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Ostsee und Nordsee : Badesaison steht bevor: Wasserqualität ist gut – trotzdem gibt es Fallstricke

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Mehr als 300 Badegewässer gibt es in Schleswig-Holstein, die meisten mit einer ausgezeichneten Wasserqualität.

Kurz vor Beginn der Badesaison können sich Wassersportler und Schwimmer im Norden auf eine gute Wasserqualität freuen. „Die allermeisten Badeseen haben überhaupt keine Probleme und sind vollkommen unbedenklich“, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums in Schleswig-Holstein. Die rund 330 Badegewässer des Landes werden von den Gesundheitsämtern in regelmäßigen Abständen geprüft.

Während der Badesaison, die am 1. Juni beginnt, veröffentlicht das Ministerium die Probenergebnisse im Internet. Über eine Suchleiste lassen sich für jedes einzelne Gewässer Reporte zur Wasserqualität und zu möglichen Gefahrenquellen anzeigen. Auch Hamburg testet seine Badestellen im Drei-Wochen-Rhythmus. Abgesehen vom Eichbaumsee im Stadtteil Bergedorf sind alle unbedenklich: „Da haben wir seit Jahren ein Problem mit Blaualgen und sanieren derzeit“, sagt ein Sprecher der Umweltbehörde.

Wer noch detailliertere Daten braucht als die der Gesundheitsämter, wird im Badegewässer-Report der Europäischen Umweltagentur (EEA) fündig, der sich jeweils auf das Vorjahr bezieht und Ende Mai erscheint. In Schleswig-Holstein hatte der Report für 2015 bei 280 Badestellen eine ausgezeichnete Wasserqualität ausgewiesen, 34 hatten eine gute Wasserqualität - mangelhaft war keines der Badegewässer.

Dennoch müssen auch im Norden beim Schwimmen und Plantschen ein paar Risiken beachtet werden. Die meisten lassen sich mit einfachen Mitteln minimieren.

Blaualgen

Blaualgenteppich von oben. Foto: Tina Steffens/Fa. Rotorflug/im Auftrag des LLUR dpa
Blaualgenteppich von oben. Foto: Tina Steffens/Fa. Rotorflug/im Auftrag des LLUR dpa Foto: Tina Steffens
 

Sie kommen vor allem in nährstoffreichem Wasser vor. Die Konzentration steigt mit der Temperatur. Manche Arten sind giftig und können bei Kontakt mit der Haut oder Verschlucken Beschwerden auslösen: Hautreizungen, Übelkeit, Durchfall, sogar Atemnot. Die meisten Gewässer sind kaum belastet. „Bei den Badegewässern, an denen Algen auftreten können, stellen die Gesundheitsämter in der Regel Hinweistafeln auf“, erklärt die Sprecherin des Gesunheitsministeriums Schleswig-Holstein. „Man erkennt die Algen an grün-bräunlichen Schlieren auf dem Wasser.“ Ein guter Test sei es, bis zu den Knien ins Wasser zu gehen und zu schauen, ob man die eigenen Füße noch erkennen könne. „Bei sehr trüben Gewässern sollten sie auf das Bad verzichten.“

Vibrionen

Mit bloßem  Auge nicht sichtbar: Vibrionen-Keime.
Mit bloßem Auge nicht sichtbar: Vibrionen-Keime.
 

Überall dort, wo das Wasser Salz enthält - das gilt neben Nord- und Ostesee auch für das Mischwasser der Elbe - können Bakterien der Gattung Vibrio zu Gefahr werden. Wie bei den Blaualgen und anderen Bakterien, nimmt die Konzentration der Vibrionen zu, wenn es wärmer wird. Sie dringen über offene Wunden in den Körper ein und können schwere Wundinfektionen auslösen. Infektionen seien selten, heißt es beim Gesundheitsministerium. „Wer offene Wunden hat oder ein geschwächtes Immunsystem, sollte nicht Baden gehen, um Risiken auszuschließen.“ Entscheidend ist, dass bei einer Infektion schnell Antibiotika gegeben werden. „Touristen sollten bei Auffälligkeiten gleich hier zum Arzt gehen und nicht erst in der Heimat, wo die Ärzte vielleicht nicht mit diesem Erreger rechnen.“

Munitionsfunde

Ein Taucher bereitet die Sprengung einer deutschen Grundmine in der Ostsee vor. Das Foto vom Kampfmittelräumdienst ist undatiert.
Ein Taucher bereitet die Sprengung einer deutschen Grundmine in der Ostsee vor. Das Foto vom Kampfmittelräumdienst ist undatiert. Foto: Kampfmittelräumdienst
 

Sie betreffen vor allem Besucher an Nord-und Ostsee. Der Naturschutzbund Nabu geht davon aus, dass in der Nordsee bis zu 1,6 Millionen Tonnen Munition aus den Weltkriegen treiben und rund 300.000 Tonnen in der Ostsee. Besonders Steinsammler sind gefährdet.„Wenn Menschen am Strand einen schönen gelben Stein entdecken, dann kann es sich auch um Phosphor handeln. Wir empfehlen, jeden Stein erst in eine Metalldose zu packen und einem Experten zu zeigen.“ Trockenes Phosphor entzünde sich von selbst: „Das kann schwere Verbrennungen auslösen“, sagt die Sprecherin. Auch verhärtete „Schießwolle“ - ein Sprengstoffgemisch der Wehrmacht - könne Steinen zum Verwechseln ähneln. „Im Zweifel Strandaufsicht, Ordnungsbehörde oder Polizei informieren. Das sind die Fachleute, die können das beurteilen und im Zweifel entsorgen.“ Risiko Mensch: Die größte Gefahr geht nicht von Weltkriegslasten oder Bakterien aus, sondern von den Badenden selbst. Nach Angaben der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ertranken im vergangenen Jahr in Schleswig-Holstein mindestens 28 Menschen. Die meisten Todesfälle gab es demnach in unbewachten Gewässern.

Unfallursache seien oft Selbstüberschätzung, gesundheitliche Vorschädigungen, Übermut oder Leichtsinn. Vorbeugen kann jeder Einzelne.

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erstellt am 14.Mai.2017 | 10:47 Uhr

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