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Innenministerium zum Wohnortwechsel : Asylbewerber dürfen für Arbeit oder Studium umziehen

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Aus der Onlineredaktion

Manche Asylbewerber - auch mit guter Bleibeperspektive - müssen sehr lange auf eine Bewilligung ihres Asylantrags warten. Nun sollen sie schneller umziehen können.

Kiel | Zur Aufnahme eines Studiums, einer Ausbildung oder einer Arbeit dürfen Asylbewerber in Schleswig-Holstein jetzt den Wohnort wechseln. Das geht aus Angaben des Innenministeriums vom Freitag hervor. Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive haben demnach ab sofort die Möglichkeit, eine sogenannte landesinterne Umverteilung zu beantragen und damit den Wohnort zu wechseln. Bisher sei dies in der Regel nur aus familiären oder humanitären Gründen möglich gewesen.

Die höhere Flexibilität für Asylbewerber könnte dazu führen, dass die Integration noch besser gelingt.

„Integration klappt am besten über Ausbildung und Arbeit“, sagte Staatssekretär Torsten Geerdts zu dem Erlass. „Deshalb darf es nicht länger sein, dass Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive ein Job- oder Studienangebot ausschlagen müssen, weil ihre Unterkunft zu weit weg ist.“ Für Praktika gilt die neue Regelung nicht.

Zielgruppe des Erlasses sind laut Innenministerium Asylbewerber, die sehr lange auf eine endgültige Entscheidung über ihren Asylantrag warten müssen. Sie sind grundsätzlich nach ihrer in der Regel sechswöchigen Zeit in der Aufnahmeeinrichtung des Landes bis zur Entscheidung über ihren Antrag an den ihnen zugewiesenen Wohnort in den Kreisen oder kreisfreien Städten gebunden.

„Diese Flüchtlinge bleiben ja anders als abgelehnte Asylbewerber oder Bewerber aus sicheren Drittstaaten wegen ihrer guten Bleibeperspektive ganz bewusst nicht in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes“, erläuterte Geerdts. In der Regel hätten sie die notwendigen Sprachkenntnisse für den Beginn einer Ausbildung, eines Studiums oder einer Erwerbstätigkeit erworben.

Auch eigentlich abgelehnte, aber geduldete Asylbewerber könnten bei Aufnahme einer qualifizierten Berufsausbildung eine weitere Duldung für deren Dauer erhalten, gab das Ministerium an. „Da ist es nur folgerichtig, diesen Flüchtlingen noch vor dem Abschluss ihres Asylverfahrens zur Aufnahme von Ausbildung, Studium oder Beruf bereits in dieser Phase auch einen Ortswechsel zu ermöglichen“, sagte der Staatssekretär. Die Bereitschaft von Unternehmen, Flüchtlingen eine Erwerbstätigkeit anzubieten, sei groß.

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erstellt am 28.Jul.2017 | 11:30 Uhr

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