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Tourismus in SH : Atlantis 4.0 – wie Helgoland die Goldgräberstimmung nutzen will

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Hotels, Kultur, WLan: Helgoland will mehr Übernachtungsgäste anlocken.

Helgoland | Atlantis versank einst auf Nimmerwiedersehen in den Fluten. Deutschlands einzige Hochseeinsel nutzt den Namen des sagenhaften Eilands nun, um das ganze Gegenteil anzukündigen: Helgoland, der frühere „Fuselfelsen“, will hoch hinaus und sich zum Top-Urlaubsziel aufschwingen. Erste Erfolge sind an steigenden Übernachtungszahlen ablesbar, nun soll die Offensive richtig Tempo aufnehmen. Unter dem Arbeitstitel „Die Heimat im Herzen, die Zukunft in der Hand. Atlantis 4.0 – unser Konzept für Helgoland“ legten Gemeinde und Tourismusverantwortliche den 1400 Helgoländern bei einer Einwohnerversammlung ein Zukunftspapier mit zahlreichen Projekten vor.

Lange Zeit war die Doppelinsel in der Nordsee vor allem Ziel für Tagesgäste, die günstig Schnaps und Tabak einkauften. Der aktuelle Trend bestätigt die neue Ausrichtung. 2015 kletterte die Zahl der Übernachtungen erneut um gut vier Prozent auf 312.000, die der „echten“ Urlauber um ein gutes Prozent auf 75.200 – Rekord.

Seit 2011 profitiert der Rote Felsen vom Boom der Windkraft auf See, unweit der Insel produzieren inzwischen drei große Offshore-Parks Strom. Die Bauarbeiter sind wieder weg, doch den Schwung der Goldgräberstimmung und der gestiegenen Gewerbesteuereinnahmen will die zum Kreis Pinneberg gehörende Insel mitnehmen.

Geplant sind Maßnahmen im zweistelligen Millionenbereich, wie Tourismusdirektor Klaus Furtmeier zum Saisonstart der Katamarans „Halunder Jet“ (von Hamburg über Wedel und Cuxhaven) erklärte. Ziel ist es, die Zahl der Helgoland-Gäste bis 2020 um rund ein Fünftel auf 400.000 zu steigern. Das verbesserte Angebot soll dabei nicht zuletzt mehr Besucher dazu bringen, länger als ein paar Stunden zu bleiben.

Ein Kegelrobben-Heuler am Strand der Hochseeinsel Helgoland.
Ein Kegelrobben-Heuler am Strand der Hochseeinsel Helgoland. Foto: dpa
 

Damit Helgoland mehr zu bieten hat als raue See, Kegelrobben und Lange Anna sind viele Neuerungen schon umgesetzt, andere angeschoben oder in Planung. Ein Überblick:

> Im Design-Hotel „Atoll“ entsteht ein neues Welcome Center für Touristen, Eröffnung: 2017 oder 2018.

> Das baufällige Aquarium wird grundsaniert; anschließend soll eine Ausstellung den Besuchern Meeresforschung und Klimawandel anschaulich machen.

> Die historischen Bunkeranlagen werden erweitert.

> Nahe der Nordostmole ist das erste Vier-Sterne-Plus-Hotel (100 Zimmer) geplant. Furtmeier: „Ein Betreiber für 20 Jahre steht bereit, den Investor hoffen wir in den nächsten Monaten vorstellen zu können.“

> Der Binnenhafen wird ertüchtigt und zur Marina umgestaltet; Baubeginn: Juli 2016.

> Auf der Düne eröffnet im April eine Sauna für sechs bis acht Personen. Nach der Hitzesitzung ist die kühle Nordsee nur 60 Meter entfernt.

> Bereits am Gründonnerstag hat das Literaturhotel „Hotel auf den Hummerklippen“ eröffnet. Es liegt am Felsrand des Oberlandes, bietet Autoren-Zimmer und regelmäßige Lesungen.

Punkten kann Helgoland inzwischen auch als WLan-Insel. „Wir haben eine annähernd 100-prozentige Abdeckung“, sagte Alexander Bernhardt von Freifunk Hamburg. 78 Router sorgen für drahtloses Gratis-Internet auf der Hauptinsel und der Düne – obendrein gibt es auch einen schwimmenden Knoten auf der „Halunder Jet“.
 

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erstellt am 07.Apr.2016 | 11:49 Uhr

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