Interaktive Karte : Ausgrabungsorte in SH

Etwa 500 bis 600 teilweise zerhackte Münzen wurden ausgegraben. Mehr als 100 Münzen können der Regentschaft des legendären Dänenkönigs Harald Blauzahn (910-987) zugeordnet werden können.
Die Funde reichen von Walskeletten bis zu Münzschätzen.

In Schleswig-Holstein wird schon lange gesiedelt. Überreste der vergangenen Kulturen kommen immer wieder zum Vorschein.

shz.de von
12. Juli 2018, 20:01 Uhr

Schleswig-Holstein hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Wikinger, Sachsen und sogar Römer siedelten in dem Flächenland an der Küste – und hinterließen dabei ihre Spuren. Die Überreste der Vergangenheit kommen bei Bauvorhaben immer wieder zum Vorschein. Manchmal stößt auch ein Hobbyarchäologe auf einen kleinen oder großen Schatz.

Die Chancen, in Schleswig-Holstein Überreste zu finden, stehen nicht schlecht, sagt Astrid Tummuscheit vom Archäologischen Landesamt. Fast überall muss mit Funden gerechnet werden. Nur da, wo bereits gebaut wurde oder der Boden ausgekiest ist, seien Relikte unwahrscheinlich, da sie bereits zerstört wurden.

Auf was die Archäologen beim Graben stoßen lässt sich nicht pauschal beantworten. „Schleswig-Holstein ist in Naturräume gegliedert“, erklärt Tummuscheit. Je nach Region unterscheiden sich auch die Besiedlungsbedingungen. Die Funde aus dem Westen bei den Marschen seien beispielsweise meist relativ jung. Im Osten würden oft deutlich ältere Relikte gefunden. „Das hängt mit dem fruchtbaren Boden im Osten zusammen. Dort wurde schon lange gesiedelt.“

Die Art der Funde hängt jedoch nicht nur von der Region ab. „Es kommt auch immer schlichtweg darauf an, was erhalten bleibt“, sagt Tummuscheit. Die Relikte würden demnach nicht widerspiegeln, was ursprünglich da war, sondern davon, was überlebt hat. In Schleswig-Holstein sind das meistens Relikte aus Stein, beispielsweise Flint oder Fels. Auch Herstellungsgeräte würden oft gefunden, meist aus der Steinzeit. „Diese Materialien sind am haltbarsten und überleben deshalb am längsten.“

Unsere Karte zeigt einige der Ausgrabungen, die in den vergangenen Jahren Licht in Schleswig-Holsteins bewegte Geschichte brachten. Einige der Fundstücke sind in Museen, zum Beispiel im Schloss Gottorf, zu bewundern. Die Überreste von Häusern oder Gräbern lassen sich meist vor Ort besuchen.

 
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