zur Navigation springen

Luftwaffengeschwader 51 „Immelmann“ : Aus der Wüste nach SH: Tornado-Besatzungen werden in Jagel geschult

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Luftwaffe bildet ihre Tornado-Besatzungen von nun an nicht mehr in der Wüste New Mexicos aus.

shz.de von
erstellt am 03.Apr.2017 | 16:31 Uhr

Jagel | Mit der Indienststellung der vierten Staffel hat das Taktische Luftwaffengeschwader 51 „Immelmann“ am Montag offiziell die fliegerische Ausbildung der deutschen Tornado-Besatzungen übernommen. Diese wurden bisher am Standort Holloman in den USA ausgebildet. Vor rund einem Jahr hatte die Bundeswehr bekanntgegeben, die Ausbildung von den USA nach Jagel (Kreis Schleswig-Flensburg) zu verlegen. Denn die Ausbildung und vor allem der Unterhalt der deutschen Militärmaschinen in den USA gilt als aufwendig und teuer.

Während bundesweit immer wieder über Standort-Schließungen bei der Bundeswehr diskutiert wird, passiert in Jagel genau das Gegenteil. Die Region profitiert von den zusätzlichen 190 Arbeitsplätzen.

Durch die Verlagerung der Ausbildung nach Schleswig-Holstein könnten die Kosten unter anderem für Personal und Material erheblich gesenkt werden, sagte der stellvertretende Kommandeur Fliegende Verbände, Brigadegeneral Andreas Schick. Der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestags, Hans-Peter Bartels (SPD), hatte die Kosten vergangenes Jahr auf jährlich dreistellige Millionenbeträge beziffert.

Die ersten Lehrgangsteilnehmer starten am 24. April ihre Ausbildung. Bei ihnen handelt es sich um Offiziere, die bereits eine fliegerische Ausbildung durchlaufen haben. Die Schulung umfasst neben theoretischen Anteilen eine hohe Anzahl an Ausbildungsflügen.

<p>Soldaten des Marine-Musikkorps spielten bei der Zeremonie.</p>

Soldaten des Marine-Musikkorps spielten bei der Zeremonie.

Foto: Marcus Dewanger
 

Die Belastung der Bevölkerung werde durch den zusätzlichen Flugbetrieb zwar größer, bleibe aber moderat, sagte der Kommodore des Geschwaders, Oberst Michael Krah. Die Zahl der Starts und Landungen bleibe deutlich hinter dem zurück, was bis 2010 in der Region üblich gewesen sei.

<p>Der Bereichsleiter Luft des Luftwaffentruppenkommandos, Brigadegeneral Andres Schick (li.), und Kommodore Michael Krah.</p>

Der Bereichsleiter Luft des Luftwaffentruppenkommandos, Brigadegeneral Andres Schick (li.), und Kommodore Michael Krah.

Foto: dpa
 

Für den Bundeswehrstandort Jagel ist die Verlegung der Ausbildung positiv. Rund 190 zusätzliche Dienstposten entstehen dadurch am Standort Jagel. Die Zahl der Maschinen vom Typ „Tornado“ am Standort soll von 25 auf 39 anwachsen. Auch die Region insgesamt profitiere von einem gestärkten Fliegerhorst, so die Hoffnung.

Die Bedingungen in Schleswig-Holstein sind zwar gut, aber nicht ganz so wie am Standort Holloman, wo die deutsche Luftwaffe seit 1992 ausgebildet hatte. Dort seien die Rahmenbedingungen optimal gewesen, sagte Krah. Es gebe in dem dünn besiedelten Wüstengebiet viele Lufträume, in denen trainiert werden könne. Auch die Wetterbedingungen seien am Standort in den USA besser.

Für ihre Übungsflüge werden die angehenden Tornado-Besatzungen daher nicht nur die Lufträume über Schleswig-Holstein und dem restlichen Deutschland nutzen, sondern auch im angrenzenden Ausland, etwa den Niederlanden und Dänemark. „Schleswig-Holstein ist so etwas wie der Bienenstock, aus dem wir ausschwärmen werden“, sagte der Kapitän der neuen vierten Staffel, Andreas Jeschek.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen