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Professor der FHVD Altenholz : Betrugsverdacht gegen Polizei-Dekan

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Haben drei abgeordnete Mitarbeiter versucht, sich ein höheres Trennungsgeld zu beschaffen? Die Staatsanwaltschaft Kiel ermittelt.

shz.de von
erstellt am 09.Feb.2016 | 18:34 Uhr

Kiel | Generationen von Polizisten lernten von ihm, was Recht ist. Nun soll er es gebrochen haben: Die Staatsanwaltschaft Kiel ermittelt gegen  Professor Hartmut Brenneisen (Foto),  Dekan des Fachbereichs Polizei  an der Fachhochschule für Verwaltung und Dienstleistung (FHVD) in Altenholz. Mit seiner Hilfe sollen zwei Mitarbeiter versucht haben, einen Betrug zu begehen.

An der Fachhochschule in Altenholz werden die künftigen Polizeikommissare des Landes ausgebildet. Ihr  Studium dauert drei Jahre, inklusive Praktika in den Zweigen, in denen sie tätig werden. Mit dem Abschluss hat der Absolvent die Voraussetzungen geschaffen, in den gehobenen Dienst einzutreten.

Die Nachricht ging wie eine Schockwelle durch die Landespolizei. Es geht um Trennungsgeld, das Beamte bekommen, wenn sie befristet Dienst an einem anderen Ort leisten. Also beispielsweise als Lehrkräfte in Altenholz.

„Zwei an die Fachhochschule abgeordnete Mitarbeiter der Landespolizei sollen versucht haben, sich mit Wissen und Unterstützung des Vorgesetzten ein höheres Trennungsgeld zu verschaffen“, sagt Axel Bieler, Sprecher der Kieler Staatsanwaltschaft. In ihren Anträgen sollen sie falsche Angaben gemacht haben. „Wir ermitteln wegen des Verdachts des Betrugs zum Nachteil des Ausbildungszentrums.“

Der Hinweis auf die Ungereimtheiten kam aus dem Innenministerium. Dort sollen die Betreffenden, darunter Prodekan  Dirk Staack, ganz offen mit ihrem Anliegen auf ein höheres Trennungsgeld umgegangen sein – was die juristische Bewertung des Falles extrem schwierig macht. Die Staatsanwaltschaft geht von einer Straftat aus, wertet die Unterstützung des  Dekans als Beihilfe. Dafür soll ein Strafbefehl beantragt worden sein, über den derzeit aber noch nicht entschieden ist. Der zuständige Richter am Amtsgericht Eckernförde soll nämlich eine andere Rechtsauffassung haben, wie die beiden Anträge auf Trennungsgeld zu werten sind. Und da liegt der Knackpunkt: Sind es gar keine Straftaten, dann hätte der Dekan auch keine Beihilfe geleistet.

Oberstaatsanwalt Bieler: „Unserer Rechtsauffassung ist klar.“ Die Staatsanwaltschaft wolle daher auch eine Anklage nicht ausschließen. „Die abschließende Entscheidung wird derzeit geprüft.“ Die Fachhochschule hat auf Anfrage keine Stellung zu den Vorwürfen genommen.

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