Bei Bad Bramstedt : Baustelle droht: A-20-Kreuz kommt später

Sondieren in Berlin mit: Konstantin von Notz (Grüne) sowie Bernd Buchholz und Christine  Aschenberg-Dugnus (beide FDP, v.l.).
Sondieren in Berlin mit: Konstantin von Notz (Grüne) sowie Bernd Buchholz und Christine Aschenberg-Dugnus (beide FDP, v.l.).

Eigentlich sollte das Autobahnkreuz im Zuge des A-7-Ausbaus entstehen. Doch das verzögert sich wegen eines Rechtsstreits.

Unser Hauptstadtkorrespondent Hening Baethge von
22. Januar 2018, 20:35 Uhr

Kiel | Die Planungsbehörde von Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz hatte es sich so schön ausgedacht: Im Zuge des laufenden sechsspurigen Ausbaus der A7 wollte sie bei Bad Bramstedt auch gleich das Autobahnkreuz mit der künftigen Küstenautobahn A20 errichten lassen. Sogar die gegen die A20 klagenden Umweltverbände spielten mit und einigten sich mit FDP-Mann Buchholz darauf, dass er die Brücke über die A7 „samt Folgemaßnahmen“ schon bauen darf, bevor das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig sein Urteil über den A20-Abschnitt zwischen Wittenborn und Bad Bramstedt gefällt haben wird. Doch nun wird aus dem schönen Plan nichts: Wie aus einem dem shz.de vorliegenden Beschluss von Buchholz’ Behörde hervorgeht, verzichtet sie darauf, die Brücke vorzeitig bauen zu lassen.

Grund für den Verzicht ist eine Klage von zwei Privatleuten, denen das Land gehört, auf dem das Autobahnkreuz bei Bad Bramstedt entstehen soll. Weil die Eigentümer ihre Felder und Äcker behalten wollen und mit ihrem Eilantrag auf einen Baustopp vor dem Leipziger Gericht Erfolg zu haben drohten, lenkten Buchholz’ Leute ein und einigten sich ohne Richterspruch: Nun wird im Zuge des A7-Ausbaus lediglich ein einsamer Brückenpfeiler für die A20 auf dem Mittelstreifen der A7 errichtet. Der Rest des Autobahnkreuzes folgt erst nach einem Gerichtsurteil, das wohl in ein bis zwei Jahren fällt. Zudem trägt das Land die Kosten des Eilverfahrens.

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Für die Autofahrer auf der A7 ist der Aufschub des Brückenbaus keine gute Nachricht – denn das heißt, dass schon bald nach dem für Dezember angepeilten Abschluss des A7-Ausbaus ein erneuter Engpass auf Schleswig-Holsteins Nord-Süd-Magistrale droht. „Wird das Überführungsbauwerk erst nach Abschluss der Bauarbeiten auf der A7 errichtet, kommt es zu neuen, vermeidbaren Eingriffen in die Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs“, warnt die Planungsbehörde von Buchholz in ihrem Beschluss. Denn für den Brückenbau müssen auf der A7 voraussichtlich Fahrbahnen gesperrt oder verengt oder Tempolimits verhängt werden.

Hinzu kommt, dass sich nun auch der Ausbau der A20 weiter verzögert. Zwar stünde die Brücke über die A7 zunächst ohne eine sich anschließende Autobahn in der Landschaft – doch wenn irgendwann die A20-Strecke von Bad Segeberg über Wittenborn bis nach Bad Bramstedt weiter gebaut ist, wäre die Verbindung zur A7 dann wenigstens schon fertig.

Minister Buchholz hofft immerhin, dass sich die Störungen für Autofahrer beim künftigen Bau der A20-Brücke in Grenzen halten werden – weil die A7 dann breiter als heute sein wird. „Dass die A7 dann sechsspurig ist, führt von vornherein zu einer Minimierung der Verkehrsbehinderungen“, sagt er. Zudem sei es ein Vorteil, dass die Projektgesellschaft Deges nicht mehr nur für den A7-Ausbau zuständig ist, sondern künftig auch für den A20-Neubau. „Die Deges ist schon aufgrund ihrer Ortskenntnis dafür prädestiniert, die beiden Projekte in diesem Bereich zu synchronisieren“, meint Buchholz.

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