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Nahe Ascheberg im Kreis Plön : Bauer sieht rot und spießt Polizeitransporter auf

vom
Aus der Onlineredaktion

Mehrere Fahrzeuge von Polizei und Veterinäramt werden stark beschädigt. Beamte müssen sich retten. Es gibt Verletzte.

shz.de von
erstellt am 05.Mai.2016 | 13:06 Uhr

Ascheberg | Als er nach Hause kam und sah, dass Polizei und Veterinäre seinen Bauernhof in Beschlag genommen hatten, drehte eine Landwirt am Mittwochmorgen bei Ascheberg im Kreis Plön durch: Mit einer Schaufel, die der 53-Jährige vor seinen Traktor gehängt hatte, spießte er einen Polizeitransporter auf. Neun weitere Fahrzeuge seien ramponiert worden, teilte die Polizei mit. Beamte mussten sich retten.

Die Polizisten konnten den Landwirt in Rage erst stoppen, nachdem sie die Reifen seines Traktors zerschossen hatten, sagte ein Sprecher der Polizeidirektion Kiel. Zuvor habe der Mann mit seinem Trecker 20 Minuten lang Autos zur Seite geschoben, aufs Dach gekippt und „völlig aufgerissen“ liegen lassen. Polizisten musste aus ihren Fahrzeugen flüchten, um sich in Sicherheit zu bringen. 

<p>Mit diesem Traktor vollzog der Landwirt seine Zerstörungsfahrt.</p>

Mit diesem Traktor vollzog der Landwirt seine Zerstörungsfahrt.

Foto: Daniel Friederichs
<p>Insgesamt ramponierte der Landwirt fünf Polizeiwagen.</p>

Insgesamt ramponierte der Landwirt fünf Polizeiwagen.

Foto: Daniel Friederichs
<p>Autos wurden mit dem Trecker zusammengeschoben.</p>

Autos wurden mit dem Trecker zusammengeschoben.

Foto: Daniel Friederichs
 

Warum reagierte der Bauer so agressiv?

Seine 22 Kühe bekamen keine Ohrmarken. Und auch die amtlich vorgeschriebenen Blutproben verweigerte Demeter-Landwirt Peter F. (53) – seit Jahren hatte er deshalb Streit mit den Behörden. Am Mittwoch wollten Veterinäre den Rindern auf dem Hof des Mannes trotzdem Ohrmarken verpassen. Der 53 Jahre alte Bauer habe dies offenbar nicht akzeptieren wollen. Er ist ein wenig  verschroben, hat das Demeter-Prinzip übertrieben“, sagt ein Nachbar. „Ansonsten ist er aber ein lieber Kerl.“

Insgesamt habe der Landwirt fünf Polizeifahrzeuge, zwei Fahrzeuge von Veterinären, zwei Firmenfahrzeuge und einen Privatwagen zerstört. Bei der Festnahme wehrte sich der Bauer nach Angaben der Polizei heftig. Er und ein Polizist erlitten dabei Verletzungen, sie wurden in einem Krankenhaus ambulant behandelt.

Der Einsatz auf dem Bauernhof begann laut Polizei gegen 7.40 Uhr. Die Polizei sei vom Veterinäramt zur Unterstützung angefordert worden. Knapp viereinhalb Stunden später tauchte der Landwirt mit seinem Traktor auf und begann mit seiner Zerstörungstour.

Er sei sofort auf ein Polizeifahrzeug losgefahren und habe es zur Seite geschoben, sagte ein Polizeisprecher. Der Bauer habe auf seinem Frontlader einen Silageballen geladen, mit dem er das Fahrzeug eindrückte. In dem Wagen saßen zwei Beamte, die „glücklicherweise unverletzt“ blieben. Der Bauer habe später den Silageballen verloren, während er neun weitere Autos zum Teil schwer beschädigte.

Peter F., der verheiratet ist und ein kleines Kind hat, wurde vorläufig festgenommen. Die Staatsanwaltschaft Kiel übernahm die Ermittlungen. Es werde geprüft, ob die Aktion rechtlich als versuchtes Tötungsdelikt gewertet werde. Der Tatort wurde weiträumig abgesperrt. Die Arbeit der Kriminaltechniker werde voraussichtlich bis in den Abend dauern, hieß es. Weitere Auskünfte zum Stand der Ermittlungen wollte die Polizei nicht machen. 

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