Ausbildung: Mehr Stellen als Bewerber

Arbeitsmarkt stimmt optimistisch / Zahl der Arbeitslosen ist im März weiter gesunken / Chancen am Ausbildungsmarkt steigen

Avatar_shz von
01. April 2011, 08:18 Uhr

Kiel/Neumünster | Der Frühjahrsaufschwung auf dem Arbeitsmarkt in Mittelholstein hält an. So sank die Zahl der bei der Kieler Arbeitsagentur gemeldeten Arbeitslosen im März um 305 auf 21 567 Menschen. Die Arbeitslosenquote liegt jetzt bei 9,0 Prozent, damit aber leicht über dem Vorjahreswert von 8,8 Prozent. Besser sieht es bei der Arbeitsagentur Neumünster aus. Hier sind 15 568 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 501 weniger als im Februar und 827 weniger als ein Jahr zuvor. Die Arbeitslosenquote beträgt 7,0 Prozent. Im Februar waren es 7,2 und vor einem Jahr 7,4 Prozent.

"Im März ist die Arbeitslosigkeit saisonüblich zurückgegangen, denn nach den kalten Wintermonaten steigt die Einstellungsbereitschaft der Betriebe im Frühling stets deutlich an", sagte Kiels Agenturleiter Dr. Wolf-Dieter Schmidtke-Glamann. Erfreulich sei, dass auch Hartz-IV-Empfänger wieder gute Chancen haben, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Allerdings ist die Situation im Kieler Agenturbezirk geteilt. Während die Kreise Plön und Rendsburg-Eckernförde von der günstigen Entwicklung profitieren können, stiegen die Zahlen in der Landeshauptstadt Kiel. Schmidtke-Glamann nannte als eine Ursache das deutlich geringere Maßnahmen-Angebot, vor allem für Langzeitarbeitslose.

Erfreulich nannte er den Zuwachs an offenen Stellen. Der Agentur wurden im ersten Quartal 35 Prozent mehr gemeldet als im Vorjahreszeitraum. Damit mache sich der konjunkturelle Aufschwung nun langsam in der Region Kiel und auch im produzierenden Gewerbe bemerkbar. "Diese Stellen werden im Moment allerdings noch überwiegend über Zeitarbeit besetzt", betonte Schmidtke-Glamann.

Neumünster verzeichnet seit Jahresbeginn 2432 gemeldete freie Arbeitsstellen. Das sind 337 oder 16,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. "Der Arbeitsmarkt in Mittelholstein hat sich weiter stabilisiert. Die Nachfrage nach Personal nimmt stetig zu und stimmt optimistisch für das zweite Quartal", sagte

Neumünsters Agenturchef Carsten Ludwig.

Parallel zur Entwicklung bei den Arbeitsstellen verzeichnen beide Agenturen einen deutlichen Anstieg der gemeldeten Ausbildungsstellen. Die Betriebe reagierten so auf den kommenden Fachkräftemangel, sagte Schmidtke-Glamann. Auch in Neumünster ist dieser positive Trend zu erkennen. Bis Ende März wurden dem Arbeitgeberservice 1887 Berufsausbildungsstellen gemeldet. Das sind 299 oder 18,8 Prozent mehr als bis März 2010. Die Nachfrage zieht sich durch alle Branchen. Die Zahl der Bewerber blieb mit 1638 konstant. Es gibt also erstmals seit Jahren mehr freie Lehrstellen als Bewerber.

Die Arbeitgeber geraten in größeren Konkurrenzdruck um Bewerber, eine ungewohnte Situation, die zum Umdenken zwingt. "Die Suche nach der richtigen Nachwuchskraft kann sich nicht mehr nur nach den reinen Zeugnisnoten richten. Auch vermeintlich schwächere Kandidaten haben ihre Stärken, die es herauszufinden gilt. Sie entwickeln sich oft in der Ausbildung zu besten Azubis", sagte Carsten Ludwig.

Ausgewählte Zahlen:

Stadt Kiel: 14375 Arbeitslose. Arbeitslosenquote: 11,5 Prozent (Vorjahresmonat: 11,0 Prozent).

Stadt Neumünster: 4834 Arbeitslose. Quote: 12,1 Prozent (Vorjahresmonat: 11,8 Prozent).

Kreis Rendsburg-Eckernförde: 8290 Arbeitslose. Quote: 6,2 Prozent (Vorjahresmonat: 6,6 Prozent).

Kreis Plön: 4257 Arbeitslose. Arbeitslosenquote: 6,7 Prozent (Vorjahresmonat: 6,9 Prozent).

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen