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Luftwaffe in Schleswig-Holstein : Ausbildung für Tornado-Piloten kommt aus den USA nach Jagel

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

In den USA gibt es ideale Bedingungen für die Piloten. Trotzdem entscheidet sich Verteidigungsministerin von der Leyen für die Ausbildungen in Jagel - auch aus Kostengründen.

shz.de von
erstellt am 12.Apr.2016 | 06:00 Uhr

Jagel | Die Ausbildung von Tornado-Piloten wird von Holloman in den USA nach Jagel in Schleswig-Holstein verlegt. Im US-Bundesstaat New Mexico hat Ursula von der Leyen die schlechten Nachrichten schon verkündet. Die guten Nachrichten für das Taktische Luftwaffengeschwader 51 „Immelmann“ in Jagel und Kropp hat die Verteidigungsministerin allerdings noch nicht in der Öffentlichkeit kund getan. Die Ausbildung der Tornado-Piloten und Waffensystemoffiziere in den USA zieht nach Schleswig-Holstein. In Kürze will von der Leyen nach shz-Informationen aus Bundeswehrkreisen ihre Pläne öffentlich machen.

Der Standort Jagel wird sich durch den Umzug der Tornado-Piloten in der Ausbildung vergrößern. Auf die Anwohner kommt durch mehr Starts und Landungen von Tornados eine höhere Lärmbelastung zu.

Die ersten Lehrgänge sollen im April kommenden Jahres beginnen. In Jagel laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Heute finden die nächsten Gespräche statt, um die Planungen voranzutreiben. Auch Gäste aus Holloman werden anwesend sein.

Holloman galt lange als Standort mit „traumhaften Bedingungen“ für die Ausbildung der Tornado-Piloten. 300 Sonnentage im Jahr, drei Start- und Landebahnen, die für Unabhängigkeit vom Wind sorgen und ein zur Verfügung stehender Luftraum mit einer Fläche so groß wie Thüringen. Nur ist der Betrieb des Standortes auch teuer. Kosteneinsparungen und eine bessere Logistik sprechen für Jagel. Zudem sei der Vorteil des Luftraums nicht mehr so stark, da durch die Weiterentwicklung des Waffensystems und entsprechende Ausbildungs- und Simulationsverfahren der Übungsbedarf auch gut in Europa gedeckt werden könne, wie ein Bundeswehrsprecher sagte.

Bisher standen in Holloman etwa 260 Stunden Theorie, 75 Simulatorstunden und rund 50 Übungsflüge für die angehenden Tornado-Piloten und Waffensystemoffiziere auf dem Programm. In Jagel wird es nach Luftwaffen-Angaben ähnlich sein.

Für die Anwohner wird die Verlegung des Ausbildungsbetriebs nach Schleswig-Holstein durch vermehrte Starts und Landungen wohl Änderungen mit sich bringen. „Es ist anzunehmen, dass es zu einem leichten Lärm-Anstieg kommt, allerdings bleibt abzuwarten, inwiefern der Regelflugbetrieb des Geschwaders sich der Ausbildung anpasst“, sagte ein Luftwaffensprecher. Ohnehin seien die Übungsgebiete klar festgelegt. Tiefflüge würden vor allem über Nord- und Ostsee trainiert, viele Übungseinheiten in Partnerstaaten stattfinden.

Tiefflüge sind von Montag bis Freitag zwischen 30 Minuten vor Sonnenaufgang (jedoch nicht vor 7 Uhr) und 30 Minuten nach Sonnenuntergang, (jedoch nicht später als 17 Uhr) zulässig. An Wochenenden und Feiertagen sind sie generell verboten.

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