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sh:z-Fussballsommer : Behörden lassen HSV-Spiel gegen Holstein Kiel in Rendsburg nicht zu

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Partie muss aus Sicherheitsgründen in ein anderes Stadion verlegt werden.

shz.de von
erstellt am 27.Jun.2017 | 06:56 Uhr

Rendsburg | Die Landespolizei Schleswig-Holstein hat in Abstimmung mit der Landesinformationsstelle Sport (LIS) ihre Genehmigung zur Austragung des Freundschaftsspieles zwischen dem Zweitligisten Holstein Kiel und Bundesligist Hamburger SV im Rendsburger Stadion Nobiskrug verweigert. Begründung: Es bestehen erhebliche Sicherheitsbedenken, weil keine professionelle räumliche Abtrennung der Fans beider Vereine in Form von Gittern gegeben ist.

Somit muss das für den 19. Juli geplante Testspiel in ein anderes Stadion verlegt werden. Im Gespräch ist das regionalligataugliche Manfred-Werner-Stadion in Flensburg-Weiche. Hier sind die erforderlichen baulichen Voraussetzungen gegeben. Rund 4000 Karten sind verkauft, sie behalten ihre Gültigkeit für den neuen, noch nicht endgültig feststehenden Spielort. In Rendsburg sollten drei Zusatztribünen mit insgesamt rund 1000 Sitzplätzen aufgestellt werden.

Noch vor zwei Wochen hatten sich die Stadt Rendsburg, die örtliche Polizei mit dem Veranstalter, dem Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag (sh:z), bei einer Besprechung im Rendsburger Rathaus auf die Austragung des Spiels im Grundsatz geeinigt. Es gab keine größeren Sicherheitsbedenken. Rendsburgs Bürgermeister Pierre Gilgenast: „Diese Entwicklung kam auch für mich überraschend. Die Entscheidung ist bedauerlich. Legt man diese Kriterien an, steht jedes Stadtfest auf der Kippe.“ Für die Bedenken der Polizei liegen nach Angaben der LIS „keine konkreten Verdachtsmomente“ vor. Es gebe derzeit keinerlei Hinweise aus der Fanszene, was mit der Konzentration auf den in Hamburg stattfindenden G-20-Gipfel zu tun haben könnte, heißt es aus Polizeikreisen. Und: „Es könnte ja sein, dass in Rendsburg etwas passiert. Wir wissen es nicht, müssen aber so etwas ins Kalkül ziehen.“

Für zahlreiche Vertreter von Stadt und seitens des Veranstalters sind die Argumente der Polizei äußerst fragwürdig. Eddy Münch, Sicherheitsbeauftragter des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes: „Wir haben alles versucht, müssen uns aber den polizeilichen Forderungen beugen.“ 

Fragen und Antworten rund um die Spielverlegung:

Wo findet das Spiel jetzt statt?

Das Testspiel zwischen Zweitligaaufsteiger Holstein Kiel und dem Bundesligisten Hamburger SV wird am Mittwoch, 19. Juli (19 Uhr), im Stadion des VfR Neumünster ausgetragen.

Behalten bereits gekaufte Karten ihre Gültigkeit?

Alle Tickets, welche bereits für die Begegnung in Rendsburg erworben wurden, behalten ihre Gültigkeit. Die Kategorien der Nord- und Südtribüne werden in Neumünster auf eine gemeinsame Tribüne zusammengelegt, welche Platz für 1000 Leute haben wird.

Kann ich meine Tickets zurückgeben?

Ja. Die Rückgabe von Eintrittskarten ist ab Dienstag, 4. Juli, 11 Uhr in den sh:z Ticketcentern möglich, oder dort, wo die Karte gekauft wurden. Dafür ist die Vorlage des Original-Tickets zwingend notwendig.

Wo kann man Karten kaufen?

Für das Spiel in Neumünster sind in den sh:z Ticketcentern, an vielen bekannten Vorverkaufsstellen und online unter shz.de/hsv weiterhin Tickets verfügbar. Der Verkauf startet ab sofort.

Kommt der Veranstalter für Fahrtkosten auf?

Je nach künftigem Austragungsort wird für einige eine längere, für andere wiederum eine kürzere Anfahrt notwendig werden. Diese Unannehmlichkeiten bitten wir bereits jetzt zu entschuldigen. Ziel des sh:z Fußballsommers ist es, Fußball „zum Anfassen“ dahin zu holen, wo sonst kein erstklassiger Fußball gespielt wird.

Fahrt- und Reisekosten wären sowohl in Rendsburg nicht übernommen worden und können auch am noch nicht feststehenden alternativen Austragungsort nicht übernommen werden.

Hätte man das nicht früher wissen können?

In der Vorbereitung eines großen Fußballspiels beziehen wir die örtlichen Behörden wie Ordnungsamt, Polizei, Bauordnung, Bürgermeister etc. frühzeitig in die Planungen ein. Das war in diesem Falle nicht anders. Uns wurde unter Einhaltung von umsetzbaren Auflagen die volle Unterstützung signalisiert.

Erst mit der obligatorischen Spielanmeldung beim Schleswig-Holsteinischen Fußballverband in der vergangenen Woche schaltete sich die übergeordnete Polizeidirektion nach Rücksprache mit dem Landesinformationsdienst Sport (LIS) ein. Wesentlicher Punkt ist die geforderte Fan-Trennung, welche am Nobiskrug in Rendsburg auch unter Einsatz von temporären Einrichtungen nicht gewährleistet werden kann.


 
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