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Jürgen Vogel als Inkasso-Klopper : ARD-„Tatort“: Superstar auf Abwegen

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Aus der Onlineredaktion

Die Enden passen beim Odenthal-„Tatort“ aus Ludwigshafen nicht mehr zusammen, findet der Kritiker Frank Kober. Doch da gibt es ja noch den Superstar. Wird er es richten?

shz.de von
erstellt am 13.Dez.2015 | 10:33 Uhr

Ludwigshafen | Ist das noch zu ertragen im „Tatort Ludwigshafen“? Eine Lena Odenthal (Ulrike Folkerts), die im Alter immer dünnhäutiger und gereizter auftritt. Ihren Adlatus Kopper (Andreas Hoppe), der endgültig zum Italo-Dandy mutiert, dabei aber nur noch Stichwortgeber ist, weil ihm Jung-Kollegin Johanna Stern (Lisa Bitter) längst den Schneid abkauft. Dazu zwei Kripo-Pappnasen für den Pfälzer Dialekt (Annalena Schmidt, Peter Espeloer), ein künstlicher Zickenkrieg zwischen Lena und Johanna sowie staubige Dialoge, endlose Selbstreflexionen und – wenn’s knistern soll – gern auch mal grobkörnige, kolorierte Bilder. Nichts davon sieht echt aus. Die Sternstunden, die wir mit Lena und Kopper ja schon erlebt haben, sie scheinen ein für allemal passé. Vielleicht könnte ja ein Star etwas Pep in den drögen Verein bringen? Einer, wie – Jürgen Vogel?

 

Gedacht, getan, sagte sich der SWR und heuerte für den „Tatort“ von Jobst Christian Oetzmann (Regie) das charismatische Kraftpaket Vogel an. Doch auch diese Granate zündet nicht. Versprochen.

Dabei ist es gar nicht die Geschichte, die nervt (Buch: Dagmar Gabler). Eine vielversprechende Story um den Tod eines Auftragsmörders, um dessen fiesen Auftraggeber an der Spitze eines Chemiewerkes (Christoph Bach) sowie um einen 15 Jahre zurückliegenden Mord, der nun wieder hochkocht und so den zwielichtigen wie sympathischen Ex-Inkasso-Klopper Ludwig Wolf, genannt „Lu“ (Vogel), zurück nach „LU“ führt.

Nein, es ist die Beziehungslosigkeit der Figuren, die nervt, ihre Sprechblasen und das aufgesetzt Hysterische, wenn es mal kriselt. Und keimt doch etwas Gefühl auf, wie zwischen Lena und Lu, ersäuft es gleich wieder in all dem Kokolores, den Kopper und Johanna Stern vollführen. Etwa, wenn Stern mit einem iPad durch den ganzen Film stolpert und so tut, als könnte das die gute alte Spürnase ersetzen. „Hightech“ vs. „Oldschool“.

Nein, hier hat selbst ein Jürgen Vogel keine Chance. Es ist zum – Abschalten!

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