Silvester : Besonders nach Mitternacht: Mehr Rettungseinsätze zum Jahreswechsel

Wie Silvester für die Rettungskräfte verläuft, ist ungewiss. Aber eins ist sicher: Ein Rettungswagen ist kein Taxi.

Jens_Kerrin.jpg von
29. Dezember 2017, 16:40 Uhr

Kiel | Raketen, Böller und betrunkene Menschen – keine gute Kombination für die Rettungsteams in Schleswig-Holstein. Besonders nach Mitternacht häufen sich die eingehenden Notrufe. Doch der Direktor des Instituts für Rettungs- und Notfallmedizin des UKSH Dr. Jan-Thorsten Gräsner wagt keine eindeutige Prognose für den Jahreswechsel 2017/2018. Er ist seit 1991 im Rettungsdienst tätig. In einem Jahr ist er ununterbrochen im Einsatz, im nächsten Jahr gibt es nur wenig Unfälle. „Es bleibt eine Überraschung. Was dieses Jahr an Silvester passieren wird, kann man nicht voraussagen“, meint Gräsner.

„Ein Rettungseinsatz an Silvester unterscheidet sich kaum von Einsätzen an anderen Tagen“, so der Notarzt. Auch an diesem Abend gebe es Herzinfarkte und weitere Verletzungen, die nicht durch die Feierlichkeiten des Jahreswechsel verursacht sind. „Das normale Tagesgeschäft geht trotzdem weiter. In der Nacht kommen Verletzungen durch Feuerwerkskörper und Alkoholmissbrauch hinzu.“ Außerdem ist die Anzahl der Einsätze von der Wetterlage abhängig. Besonders gefährlich für die feierende Bevölkerung sind glatte Straßen.

Die Rettungsteams sind gut vorbereitet. An Silvester stehen mehr Rettungswagen zur Verfügung als sonst. Anders als an anderen Nächten im Jahr, kann es sein, dass die Rettungswagen zum Jahreswechsel mit Raketen beschossen werden. Dr. Gräsner wünscht sich neben Respekt für die Ärzte und Sanitäter vor allem eines – bevor ein Notruf abgesetzt wird, sollte man sich gut überlegen: Ist das, was ich habe ein Notfall? Außerdem betont er: „Ein Rettungswagen ist kein Taxi!“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen