Kartensammlung : Atlas zeigt beste Badestellen in SH

Zwei Stand-Up-Paddler bei Sonnenaufgang auf der Ostsee bei Kiel.
Wo ist die Wasserqualität am besten? Wo droht bei Sturm Gefahr? Das Landesamt für Vermessung und Geoinformation gibt Antworten.

Das Landesamt für Vermessung und Geoinformation stellte am Donnerstag vor, was mit den Daten passiert, die es sammelt.

shz.de von
07. Juni 2018, 17:18 Uhr

Kiel | Um jeden Meter und jeden Winkel Schleswig-Holsteins weiß niemand so gut Bescheid wie das Landesamt für Vermessung und Geoinformation. Und doch kennt kaum jemand die Behörde mit 550 Mitarbeitern – dabei können ihre Daten bei Katastrophen Leben retten.

Die Behörde kümmert sich unter anderem um die Wasserqualität an Badestränden und analysiert, in welchen Gebieten es bei einer Sturmflut gefährlich werden könnte. Auch Gutachten für Grundstücke erstellen die Mitarbeiter. „Wir sind auf dem Boden, in den Sternen und mit Satelliten unterwegs“, sagte Amtsdirektorin Cornelia Weber am Donnerstag in Kiel. Doch nur die wenigsten Kommunen und Bürger nutzen den Datenschatz.

Die Behörde erhebt Daten der Erdoberfläche Schleswig-Holsteins und ist mit fünf Außenstellen im Landesgebiet vertreten. Jedes Jahr befliege das Amt je ein anderes Drittel des Landes. Die Daten würden für Landkarten, Navigationsgeräte und Online-Kartendienste verwendet. Einige der Daten werden auch verkauft – etwa an Google. Aus den zentral vom Bundesamt für Topographie gebündelten und verkauften Daten werden die Erlöse laut Weber nach dem Königsteiner Schlüssel an die Bundesländer verteilt. Bundesweit handle es sich um etwa eine Million Euro jährlich. Für Schleswig-Holstein fallen bei diesem Betrag rund 35.000 Euro ab.

Badestellen und Katastrophenschutz

Auch den Bürgern können die Daten nützen. Jeder kann sich bei der Behörde Informationen über sein Grundstück einholen oder es vermessen lassen. Kostenfreie Informationen gibt es über den Digitalen Atlas Nord im Internet: Im Unterpunkt Schwimm- und Badeatlas kann sich zum Beispiel jeder über Badestellen und ihre Wasserqualität in Schleswig-Holstein informieren. Der Atlas soll in zwei Monaten auch als App zur Verfügung stehen.

Wenn es um Maßnahmen des Katastrophenschutzes geht, können die Daten der Behörde laut Weber auch über Leben und Tod entscheiden. Anhand verschiedener Modelle können Szenarien durchgespielt werden, welche Flächen bei welchen Hochwasserständen überflutet werden würden. Auf einen Blick sehe man Bereiche, die evakuiert werden müssten. Dies lasse sich auch für Regionen um Atomkraftwerke berechnen.

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