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Arbeitslosenstatistik für SH und Hamburg : Arbeitslosenquote auf niedrigstem Stand seit 25 Jahren

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Aus der Onlineredaktion

In SH waren weniger Menschen arbeitslos als im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auf den Juni gerechnet, gab es jedoch eine leichte Zunahme.

Kiel/Hamburg | Die Arbeitslosigkeit ist in Schleswig-Holstein im Juli auf den niedrigsten Stand in diesem Monat seit 25 Jahren gesunken. Mit 90.900 Menschen ohne festen Job waren im Juli 1,6 Prozent weniger arbeitslos gemeldet als vor einem Jahr. Zum Vormonat Juni gab es saisonbedingt eine Zunahme um 1,5 Prozent, berichtete die Agentur für Arbeit am Dienstag. Die Arbeitslosenquote beträgt derzeit 5,9 Prozent, nach 6,1 Prozent vor einem Jahr.

Die Erhöhung der Arbeitslosigkeit gegenüber Juni liegt zum einem an quartalsbedingten Kündigungen und daran, dass in vielen Branchen Einstellungen erst nach den Sommerferien vorgenommen werden.

Entscheidend ist aber, dass sich im Juli viele junge Leute nach Abschluss ihrer Berufsausbildung vorübergehend arbeitslos melden. „Der größte Teil dieser jungen Frauen und Männer ist im Herbst nicht mehr arbeitslos“, sagte die Regionaldirektorin der Arbeitsagentur, Margit Haupt-Koopmann. Dies gelte speziell für frisch ausgelernte Fachkräfte, die von ihren Ausbildungsbetrieben aus unterschiedlichen Gründen nicht übernommen wurden.

Positiv entwickelt sich weiterhin die Beschäftigung. Nach den aktuellsten Daten vom Mai stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Jobs im Vorjahresvergleich um 25.700 auf 963.800. Kräftige Zuwächse verbuchten vor allem das Gesundheits- und Sozialwesen (plus 4600), der Handel (3400) und das verarbeitende Gewerbe (2800). Nur in der Finanz- und Versicherungswirtschaft gab es ein leichtes Minus von 400 Stellen.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften bewege sich seit Jahresbeginn auf einem hohen Niveau, bilanzierte die Regionaldirektorin der Arbeitsagentur. Von Januar bis Juli seien den Arbeitgeberserviceteams 44.300 sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet worden und damit noch einmal 400 mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Besonders bei unternehmensnahen Dienstleistungen, im Handel, im Bereich Soziales und Gesundheit, im Tourismus und auf dem Bau werden Mitarbeiter gesucht.

Im Juli waren in Schleswig-Holstein 18.700 Ausländer arbeitslos gemeldet und damit 3300 mehr als ein Jahr zuvor. Der Zuwachs geht auf die Top 8 der Asylherkunftsländer zurück.

Die niedrigste Arbeitslosigkeit unter den Kreisen hat nach wie vor Stormarn mit 3,3 Prozent, die höchste Dithmarschen mit 6,5 Prozent. Bei den kreisfreien Städten hat Lübeck mit 8,4 Prozent die niedrigste Quote und Neumünster mit 9,4 Prozent die höchste.

Arbeitsminister Bernd Buchholz führte die nach wie vor stabile Lage am Arbeitsmarkt vor allem auf den robusten Mittelstand im Land zurück. Er sei auch hinsichtlich der weiteren konjunkturellen Entwicklung überaus optimistisch, sagte der FDP-Politiker. Angesichts des saisontypischen Verlaufs sei er auch sicher, dass die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen zum Herbst wieder deutlich zurückgehen wird. Als besonders erfreulich bezeichnete Buchholz den Rückgang der Langzeitarbeitslosigkeit. Zurzeit gebe es gute Chancen auch für Menschen, die nach längerer Arbeitslosigkeit zurück in die Beschäftigung wollen.

Arbeitslosenquote in Hamburg

Auch auf dem Hamburger Arbeitsmarkt hat die typische Sommerflaute eingesetzt. Im Juli waren 69.691 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, das sind 1111 oder 1,6 Prozent mehr als im Monat zuvor. Gegenüber dem Vorjahr ging die Arbeitslosigkeit jedoch um 692 Personen oder ein Prozent zurück, teilte die Agentur für Arbeit am Dienstag in der Hansestadt mit. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich von 6,7 auf 6,8 Prozent.

„Saisonal bedingt steigt in Hamburg die Arbeitslosenquote immer im Ferienmonat Juli an“, sagte der Chef der Arbeitsagentur, Sönke Fock. „Dieser typische Zuwachs fällt dieses Jahr geringer aus als in den vergangenen Jahren.“ Die Dynamik des Hamburger Arbeitsmarktes habe nicht nachgelassen. Das zeige sich auch bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in der Hansestadt. Im Mai waren 933.600 Frauen und Männer berufstätig, das waren 20.500 oder 2,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Ein Grund für die Sommerflaute ist das Ende der Ausbildungszeit von jungen Menschen, die nicht unmittelbar eine Anschlussbeschäftigung finden oder auch freiwillig eine Auszeit nehmen. In der Altersgruppe unter 25 Jahren stieg die Zahl der Arbeitslosen um 644 oder 13 Prozent auf 5609. „Hier trifft die Hamburger Wirtschaft auf gut ausgebildete Fachkräfte, die bald einen Arbeitsplatz finden werden“, sagte Fock. Viele Unternehmen warten mit Neueinstellungen jedoch bis nach den Sommerferien.

Die Arbeitslosigkeit der Ausländer blieb im Juli weitgehend stabil und erhöhte sich nur minimal um 19 auf 21.875. Verglichen mit dem Juli des Vorjahres sind es jedoch 1138 oder 5,5 Prozent mehr. Die meisten arbeitslosen Ausländer sind Türken; der Anstieg ist jedoch vor allem auf Afghanen, Syrer, Iraner, Iraker und Eritreer zurückzuführen und damit auf die wesentlichen Herkunftsländer der Flüchtlingswelle von 2015.

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erstellt am 01.Aug.2017 | 10:32 Uhr

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