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A21 zwischen Stolpe und Bornhöved : Autobahn-Teilstück kann trotz fertiger Sanierung nicht eröffnet werden

vom
Aus der Onlineredaktion

Die geplante Freigabe Ende August ist nicht zu halten. Der Straßenbaubehörde fehlen wichtige Auftragnehmer für die letzten Arbeiten.

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erstellt am 25.Jul.2017 | 12:01 Uhr

Stolpe/Bornhöved | Die A21 zwischen Stolpe (Kreis Plön) und Bornhöved (Kreis Segeberg) ist fertig saniert, darf aber trotzdem nicht befahren werden. Das erneuerte Autobahn-Teilstück in Richtung Bad Segeberg sollte Ende August freigegeben werden, abgenommen wurde die Strecke bereits. Doch es müssen noch entscheidende Arbeiten ausgeführt werden. Dafür gibt es bislang allerdings keine Auftragnehmer.

Die Verzögerung bei der Freigabe wirft ein Schlaglicht auf die Vergabe öffentlicher Aufträge an Bauunternehmen. Die Firmen haben gerade zur Hochkonjunktur im Sommer Kapazitätsprobleme und versuchen bei einigen Projekten den Preis in die Höhe zu treiben. Doch die öffentliche Hand muss sparen. Würde sie für manche Arbeiten unverhältmäßig viel bezahlen, sähe sie sich dem Vorwurf ausgesetzt, unnötig Geld zu verbrennen.

Der Teilabschnitt darf nicht eröffnet werden, weil noch Fahrbahnmarkierungen sowie Schutz- und Leiteinrichtungen fehlen. Kein Bauunternehmen, das dafür in Frage käme, reagierte bei einer ersten europaweiten Ausschreibung auf den Auftrag für 190.000 Euro. Es seien „keine wertbaren Angebote eingegangen“, erklärt der Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr (LBV.SH) in einer Pressemitteilung.

Die Karte zeigt das betroffene Teilstück auf der A21:

 

Nachlaufende Bemühungen des LBV.SH, Vertragspartner für diese Leistungen zu finden, lassen derzeit nunmehr eine Verkehrsfreigabe voraussichtlich Ende September als möglich erscheinen, bestätigt Harald Hase, Sprecher im Verkehrsministerium.

So hoffe Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) noch in dieser Woche einen Auftrag zu vergeben. Bei der zweiten, „beschränkten“ Ausschreibung meldeten zumindest vier Firmen aus Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg Interesse an dem Job an. Sie wurden gezielt angeschrieben.

Wenn einer nun den Auftrag annimmt, könnten bei gutem Wetter die Autos dann wenigstens Ende September über die frisch sanierte Fahrbahn rollen, sagte Buchholz am Dienstag.

Zwar verstehe er, dass die Bauindustrie ihre Kapazitäten in den vergangenen Jahren wegen der Sparmaßnahmen bei öffentlichen Aufträgen zurückgefahren habe, sagte Buchholz. Er appellierte jedoch an die Branche, „die öffentliche Hand jetzt nicht im Stich zu lassen“.

Auch auf Ausschreibung für B76 meldete sich niemand

Erst kürzlich musste LBV.SH eine Ausschreibung für die Sanierung der B76 bei Eckernförde zurücknehmen, weil die Firmen unverhältnismäßig hohe Angebote machten. In diesem Zusammenhang spricht der Verkehrsminister von einem „zweischneidigen Problem“.  Buchholz meint, den Straßenbaubehörden werde „zu Recht vorgeworfen, das Geld, das sie zur Verfügung haben, nicht rechtzeitig auf die Straße zu bringen“. Gleichzeitig prangert er aber auch die Baufirmen an und äußert Unverständnis darüber, dass potentielle Aufträge sprichwörtlich auf der Straße liegen blieben.

Harald Hase spricht von einem „vielschichtigen Problem“, das schwierig zu lösen sei. Man sei dabei vor allem den Gesetzen des Marktes unterworfen. Und die sind scheinbar gegen die Autofahrer.

(mit dpa)

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