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Stagnation : Arbeitsmarkt in SH: Herbstbelebung ausgebremst

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Die übliche Herbstbelebung auf dem Arbeitsmarkt fällt in Schleswig-Holstein im Oktober aus. Es gibt mehr Arbeitslose als vor einem Jahr. Und noch ein Problem sieht die Arbeitsagentur: den wachsenden Fachkräftemangel.

Kiel/Hamburg | Der Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein tritt auf der Stelle. „Die saisonal typische Herbstbelebung ist im Monat Oktober ausgefallen“, sagte Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Arbeitsagentur Nord, am Mittwoch in Kiel. Sie sprach von einem „ausgebremsten Aufschwung“. Die Zahl der Arbeitslosen sank lediglich um 32 auf rund 96.800 und blieb damit so gut wie unverändert zum September. Die Arbeitslosenquote beträgt weiterhin 6,5 Prozent - das entspricht dem Bundesdurchschnitt; bundesweit sank die Quote um 0,1 Prozent. Im Vergleich zum Oktober 2012 nahm im Norden die Arbeitslosigkeit aber zu - um 4000 Arbeitssuchende oder 4,4 Prozent.

„Was sich im September - mit einer deutlich schwächeren Herbstbelebung als im Vorjahr - schon angekündigt hat, ist nun im Oktober eingetreten“, sagte Margit Haupt-Koopmann. Der Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein stagniere. „Auch in diesem Monat fehlen die konjunkturellen Impulse, um diese Entwicklung zu kompensieren.“ Für den Winter erwartet die Expertin erfahrungsgemäß einen Anstieg der Arbeitslosenzahlen, wobei die Entwicklung von der Härte des Winters abhängen werde. „Grundlegende Strukturprobleme sehe ich nicht, es geht noch eine ganze Menge.“

Ein Problem trete aber immer stärker in den Vordergrund: „Es wird schwieriger, Angebot und Nachfrage am Arbeitsmarkt - das reicht von der Qualifikation über Arbeitszeiten bis hin zur Mobilität - zusammenzubringen.“ Hier sei Kompromissbereitschaft der Arbeitgeber gefordert, auch Langzeitarbeitslosen und mäßig Ausgebildeten eine Chance zu geben. Denn der Zufluss an gut qualifizierten Arbeitssuchenden auf den Arbeitsmarkt versiege zunehmend, da viele Betriebe ihre Beschäftigten auch in schwierigeren Zeiten wegen des sich zuspitzenden Fachkräftemangels halten wollten.

Erfreulich sei die Entwicklung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Ihre Zahl ist im Vergleich zum Vorjahr um 13.000 oder 1,5 Prozent auf 883.000 gestiegen. Allerdings handle es sich hierbei noch um August-Daten. Ein Lichtblick im Oktober: Zum ersten Mal seit Jahresbeginn nahm im Vergleich zum Vorjahresmonat das Angebot an sozialversicherungspflichtigen Jobs zu. Im Oktober wurden 4900 Arbeitsangebote gemeldet - ein Zuwachs von 4,9 Prozent oder 230 Stellen.

Besonders im Handel (plus 3200), bei den wirtschaftlichen Dienstleistungen (2100), im Gesundheits- und Sozialwesen (2000) und im verarbeitenden Gewerbe (1700) sind neue Arbeitsplätze entstanden. In der Energiewirtschaft (minus 1000) und im Bereich Information und Kommunikation (minus 800) gingen hingegen Stellen verloren.

Jungen Leuten, die noch eine Ausbildungsstelle suchen, machte Haupt-Koopmann Mut. Es bestehe noch Aussicht, bis zum Jahresende einen Ausbildungsplatz zu finden. Einstiegschancen böten vor allem der Einzelhandel, das Hotel- und Gaststättengewerbe und das Handwerk. Ende September waren 848 Ausbildungsplätze nicht besetzt und 1562 unversorgte Jugendliche bei der Arbeitsagentur gemeldet. Haupt-Koogmann appellierte an die Arbeitgeber, auch Jugendlichen mit Startschwierigkeiten eine Chance zu geben.

Die höchste Arbeitslosigkeit in den kreisfreien Städten im Oktober verzeichnete Neumünster mit 10,7 Prozent (Vormonat 10,6), die niedrigste Quote in den Landkreisen gab es in Stormarn mit unverändert 4,0 Prozent.

 

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erstellt am 30.10.2013 | 10:00 Uhr

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