom

Freudenhof seit 1985 Bioland-Betrieb mit Gemüseanbau und Legehennen. Zum ersten Mal mit Stand auf Gottorfer Landmarkt vertreten.

shz.de von
erstellt am 07.Mai.2013 | 07:07 Uhr

schleswig | Auf dem Gottorfer Landmarkt treffen sich am Sonntag zum 14. Mal Betriebe, die Bio-Produkte oder nachhaltige Dienstleistungen anbieten und ökologisch interessierte Verbraucher. Dabei schlägt der Markt auch über die Grenzen Schleswig-Holsteins hinaus Wellen; die Veranstalter sprechen sogar vom größten Ökomarkt Deutschlands. Mit von der Partie ist auch Familie Petersen aus Freienwill. Mit ihrem "Freudenhof" haben sie bereits sehr früh den Umstieg auf Bio-Anbau gewagt. Ihre Geschichte spiegelt deshalb das Motto des diesjährigen Landmarktes: "Bio-erleben bedeutet Wandel".

"Wir sind Idealisten", sagt Franziska Petersen. Ihr Mann Herbert hat sich schon für biologische Landwirtschaft ausgesprochen, als man wegen dieser Überzeugung noch ordentlich Gegenwind verspürte. In seinem Agrarstudium wurde ihm noch beigebracht: Bio ist unwirtschaftlich. Einige Beispielhöfe machten Petersen allerdings Mut. Er schrieb seine Diplomarbeit über dieses Thema und beschloss, den elterlichen Betrieb "Freudenhof" auf Bio umzustellen. Daraufhin besuchte ihn sein damaliger Lieblingsdozent sogar in Freienwill und versuchte vehement, Petersen von seinen Plänen abzubringen. "Da wurde ich wütend und dachte mir: Jetzt erst recht!"

Die erste Zeit war damals besonders hart. Petersen musste feststellen, dass sein Idealismus größer als sein Realismus gewesen ist. "Ich habe den Hof mit Schulden übernommen, viele Fehler und deshalb Verluste gemacht", berichtet er aufrichtig. Aber in den letzten Jahrzehnten hat sich auf dem Freudenhof einiges getan. Dabei setzen die Petersens die strengen Bioland-Auflagen so automatisch um, dass Herbert Petersen sogar kurz überlegen muss, welche das sind. Seit 28 Jahren hat er den Vertrag mit Bioland und stellt fest: "Die Regeln werden immer komplizierter."

Heute fährt Petersen, wie er selbst sagt, "auf kleinem Level". Sechs ihrer zehn Hektar verpachten die Petersens, vier werden selbst bewirtschaftet. Hier wachsen neben Kartoffeln und Möhren noch Zwiebeln, Kohl und ein wenig Getreide. Wegen des langen Winters konnten Salat und Kohl erst vor zwei Wochen gepflanzt werden, "das hätten wir sonst schon längst gemacht", so Herbert Petersen. Er produziert und verkauft aber nicht nur Gemüse, sondern hält auch 110 Hühner. In großen Gehegen tummeln sich 80 braune und 30 weiße. Sie sorgen für 80 Eier täglich - zumindest im Schnitt. Im Herbst legen sie weniger, was es für den Landwirt schwierig macht, einem Abnehmer eine konstant hohe Anzahl anbieten zu können. "Das ist schwer zu managen", sagt Franziska Petersen und ihr Mann scherzt: "Am liebsten wäre es mir, wenn man den Hühnern sagen könnte, wie viele Eier man braucht."

Ihre Produkte verkaufen die Petersens auf drei Wegen: Den Großteil ihres Umsatzes machen sie zwei Mal pro Woche auf dem Markt im Flensburger Stadtteil Mürwik. Rückläufig ist die Kundenzahl im eigenen Hofladen, besser läuft es mit Gemüsekisten, die im Abo bestellt werden können. Diese werden wöchentlich mit frischen Produkten bestückt und im Umkreis von Freienwill zu Privatkunden gefahren - entweder auf konkrete Bestellungen hin oder mit überraschendem Inhalt. Die Nachfrage nach diesem bequemen Service steige sogar bei Studenten immer mehr, so Petersen.

Mit seinen Angeboten und Bioland-Produkten ist der Freudenhof nun auch zum ersten Mal auf dem Gottorfer Landmarkt vertreten. Dorthin eingeladen wurden die Petersens schon einige Male, hatten aber bisher auf ihrem "kleinen Höfchen",wie Franziska Petersen den Freudenhof nennt, immer zu viel zu tun. Jetzt hoffen sie darauf, bei einigen Neukunden den Fuß in die Tür zu bekommen. "Der Name Freudenhof bleibt dann vielleicht bei einigen hängen", hofft sie.

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